Abschluss und Neustart im neuen, alten Leben

Montag, 18.10.2010

Am Sonntag, den 10. Oktober begannen dann meine letzten 5 Tage in Rio und wer dachte, die sollten langweilig werden, hätte seine Wette haushoch verloren. Während der Montag noch recht ruhig mit Ausschlafen und Internetnutzung bei Vinicius in Rio begann, zog ich am Abend mit Loren zusammen in ein Hotel in Rio. Also nachdem ich gestern meine Koffer von Rio nach Niteroi geschleppt hatte, jetzt also wieder der umgekehrte Weg und zusammen. Nachdem ich Loren am Sonntag, wegen eines Missverständnisses verfehlte, als sie mich abholen wollte...aber auch immer diese Verspätungen:-(

Am Dienstag, den 12. Oktober hatten wir dann noch einen Feiertag und pünktlich dazu kam die Sonne heraus, sodass wir viel spazieren gehen konnten und einige Geschenke kauften. Zum MIttag wollten wir etwas Besonderes machen - Rodizzio de Petisco. Leider lange nicht so gut, was es versprach und somit eine ziemlich Enttäuschung war. Dafür das Hotel umso schöner und besser, indem wir die letzten Tage genossen.

Am Mittwoch wollte ich dann meine Arbeitszeugnisse fertig abholen und die letzten Geschenke in der Stadt einkaufen. Dumm nur, dass ausgerechnet heute Feueralarm in der FIRJAN (Industrie- und Handelsverband Rio de Janeiros) war und somit niemand arbeiten konnte und somit auch mein ganzes Programm über den Haufen geworfen war. Da Loren am Donnerstag, aus Arbeitsgründen, schon nach Sao Paulo fliegen sollte, war Mittwoch somit unser letzter Abend (eigentlich). Sie hatte sich etwas ganz besonderes und schönes einfallen lassen. so gingen wir im Luxus-Sheraton-Hotel in Sao Conrado Rodizzio de Pizza essen.

Mir hat es geschmeckt, Loren nicht ganz, aber die tolle Atmosphäre mit Pool, Strand und dem tollen Hotel, machten schon einiges weck.

Zum Abeschied trafen wir noch ein paar Freunde von Loren aus New York, die auch am Wochenende in die Staaten zurückflogen.

Donnerstag. Check-out Hotel. Goodbye - großes Stück Rio. Zu erst fahren ich meine Koffer mit dem Taxi zu Vinicius, von wo ich mit ihm zum Flughafen fahre und mich schwerenherzen von Loren verabschieden muss:-( Tjaja, so schnell gehen 8 Monaten herum.

Dann gehts schnell Kinokarten für Tropa de Elite 2 kaufen und weiter zum Mittagessen mit Vinicius Eltern. Beim letzten Mal hatte ich keine Kamera diesmal aber wenigstens.

Nach dem Abschiedsmittag mit Feijao und Caipirinha gehen wir weiter zu Uruguana, Turnschuhe, Filme, Cangas, T-Shirts und alles mögliche, für den ohnehin schon vollen Koffer, kaufen.

Dann ab ins Kino, wo ich einen Anruf von Loren erhalte und davon ausgehe, dass sie in Sao Paulo ist, jedoch nichts verstehen kann. Wie kombiniert geht es danach mit einigen Kollegen ein letztes Bierchen trinken.

Blöd nur, dass es gerade abgemacht war, als mir Loren mitteilte, dass ihr Flieger, aufgrund technischer Probleme nicht ging und sie somit sogar noch ganz in der Nähe war. Nächster Flieger Freitagfrüh um 5 Uhr, boah. SO gabs nur eines, Bierchen mit uns trinken. Danach gingen wir zu Julias (Vinicius Schwester) Uni, die ich in der Zwischenzeit angerufen hatte und Lorens ABschiedsgeschenk mitbrachte, dass ich ntaürlich bei Vinicius vergessen hatte.

Von dort ging es weiter nach Tijuca. Erst wollten wir nur eine Freundin von Loren treffen mit der wir uns festquatschten und dann noch im australianischen Outback hingen blieben. Da es recht schnell spät wurde und wir auch sehr müde waren, vergaßen wir unsere nächtlichen Pläne.

Stattdessen hieß am Sonntag schnell noch eine Flasche Cachaca trinken und dann mit Taxi ab zum Flughafen. Netterweise brachte mich Vinicius dorthin, sodass ich nicht ganz alleine fahren musste...

_______________________________________________________________________

 

Nach einem langen Flug hieß es: KALT UND REGEN. Brrrrr, so hatte ich mir meine Ankunft in Frankfurt nicht ausgemeldet. Während ich in der Nacht in der TAM-MAschine noch einige nette Filme schauen konnte, fängt jetzt also der Ernst des Lebens wieder an??!!

Nach weiteren 4,5 STunden Zugfahrt war ich endlich in Magdeburg HBF angekommen und hatte meinen Geburtstag schön im Flugzeug abgesessen. Früh ging es dann am Sonntag mit vollem Transporter Richtung Berlin.

Halbwegs schnell waren die Sachen ins Zimmer geräumt, was jetzt allerdings noch ziemlich chaotisch aussieht, dafür aber neu eingerichtet ist.

 

Montag, den 18. Oktober 2010 - 1. Unitag nach 2 Wochen Versäumnis

Und es sollte nicht mein Tag werden. Nachdem ich am Morgen mein Portmainee in der Wohnung vergessen hatte und somit zurück laufen musste und dann natürlich die S-Bahn sich direkt vor meiner Nase schloss, ahnte ich schon, dass es nicht so ganz rund laufen konnte. Auch der Unterricht wollte nicht so ganz vergehen, obwohl es nur 90 Minuten für den Start waren. Doch am Nachmittag kam es schlimmer. Ich griff zu Hause zu meinem Schlüssel, dummerweise zu den aus Rio und Tür zu...ah.....fuck,...draußen ohne schlüssel und das am Tag 1. Also lief ich erst einmal eine Runde, da ich hoffte, dass meine Nachbarin noch einen Schlüssel hätte. 10 Minuten zu Rossmann. Dort angekommen, musste ich feststellen, dass es diesen nicht mehr gab...also der ganze Weg umsonst und wieder zurück. Nachbarin noch nicht zu Hause......ah....also, was kann ich machen. Gehe einen Schrauberdreher kaufen, um die Tür leicht aufzubrechen. Bei mir vor der Tür...wo ist der Schraubendreher?? ah...im Laden vergessen, also dorthin wieder zurück....und tatsächlich, also wieder nach Hause, doch die Tür regt sich nicht recht. Doch mit etwas Kraft geht sie dann doch noch auf....was für ein erster Tag. Und hier möchte damit auch wieder enden - im neuen, alten Leben.

 

Ganz lieben Dank an alle, die mich immer unterstützt haben und mir somit meinen Aufenthalt sehr erleichtert habt!!! Ganz lieben Dank, liebe Eltern und Oma und Opas.

Ganz lieben dank an alle ZUrückgebliebenen in Brasilien. Es war wirklich ein herrliche Zeit und ich vermisse diese schon jetzt!! Wer hätte das vor einem Jahr schon gedacht...

 

 Und weil es so schön war, noch ein letztes Mal:

http://www.youtube.com/watch?v=9Lk9mSZkTXQ

Blumenau, 2. Halbzeit

Dienstag, 05.10.2010

Der frühere brasilianische Nationaltrainer Vanderlei Luxemburgo kehrt zum brasilianischen Meister Flamengo zurück. Der 58-Jährige, der in seiner Karriere unter anderem den spanischen Rekordmeister Real Madrid trainiert hat, soll Flamengo vor dem drohenden Abstieg retten. Das Team aus Rio de Janeiro hat nur eins seiner letzten 13 Spiele gewonnen und liegt derzeit auf Platz 15.

Luxemburgo, der in den 70er Jahren als Spieler und in den 90ern als Trainer bei Flamengo angestellt war, war erst vor zwei Wochen beim ebenfalls abstiegsgefährdeten Atletico Mineiro entlassen worden. Er ist bereits Flamengos vierter Trainer in der laufenden Saison. Am Montag war sein Vorgänger Silas entlassen worden.                                                                                                                                             

_____________________________________________________________________

Am Montagabend tauschte ich dann die Häuser. Von Michael zu Leonardo. Michael liess mich vor seiner Uni da und kam danach auch noch einmal vorbei, sodass der Abend schnell verging. Dienstagvormittag tat ich dass, was ich immer tat. Ausschlafen. Zu meiner großen Überraschung schien jedoch die Sonne kräftig und so ärgerte ich mich etwas, dass ich nicht früher aufgestanden bin und heute fuhr. So fuhr ich nach dem Mittagessen mit Leonardo zu seiner Arbeit, wo ich den Tag verbrachte. Leos Haus ist wirklich nahe am Zentrum und trotz ruhig gelegen, da auf einem Berg von dem man die ganze Stadt sehen kann.

Das Haus ist eigentlich mehr ein Palast und ähnelt dem von Ana Paula sehr - mit integriertem Hausgrill.

Und Leos kleiner Hundi-Wuffi Neo, der unglaublich gerne spielt und den sogar ich beinahe mit nach Rio de Janeiro zurück genommen hätte.

Neo

Dienstagabend waren wir mit Camilla (Leos Freundin), Mara (Michas Freundin) lecker Rodizzio de Pizza essen. So viel wir konnten. Irgendwann ging aber einfach nicht mehr und wir waren gut gesättigt. Hier sind wir noch guter Dinge, doch rund 25 min später....waren wir geschafft vom vielen Essen.

Mara, Micha, ich, Leo & Camilla (v.l.) 

Mittwoch, den 06. Oktober. Ein Tag noch, dann gehts los.

Straßenschmuck

Erste Andenken wurde heute in der Stadt beschafft und Stimmung und Vorfreude, die in der Luft der Stadt hingen genossen.

Bei leichtem Sonnenwetter waren schon die Touristen zu beobachten und die Stadt fängt deutlicher voller zu sein. Dazu kam noch, dass wir heute erstmals etwas Sonnenschein hatten und somit etwas die Sonnenterrassen ausnutzen konnten.

Erste Einstimmung gab es auch beim Bierwagen, der jeden Tag vor dem Oktoberfest durch die Stadt fährt und kostenlos 50l Bier verteilt. Leider nicht allzu viel und daher mit Schaum...zu viel...trotzdem ein tolle Bilder und Idee.

Bierwagen

Brahma mit viellllll Schaum

Auch die Stadt ist schon unglaublich bunt und schön ausgeschmückt, sodass es morgen dann wirklich losgehen kann.

Um 19.30 Uhr soll ein Ausmarsch stattfinden und danach geht die Feier in der "Vila Germanica"los..."Ein Prosit, ein Prosit, ein Prosit, der Gemütlichkeit..." Auch das Wetter war auf unserer Seite und trotz schlimmster Wettervorhersagen und Regen bis MIttag, war zum Abend hin alles trocken und so konnte es losgehen...

Schon kurz vor dem Ende des Umzuges fuhren wir dann zum Oktoberfest, das alles in allem ruhig anlief und alles andere als voll war - im Gegensatz zu uns...hahaha

Mara, Michael und ich früh am Abend

Was ist das bloß für ein Name?

So war der Donnerstagabend schnell vorbei und wir um 2 Uhr morgens zu Hause. Trotz allem stand ich Freitag einmal früh auf und fuhr mit Leos Mutti zu Michael, wo sie eine Bluse nähen wollte....zurück zu Hause machten wir uns für den Abend fertig...immer weiter...doch vorher stärkten wir uns erst einmal kräftig, damit wir nicht gleich umfallen...mit der Familie von Leonardo und Camilla gingen wir lecker Pizza essen und waren somit bestens gerüstet für den Abend.

Familie v. Leo und Camilla

hmmmmmmmmm

Kurz wurde noch bei Freunden vorgeglüht und die konnte es losgehen....nun eines fehlte noch...die langersehnten und erwarteten...

1 Deutscher und 2 Fastdeutsche, Michael, ich, Leo

Ohhhhhh wie schick.......so kamen wir sogar kostenlos ins Fest....das bis lang in die Nacht ging...und morgen 100%ig seine Fortsetzung finden wird.

Noch ein paar tolle Impressionen samt Hymne gibt es hier:

http://www.youtube.com/watch?v=AgTp9WFvKww

Die Hymne ist ein richtiger Ohrwurm wie ich finde.

 

Die letzten Tage Samstag und Sonntag verflogen dann nur geradezu. Jeden Abend Oktoberfest und tagsüber ausschlafen, damit man zum Abend wieder fit war. So war das Tagesprogramm.

Mara, Michael, ich, Leo und Camilla

Nach einer langen Nacht, folgte ein kurzer Morgen. Das war die Prognose und so kam der Sonntag schneller, als erhofft. Das Aufstehen fiel nach einer weiteren langen Nacht sehr schwer. Zum Abschied gab es super leckeres Churrasco Mittagessen, doch mein Magen ließ nicht allzu viel zu.

Von Leo, Camilla, Michael und Mara bekam ich dann noch 2 tolle Abschiedsgeschenke. Fotos folgen später und dann ging es schon mit dem Auto und etwas Zeitdruck zum Flughafen Navegantes. Perfekt in der Zeit kamen dank Michaels Fahrkünste an.

Ein letztes Abschiedsfoto und dann gings halb melancholisch, noch halb angetrunken mit dem Flieger über São Paulo nach Rio de Janeiro zurück.

Ein wirklich tolle Zeit mit Beto Carrero, Uni, Party, Fußball (auch wenn ich aufgrund langer Nächte, nicht allzu oft ging), Familientreffen, Hochzeiten, etc, etc...fand vorerst ihr Ende. Quem sabe, que nao vai ter um segundo tempo logo:-)

Wirklich besten Dank an alle. An die die lieben Familie von Michael, Leonardo und mit Sicherheit an euch 4! Bis zum nächsten Mal! Ich warte auf euch in Berlin!

Das 18. Bundesland – Blumenau, Brasilien

Samstag, 25.09.2010

Mittwoch, den 22. September. 7 Monate und 10 Tage sind seit meiner Ankunft in Rio de Janeiro vergangen und es fuehlt sich an, als waere es letzte Woche gewesen. Nachdem ich mich gestern im Buero schweren Herzens verabschiedet habe und ein letztes Foto geschossen wurde, machte ich mich schnell davon, denn Abschied ist wirklich nichts schoenes. Loren hatte sich auch am Dienstag frei genommen, sodass wir gemeinsam die Wohnung aufraumten und zusammen lecker in der Festung von Copacabana Abschiedsmittagessen gingen.

 

Leider verging die Zeit so schnell, sodass wir noch nicht einmal die ganze Festung aus der Diktaturzeit in Brasilien besuchen konnten. Aber ein interessantes Schild fand ich dann doch noch:  

Am Abend ging es dann zum Abschied noch einmal bei Romulo vorbei, ciao sagen und dann mit Vinicius und der lieben Steffi in die Irish Pub, wo es bis 20 Uhr Happy Hour gab. Trinke ein Bier, bekomme das 2. Kostenlos. Gegen 22.30 Uhr fuhren wir dann alle zusammen nach Hause und das Kapital Rio de Janeiro 2010 war erst einmal geschlossen. Schon sehr traurig nach so einer tollen Zeit. Besten Dank Ihr Lieben!Nach einer letzten Nacht in meinem Apartment in Copacabana hiess es dann um 7 Uhr aufstehen, ein letztes Fruehstuck essen und zum Flughafen fahren, wohin mich Loren begleitete und wir eine leckere heisse Schokolade mit Zimt bei der Kopenhagen, der besten Schokoladenmarke in Brasilien, trunken. Punkt 11 Uhr setzte mein Flieger ab und mit Zwischenlandung in Sao Paulo ging es nach Navegantes, einer kleiner Stadt ca. 70 km von Blumenau. Eigentlich lief alles bestens und Michael und Leo holten mich sogar PUENKTLICH am Flughafen ab. Leider musste sich die Frau in meiner Reihe uebergeben und es gab keine Tueten, sodass das Fruehstueck im Flugzeug verteilt lag. Sehr schoen, insbesondere da sie in SP ausstieg, ich jedoch noch weiterfliegen musste und die Reinigung eindeutig den Geruch nicht ueberdecken konnte und das Flugzeug natuerlich auch voll war...im warsten Sinne des Wortes...Leider spielte das Wetter auch nicht so ganz mit. Da selbst in SP noch 30 Grad waren, hatte ich schoenes Wetter erwartet. Dem war leider nicht ganz so. Frisches und regnerisches Wetter erwartete mich und so fiel die Tour mit dem Auto zu den verschiedentes schoenes Straenden Santa Catarinas bedeutend kuerzes aus, als sie wohl es bei Sonne gewesen worden waere. Auch in Blumenau

http://de.wikipedia.org/wiki/Blumenau_(Brasilien) 

angekommen war nicht nur die Stadt sehr deutsch, sondern auch das Wetter – sehr abwechselungsreich. Zum Mittagessen fuhren wir ins Einkaufszentrum, bevor es am Abend in der Uni ging, wo Michael eigentlich einen Vortrag halten sollte, jedoch nicht ganz so viel Lust auf Unterricht hatte und wir so mit Nega, Camilla und Leo in eine nahegelegene Bar fuhren. Und der erste Abend ging schnell herum, bevor wir gegen 23 Uhr bei Michael einkehrten. Tag 2 in Blumenau, nach anstregenden Tagen schlief ich mich erst einmal kraeftig aus, um dann Michas Mama etwas beim Mittag zu helfen und mich mit ihr zu unterhalten, bis Michael um 14 Uhr von der Uni wieder kam und wir am Abend seine Grossmutter kennenlernten. Vielleicht noch etwas zu Blumenau... Auch Michaels Familie, alle supernett und zuvorkommend, sind sehr deutsch und sprechen alle perfektes Deutsch, sodass ich mich wirklich fast wie in Deutschland fuehle und das jeden Tag mehr und besser. Sie wohnen etwas ausserhalb von Blumenau fast in einem Wald, aber superschoen und ruhig, in einem groessem Haus, gelegen. Ich weiss jetzt schon, dass ich es auf jeden Fall auch vermissen werde. Am Abend fahren wir in die Uni, doch auch heute faellt Michaels Unterricht aus, sodass in den Eckladen an der Uni gehen, ein paar Freunde treffen und die Zeit bis 22 Uhr totschlagen. Dann sollte es eigentlich Fussballspielen gehen. Doch schon frueh zweifeln wir, ob es wirklich dazu kommt, da es viel regnet und auch blitzt und donnert. Ein Blitz schlug bei uns wirklich in unmittelbarer Naehe ein, sodass die ganze Elektrizitaet ausfiel und es spaeter sogar noch hagelte...nicht so tolles Wetter. Zum Fussball fuhren wir trotzdem, doch dank dem Wetter hatten wir nicht genuegend Leute, sodass auch dieser Programmpunkt ausfallen musste und fuer Samstag aufgehoben wurde und es stattdessen direkt zum Nachfussballprogramm ueberging, bevor wir um 1.30 Uhr muede ins Bett fielen. Tag 3, Freitag, den 24. September. Zumindest regnet es heute mal nicht, viel besser ist das Wetter leider aber auch noch nicht. Es muss dringend besser werden, da fuer morgen Fussball geplant ist und Sonntag ein Erlebnispark mit Achterbahnen etc, aehnlich Heide Park Soltau...Was faellt mir noch auf. Alle haben hier ein Auto. Ohne Auto kommt hier nicht weiter und alle Studenten fahren mit dem Auto zur Uni – ganz im Gegenteil zu Rio. Darueberhinaus sind fast alle Bars schon in Deutschlandfarben fuer das Oktoberfest geschmueckt. Ich muss wirklich ab heute meine Kamera mal mitnehmen...

Freitag fuhr ich mit Michas etwas in die Stadt hinein, oder besser gesagt wohl in einem Park. Sehr huebsch, aber es gibt gar nichts ausser Natur...

Am Vormittag hiess es Familienkunde studieren und alte Dokumente, sowie Geburtsurkunden aus Deutschland aus Anfang des 20.Jahrhunderts lesen....kann ich gar nicht mehr bei der alten deutschen Schrift.

 

 Eines der vielen typisch deutschen Haeuser in Blumenau...

 wie unter anderem auch das Rathaus...

Rathaus vn Blumenau

Samstagfrueh ging ich dann mit Michael Fussballspielen, was nach langer Abstinenz doch schwerer als erwartet war...doch aber Spass machte. Danach ruhten wir uns etwas aus, bevor es am Abend zum 60-jährigen Hochzeitsjubliäum von Oma und Opa ging.

Ich, Sorraia, Mara, Michael (v.l.)

Dort lernte ich die ganze Familie Hosch kennen, die fast alle ausnahmslos gut deutsch sprechen und sehr nett sind. Bei Musik und Essen wurde es schnell spaet und der Abend verging. Am Sonntag standen wir dann früh um 7.30 Uhr auf, um zum Paque de Beto Carrero zu fahren. Alles Beten nützte jedoch nichts, da es auch heute wieder regnete...seit Mittwoch beinahe durchgehend.

Beto Carrero ist ungefähr mit Heide Park Soltau zu vergleichen.

http://www.betocarrero.com.br  

Beto Carrero

Nur ungleich größer. Mara (Michaels Freundin) hatte für uns 5 Freikarten über Ihre Arbeit besorgen können. Nachdem wir Maras Oma nach Hause gefahren hatten, reihten wir uns dann gegen 9 Uhr in die VIP-Schlange ein, die zu unserem Erstaunen schon unglaublich lang war. Allgemein war der Park an diesem Tag überfüllt und wir standen im Durchschnitt rund 2 Stunden(!) pro Achterbahn an, sodass wir nur 4 Achterbahnen von 10 Uhr bis 18 Uhr schafften...diese waren wenigstens toll, u.a. 100 m freier Fall von einem Turm...doch das viele Anstehen nervte kräftig. Dazu der viele Regen, der den ganzen Tag kaum aufhörte. Die überteuerten Made in China-Regenkappen hielten jedoch den gröbsten Regen ab und machte uns zu kleinen T...

Ich, Mara, Michael

Zum Glück hatten wir keinen Eintritt bezahlt (60 Reais – ca. 25 €), sonst hätte es sich nicht gelohnt, aber so war es ein sehr schöner Tag mit einigen Unterhaltungsaktivitäten

 

 

Als die Achterbahnen um 18 Uhr schlossen, kamen wir noch in den Genuss einer tollen Stunt-Race-show mit 5 Autos, die alle herrliche parallele Dreher und Rennen hinlegten. Das bei dem Regen muss Spaß machen, insbesondere einem Mädel, das später sogar mitfahren durfte...

Autoshow 

Nach der Show machten wir uns auf den Heimweg. Durch den Monsun, äh Regen, zurück zu Maras Oma, wo wir unser Auto stehen lassen hatten, da der Parklatz 20 R$ (9€) kosten sollte...nach kurzem Lunch bei Kaffee und Kuchen ging es die 70km heimwärts Richtung Blumenau.Montag, den 27. September. Wie eigentlich jeden Tag stehe ich auch heute wieder spät auf – was will man bei diesem Regenwetter auch anderes machen. Am Nachmittag hat Sarah (Michas kleine Schwester) Gitarrenunterricht, sodass ich mit ihr und ihrer Mutter erstmals mit dem Bus in die Stadt fahre. Während Sarah Unterricht hat, erkunde ich mit Magrid etwas die Stadt zu Fuß. Bei Regen ist das zwar kein großes Vergnügen, aber inzwischen gewöhne ich mich ja beinahe an das Wetter. So gehts ins Rathaus...

Rathaus v. Blumenau

Einkaufshaus Havan im deutschen Stile

Und an einigen uns doch sehr bekannten witzigen Orten vorbei.

 

Kindergarten auf Brasilianisch, äh deutsch

Dienstag, den 28. September – eigentlich wollte ich heute mit Rubens (Michas Papa) nach Florianopolis fahren. Er fuhr auch, ich aber nicht. Wetteränderung gleich null, Sonne gleich null, lassen mich lieber in meinem warmen Bettchen bleiben und den Tag so vorbeiplätschern und mich u.a. für Stelle bei der AHK in Blumenau bewerben.

Mittwoch ist dann erstmals schöneres Wetter und ich sehe die Sonne in Blumenau - genau eine Woche nach meiner Ankunft. Den Tag verbringe ich auf der Strasse zusammen mit Michaels Papa.

 

Kontraste

Wir fahren Sachen wegbringen und später zeigt er mir noch eine andere hünsche Strandstrand - namens Balneário Camboriú.

http://de.wikipedia.org/wiki/Balne%C3%A1rio_Cambori%C3%BA

Balneário Camboriú

 

Am Donnerstag fahre ich mit dem Bus in die Stadt und kaufe mir neue Turnschuhe, da meine alten nicht mehr die besten sind und wirklich schrecklich aussehen. Zum Abend fahre ich dann mit Michael in die Uni und besuche auch seinen Kurs. Also der Unterricht läuft hier definitiv anders....danach spielen wir noch Fussball von 22.30 Uhr bis Mitternacht und fallen dann nur tot ins Bett.

In voller Erwartung eines weiteren schönen Tages - nach 2 Tagen voller Sonnenschein - werde ich wieder in die Realität zurück geholt. Bewölkt kühl und regnerisch. Nichtsdestotrotz schnappe ich mir ein Fahrrad und fahre etwas in der Gegend herum und das zur genau richtigen Zeit, da es 2 Stunden gegen 14 schon wieder anfängt zu regnen. Für den Abend steht eine grosse Party auf dem Programm....ich bin gespannt....

Michael und ich

Absolut tolle Party in einem tollen Klub:

http://carambas.com.br/

http://www.youtube.com/watch?v=E6_rDhLYaWw

http://www.youtube.com/watch?v=Xnao6zkx_q0

Schade eigentlich, dass wir schon um 6 Uhr wieder zu Hause waren. Für mich hätte es noch den ganzen Morgen weitergehen können. Stattdessen ging es aber zu McDonald, dass leider geschlossen war und daher zu einem anderen Ort Abend-Frühstück essen. Fussball um 11 Uhr musste heute allerdings ausfallen...zum Kuchen kaufen, fuhren wir dann nach Pomerode. Der heimlichen Hauptstadt Brasiliens. Noch heute sollen hier 80% der Bevölkerung Deutsch sprechen. Auf der Straße und im Kaffee hören ich aber keinen. Auch sonst hat die deutscheste Stadt Brasiliens nicht allzu viel zu bieten. Halt eine kleine typische deutsche Altstadt.  

http://de.wikipedia.org/wiki/Pomerode

Pomerode

Wenigstens die Produkte stimmen in Pomerode.

Nach dem Kaffee fahren wir zu Leo nach Hause, wo lecker gegrillt wird. Schön im Haus drinne. Habe ich vorher noch nie so gesehen - sehr interessant und lecker. Dazu noch die gewohnten Caipis aus Berlin und ich bin schon wieder in der Stimmung von Freitagabend (gestern). Doch heute sind alle zu müde und so wird das Samstagabendprogramm auf nach Hausefahren gestrichen.

Am Sonntagnachmittag war dann Präsidentenwahl in Brasilien. Keiner der Kandidaten hat die absolute Mehrheit erringen können und somit wird es in 2 Wochen zu einer Stichwahl zwischen den beiden besten Kandidaten geben und es wird spannend.

http://www.tagesschau.de/ausland/praesidentschaftswahlbrasilien106.html

Eigentlich wollte ich ja auch wählen und Michaels altem Ausweis hätte es auch sicherlich geklappt, aber man soll ja nicht schummeln...zum Kaffee ging es zu Michaels Oma und dem grossen, weitem Land. Schon unglaublich wie riesig Brasilien ist und wieviel Platz es hier noch gibt, bzw. was die Leuten manchmal für tolle grosse Grunstücke haben...zum Wochenendausklang fuhren wir dann noch ins Shopping, wo ich mir 2 günstige bunte T-Shirts kaufte. Die Wis´ntracht war leider etwas zu teuer...

Und heute - Montag, den 04. Oktober - geht meine Uni los - eigentlich....

Abschließend noch ein paar Wörter zu Badenfurt. Das ist der Stadtteil, wo Michael wohnt. Etwas abseits von der Stadt gelegen, haben sie ein schönes Haus, wo sie mit den 4 Hunden, 

Haus von Micha & Co.

, die meinen Socken assen und mit ganz viel Natur, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Oder besser gesagt: "Hund und Vogel".

 

Die Mama von Michael ist eine super Näherin und kriegt aus jedem Stoff tollste Kleider hin. Nächstes Großprojekt bis Freitag, den 08. Oktober unsere Oktoberkleidung.

Mama in der Werkstatt im Keller des Hauses

Herrlich in der Landschaft gelegen, kann man viel in die Natur hineinfahren und total relaxen. Schade nur, dass das Wetter die ganze Zeit nicht so mitspielte, aber ich habe noch Hoffnung und gebe noch nicht auf.

Manuelle Autofähre

Bei Michael am Haus, gibt es Zitronen und andere leckere Früchte...so einen Garten hätte ich auch gerne.

 Und nun fehlen nur noch ganze wenige Tage bis zum langersehten:

 

 Und nun fehlen nur noch ganze wenige Tage bis zum langersehten:

Flyer zum Oktoberfest

 

Messe Rio Oil & Gas 2010

Montag, 20.09.2010
Bevor es am Montag mit unserer Delegationsreise aus Deutschland anlässlich der Messe und der Messe selbst endlich ernst wurde, galt es jedoch noch am Wochenende etwas auszuspannen. Doch war die Woche so intensiv, dass ich mich an an das Wochenende vor der Messe wirklich schon gar nicht mehr erinnere. Ist das nun gut oder schlecht, da wohl das Positive aus der Messewoche überwog. Und zum Glück existieren ja auch Fotos. So erinnere ich mich, dass am Samstag herrliches Wetter war und wir so etwas die Sonne am Strand zusammen mit Ricardo und Steffi genossen.
 
Sonntag?? Echt kein Plan mehr.Ah, doch. Jetzt wieder. Wir waren lecker zum Mittag bei Vinicius Papa eingeladen. Leider hatte ich meine Kamera vergessen, sodass es keine Fotos davon gibt. So aßen wir alle eine leckere Fischpfanne und genossen den Nachmittag an der frischen Luft und in einem Park.
Am Abend wurden die letzten Vorbereitungen für Montag getroffen und die Hemden gebügelt.
 
und so konnte der Montag kommen.
Mit dem Bus ging es gegen 10 Uhr nach Barra de Tijuca und von dort mit einem Taxi weiter zur Messe. Und es war wirklich weit. Weiter als gedacht, sodass ich gerade so pünktlich um 12 Uhr zur Messeeröffnung ankam und unsere Aussteller persönlich begrüßen konnte.
German Pavillion
Trotzdem viel los war und die Hallen schnell wurden, war es doch erstaunlich ruhig, nichts desto trotz ziemlich anstregend. Schnell wurde mir klar, dass es die größte Fachmesse im Bereich Erdöl, Gas & Offshore ist. 5 riesige Pavillions mit zahlreichen Ausstellern.
Da am Montag auch die Delegation schon das erste Mal vorbeikam und wir der einzige der 5 Pavillions ohne Klimaanlage waren, war es echt erschöpfend. Wenigstens waren wir gut versorgt, da die Küche für unseren Stand bei uns integriert war. Die AHK hatte einen Gemeinschaftsstand organisiert auf dem wir, plus 5 deutsche und einer brasilianischen Firma vertreten waren.
Ich und Ana
Da ich der einzige Aktivposten auf unserem Stand war, wurde ich von Petrobas, der BNDES ( der nationalen Entwicklungsbank ) und zahlreichen namhaften anderen brasilianischen Firmen eingeladen, um etwas über die AHK und deutsche Firmen zu erzählen. Das wirklich aufregend und spannend. Viele Kontakte machend, war die Messewoch unglaublich aufreibend, spannend, erschöpfend - da nie vor 23 Uhr zu Hause - aber auch eine wunderbare Erfahrung. So ist eine Messe, als Aussteller doch ganz anders, als Besucher. Den ganzen Tag stehen, reden und schwitzen...
Trotzdem wahnsinn. Auch weil wir ein Hotel in Recreio hatten. Einem Stadtteil mehr oder weniger in der Nähe von Barra hatten, mit super Strandblick.
Foto
Da wir immer erst gegen 11 Uhr zur Messe fuhren, bot sich ein Bad geradezu an. Leider war die Woche doch sehr regnerisch und schwül, sodass daraus nichts wurde. Lustige Stories gabs auch im Bus zur Messe und zurück. ZBsp. von einem Ex-Petrobas-Aufsichtsratmitglied, der inzwischen 84 Jahre ist und von seinem Großvater und dem Kaiserreich in Berlin erzählte...
Traurig war ich dann schon etwas, als ich am Donnerstagabend die Messe vorbei war. Keinen schönen Boxenluder mehr, die die Firmen engagiert hatten, um die Leute an den Stand zu locken. Da hat Deutschland definitiv noch Nachholbedarf. Oft fragte ich mich wirklich, was hier wirklich ausgestellt wurde. Produkte, oder Venus Berlin. Dass war schon grenzwertig großartig...:-)
Andere Highlights der Woche waren sicherlich wieder der Cocktailempfang beim Konsul, den ich wegen Staus beinahe verpasste und der Cocktail auf der Messe am Mittwochabend.
Am Freitag ging es dann im Büro weiter, wo ich noch einmal auf die Delegation traf. Wir hatten für die Deutschen zu Roundtable-Gesprächen eingeladen. Jedes Unternehmen traf für ca. 30 min auf ein brasilianisches Unternehmen. Dann wurde getauscht.
Rodada de Negocios, Roundtables
Einziges Problem war nur, dass nicht alle Firmen kamen, oder zu spät, sodass unser eigentlich Stunden- und Zeitplan ganz schon durcheinander kam und so ein leichtes Chaos entstand. Da jedoch für das leibliche Wohl aller gesorgt war, hielt sich die Unruhe im Rahmen.
Nachdem die Roundtables am Freitagabend überlebt waren, ging es zum Aufwärmen in eine Bar entspannen. Zu Hause gegen 20 Uhr angekommen, legte ich mich erst einmal bis 22 Uhr schlafen, bevor es in die "night" ging.
Alle ziemlich angeheitert und geschafft von der Woche hielten wir jedoch nicht allzu lange durch und waren schon gegen 3 Uhr wieder zu Hause. Eigentlich sollte es am Samstagabend dann gleich weitergehen, denn die verbleibende Zeit sollte ja genutzt sein, doch hatten wir typisches Rio-Wochenende-Wetter. In der Woche warm und am Wochenende regnerisch kalt. Da nun dazu die Müdigkeit der Woche noch dazukam, machte ich wirklich gar nichts, aber gar nichts. Am Sonntag fuhr ich dann mit Loren nach Niteroi und ließ meinen ersten Koffer schon einmal dort. Den zweiten nehme ich am Mittwoch mit nach Blumenau. Zum Mittagessen und Abschied ging es zu meiner ehemaligen Gastfamilie, wo wir bis 18 Uhr blieben und lecker Torte zum Kaffee aßen. So war auch mein letztes Wochenende in Rio de Janeiro schnell herum. Komisches Gefühl, fühlt sich gar nicht so an, da ich noch 3 Wochen in Brasilien bin, doch in Rio war es wirklich mein letztes Wochenende.
Montag und Dienstag schaute ich noch einmal kurz auf Arbeit vorbei, schloss die letzten Kleinigkeiten und bereitete mich mental auf meine Abreise vor.
AHK RIO
Am Montagabend hieß es nach langer Zeit und zum letzten Mal auch noch einmal Sport am Strand, bevor es ans Koffer packen ging.
Mal sehen, was als nächstes kommt. Bin selbst am meisten gespannt. Die Messewoche war mit sicherlich das Highlight meiner Arbeitszeit hier und so konnte ich wenigstens miterleben, woraufhin wir min, 3 Monate gearbeitet haben. Ein voller Erfolg. Auf zum Nächsten!

Ferienzeit 2

Freitag, 10.09.2010

Nachdem es wider Erwarten doch wieder einmal ziemlich spat geworden ist beim Bierchen am Freitagabend –nämlich von 18 -23 Uhr, zerbrach ich mir schon den Kopf wie ich am Samstag aufstehe würde, da sich Freunde von mir aus Blumenau angemeldet hatten. Gut, dass sie statt der angepeilten 13 Stunden Autofahrt, rund 18 Stunden benötigten und somit genug Zeit war, am Samstag, den 04. September auszuschlafen und sogar noch die herrliche Samstagssonne am Strand zu geniessen, bevor für die nächsten Tage eher schlechtes Wetter angesagt war. Gegen 16 Uhr kamen Michael, Freundin und Familienanhang insgesamt 6 Personen im grossen Auto vorbei. Nach einem kurzen Mittag bei Bobs, was so ähnlich wie McDonalds ist und direkt neben unseren Eingang, begannen wir gleich mit dem Touristenprogramm und machten uns auf den Weg zum Christus. Loren erinnerte sich gut daran, dass man auch mit dem Auto den Corcovado hinauffahren kann und so gings los. Leider kann man nicht ganz mit dem Auto hochfahren, sondern muss ab einer bestimmten Statiton noch einen Van nehmen, der noch einmal den stolzen Preis von 25 R$ (=11EUR) hat. Aber immer noch besser als die Bahn, die stolze 45 R$ kostet!! Dafür aber auch bedeutend schöner ist. Wir kamen jedoch schon ziemlich spät an und es war schon dunkel, trotzdem eine lange Schlange auf uns wartete. So entschlossen wir uns, dass für Sonntag aufzuheben. Noch ein kurzer Stopp an einer Aussichtplattform mit wunderbarer Aussicht auf Rio

 

und fuhren zurück nach Copacabana, wo wir früh ins Bett fielen, da Michael und Nega ja nicht wirklich gut während der Fahrt von Freitagnacht zu Samstag schlafen konnten. So standen wir am Sonntag entspannt früh auf und versuchten nochmals unser Glück beim Christus. Trotz langer Schlange waren in 30 Minuten ganz oben. Doch der liebe Herr schien uns nicht ganz gut besonnen. Wie der Wetterbericht vorhergesagt hatte, waren am Morgen noch ein paar Sonnenstrahlen zu genießen, doch schon gegen Mittag war alles zu gezogen und dass so ziemlich genau, als wir bei Christus ankamen. So standen wir auf einem zwischen den Wolken und unsere kurzen Sachen waren eindeutig zu kurz und warm. So waren nur wenige tolle Bilder zu schießen. Dies ist noch eines der besten Bilder.

Christo Redentor

http://de.wikipedia.org/wiki/Cristo_Redentor 

Blauer Himmel, oder eine schöne Stadt waren heute nicht zu holen. Im Gegenteil von der Stadt war gar nichts zu sehen. Alles weiß, wir waren ja auch über den Wolken. Und sobald sich der Himmel etwas öffnete, kreischten alle wie kleine Mädchen, ob irgendein Popstar vor uns stand und die Kameras liefen in den wenigen Sekunden heiß.

Bei der Bergabfahrt fing es dann wie vorhergesagt, sogar noch leicht zu regnen an. Wenigstens waren wieder bedeutend tiefer und konnten so wenigstens eine, wenn auch diesige, Sicht auf Rio erhuschen.

 

Blick auf Botafogo mit dem Zuckerhut

Plus kleine Äffchen, denen die Kälte nicht allzu auszumachen schien.

So typisch, die ganze Arbeitswoche war schönes Wetter und jetzten hatten wir Besuch und brauchten schönes Wetter und es musste natürlich regnen, besser werden sollte es leider auch nicht...

So ging es vom Christus erst einmal ins warme Botafogo-Shopping zum Mittagessen. Von wo aus wir das nächste Ziel zumindest in Augenschein nehmen. Nämlich den Zuckerhut. Da ich weder auf dem Zuckerhut, noch bei Christus dieses Jahr war, kamen mir diese Programme auch ganz gelegen, wenn sicherlich nicht bei diesem Wetter.

Zuckerhut

Da der Himmel jedoch wirklich diesig war und Sonntag war und es am Sonntag immer den Hippie-Markt in Ipanema gibt, auf den ich total stehe, konnte ich alle von der "Notwendigkeit" überzeugen, den Markt zu besuchen. Am Strand konnten wir noch gut die Verwüstungen der stürmischen Nacht sehen, die den Sand auf Straße trieben, es überall in der Zeitung war und bei uns auf der anderen Straßenseite, sogar Fensterscheiben nachts zu Bruch gingen.

Ipanemastrand 

Gegen 17 Uhr wurde es dann schon wieder dunkel, sodass es nicht viel zu tun gab. Michael & Co. wollten jedoch gerne noch nach Barra de Tijuca fahren und so machten wir noch eine Touristentour mit dem Auto an São Conrado und dem Intercontinental-Hotel und dem Favela Rocinha per Auto vorbei. Danach gings mit Auto nach Hause und bei Pizza klang der Abend gemütlich aus.

Montag, den 06. September 2010

Während ich einen Brückentag bekommen habe ( 7. September ist Feiertag - Unabhängigkeitstag - in Brasilien ), musste Loren heute leider arbeiten, sodass wir unser Programm nur zu siebt, statt zu acht machten. Unser Weg führte uns als Erstes zum Zuckerhut.

 

Da jedoch der Himmel noch ziemlich Wolkenbehangen war, und wir das Geld auch nicht herausschmeißen wollten, entschieden wir für ein Alternativprogramm und fuhren nicht auf den Zuckerhut. Stattdessen ging es mit dem Auto über die Brücke Rio - Niteroi und als Anlauftstelle war natürlich...

Museum der Modernen Kunst, Niteroi

Ruben, Michael, Magrit, Sarah, ich, Nega

das Museum für Moderne Kunst in Niteroi von Oscar Niemeyer. Danach fuhren wir an der Küste...

...weiter, entlang Richtung Festung Santa Cruz.

Festung Santa Cruz

http://pt.wikipedia.org/wiki/Fortaleza_de_Santa_Cruz_da_Barra

Aus Zeitmangel mussten es die fetten Kanonen außen tun.

 

Die Tour musste leider ausfallen, da noch andere Dinge auf dem Programm standen. Nach einem kurzen Verständigungsproblem, wo wir denn Mittag essen sollten, landeten wir in einer Churrascaria.

Gestärkt ging es dann wieder zurück nach Rio de Janeiro, Ursprüngliches Ziel: Zuckerhut. Kurze Planänderung und wir landeten am :

Maracanã

 

Da jedoch die Frauen Ihre 4;3 Überzahl geschickt ausnutzten, gewann der Zuckerhut dann doch noch knapp für die verbleibende restliche Zeit miy Tageslicht.

Mit Auto schnell dort ankamen, gab es eine tolle Überraschung für mich, da Family Hosch, beschloss für mich die Fahrtkosten hinauf von 44 R$ zu übernehmen - nochmals besten Dank an dieser Stelle. Mit der "Bondinho" waren wir schnell auf der ersten Station und konnten einige tolle Bilder schießen, wenn auch wieder ohne blauen Himmel und ohne Sonne.

Morro da Urca mit Sicht auf den Zuckerhut

Und von ganz oben dann noch ein paar andere Wunderschöne:

Praia Vermelha

Dann wurde es bald dunkel und wir gewannen noch einen Blick auf Rio bei Nacht, welchen wir bei einem Bierchen genossen, bevor es mit der Gondelbahn wieder bergab ging und der Montagabend ausklang.

Rio bei Nacht

 

Dienstag mussten Michael & Family leider schon wieder sehr früh zurück nach Blumenau, da eine lange Fahrt bevorstand. Sogar so früh, dass ich es nicht einmal schaffte aufzustehen. Sorry Jungs! Aber wir sehen uns ja in rund 2 Woche wieder. Bis dahin alles Gute und danke für die schönen Tage!

 

Auch am Dienstag war das Wetter nicht unbedingt besser und so war mit dem freien Feiertag nicht viel anzufangen, außer etwas aufräumen, das Haus auszuputzen und etwas Spazieren. Die Tage Mittwoch bis Freitag verflogen dann auf Arbeit immer so schnell, da jetzt unsere 3-monatige Arbeit vor der Tür steht - die Rio Oil & Gas. Die größte Fachmesse auf diesem Gebiet in Lateinamerika, auf der ich nächste Woche arbeiten werde und dann wieder sicherlich viel zu berichten habe. Nun bin ich nach zahlreichen Nachtschichten erst einmal froh, euch über alles berichtet haben zu können und bin selbst auf die Zukunft gespannt.

Adeus amigos. 

Ferienzeit

Mittwoch, 08.09.2010

 Freitag, den 27. August 2010 – direkt von der Arbeit ging es los zu Flughafen Santos Dumont und von dort mit dem Bus zum Flughafen Galeão, von wo aus unser Flug um 20.40 Uhr Richtung Manaus ging. Doch die Sorgen fingen früh an, da ich ziemlich lange im Stau steckte und so schon sicher war, dass Loren den Flug verpassen würde, da sie im Verkehr hinter mir war, sie aber dann einen anderen Weg nahm und fast zeitgleich mit mir ankam. Unser Flug ging auch sehr pünktlich und so kamen wir gegen Mitternacht nach 4:20h Flug in Manaus an. Manaus.

"Manaus ist die Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Amazonas. Sie liegt am Rio Negro, elf Kilometer entfernt von dessen Mündung in den Amazonas. In der Zeit zwischen 1870 und 1910 wurde die Stadt durch den Kautschukboom bekannt, da die Region lange Zeit der einzige Lieferant von Kautschuk war. Heute kennt man Manaus nicht wegen des Kautschuks, sondern eher wegen des Theaters Teatro Amazonas sowie als touristischen Ausgangspunkt für Ausflüge in den sehr artenreichen, die Stadt umgebenden Urwald."

Mehr unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Manaus

Die Gastgeberin von unserem Hostel holte uns vom Flughafen ab. Dies hatte ich mit ihr so ausgemacht. Schnell merkten wir, dass es hier wirklich heiss ist und auch um Mitternacht noch 28 Grad herrschten. Während der Fahrt waren Malaria und Dengue ein nettes Thema. Doch die Leuten scheinen e shier lockerer zu nehmen. So soll Malaria “kaltes Fieber” geben, was bei der Hitze ganz nett sei und sowieso jeder schon dreimal Malaria hatte und nicht daran starb…also alles nicht so eng, sondern sogar von Vorteil.

Im Hostel angekommen merkten wir am Gelände und am Zimmer schnell, dass es lange nicht so schön ist, wie auf der Seite:

http://www.hostelamazonas.com.br/

auch der Pool war etwas verdreckt und lud nicht gerade zum Baden ein.

Vieles im Umbau und wir als einzige Gäste unterstrichen dies. Am nächsten Morgen merkten wir, dass wir auch recht weg vom Zentrum lagen, so aber im Bus ins Zentrum schnell mit den sehr netten  und indianisch aussehenden Leuten ins Gespräch kamen. Für Samstag hatten wir uns entschlossen die Stadt etwas zu erkunden, da am Sonntag ja alles geschlossen wäre. So fuhren wir mit dem Bus in die Innenstadt und fanden uns gleich einmal vor einer Kirche wieder mit anderen Deutschen…danach ging es nur noch im Schatten weiter, da die Temperaturen in der Sonne 47 Grad erreichte. So ging es ins landesweit bekannteTheater, dass auch wirklich herrlich war und wir sogar in den Genuss einer Übung kamen.

Theater 

 

Vom Theater aus ging es dann über herrliche Plätze und an schönen Springbrunnen vorbei...

Einheitsplatz

...in eine Agentur mit der wir eine "Buschtour" buchten. Am nächsten Tag sollte es ins Regenwaldgebiet gehen. Da alles super klang, wurde schnell gebucht und alles klargemacht. Auch der weitere Reiseverlauf wurde schnell geplant und da schon einmal im Zentru, buchten wir in einem Hostel schon einmal unsere Übernachtung von Montag zu Dienstag. Wie sich später herausstellte auch völlig richtig, da das Hostel brechend voll war. 

Für den Sonntag ging es jedoch erst einmal weiter in die Freihandelshafenzone von Manaus - der einzigen in Brasilien. Jedoch lange nicht so gut wie es sich verspricht. Im Gegenteil vieles ist überteuert und nicht besonders neu. Uns wurde sogar gesagt, dass viele Sachen billig in São Paulo geschaffen werden und dann nach Manaus gebracht werden...

Auch der Bananen- und der Obstmarkt überzeugten nicht wirklich und wirkten eher dreckig. So hat die Stadt wirklich allzu viel bieten, außer eine Wärme, die Loren schwindelig werden ließ. Jedoch trafen 2 nette Männer mit denen ich erst einmal ein paar Bierchen trinken musste...

Wassermelonenmarkt

Auch die schlechte Infrastruktur machte uns auf der Rücktour zu schaffen, da niemand weiß, wo man einen Bus nimmt, bzw. wo unser Stadttteil liegt.

Zurück in unserem abgelegenen Hostel wurde die erstmals dringende Dusche genommen, unsere sieben Sachen gepackt und sich für unseren Jungeltrip für Montag eingestimmt. Früh um 7.30 Uhr wurden wir dann abgeholt. Mit einer amerikanischen lustigen und unterhaltsamen Reisetruppe ging es dann erst einmal mit dem Van los. Schnell kamen wir am Hafen an, von wo aus es über einen Fluss ging.

Anlegestation Manaus

Anlegestelle von weitem vom Boot  

Genauer gesagt über 2. Nämlich den "Rio Negro" und den "Solimões", von wo aus der berüchtigte Amazonasfluss entsteht. Klingt nicht besonders spannend, war es aber. So heißt der Rio Negro nicht nur, "Dunkeler Fluss", sondern ist es auch. Sein Wasser ist nicht dreckig, es ist einfach dunkel. Eine Substanz, die sich im Wasser löst, lässt es das Wasser schwarz sein, man kann es aber gut trinken. So fließen die beiden Flüsse mehrere Kilometer neben einander her, ohne sich zu vermischen und so wie eine Grenze wirken - wirklich interessant zu sehen - unvorstellbar, dass sich das Wasser einfach nicht vermischt. Es verläuft wie eine Grenze...

Encontros das aguas

Auf der anderen Seite angekommen waren wir wirklich schon einmal in einer anderen Welt. Holzhäuser, die wegen Regensaison, höher gebaut waren, zeigten uns schon, wohin es gehen sollte... 

Nach rund 120 km mit einem noch älteren Van kamen wir dann in einer ziemlich entlegenen Gegend an, wo wir die Amerikaner hinter uns ließen und die sich zu einem anderen Camp mit Boot aufmachten, während wir mit Van unseren Weg weiterfuhren.

 

Dabei waren die Straßen so heißen, dass sie glühten und es so wirkte, als es vor uns regnete, man dort aber nie ankam - wie eine Vatermorgana, oder wie man das schreibt. So ging es in Landschaftten hinein, wo es auch aber auch gar nichts gab...nicht einmal Straßen, wofür auch im Busch.

Gut, dass unser Auto nicht kaputt ging. So fuhren wir immer weiter in die Landschaft hinein und bekamen einiges tolles zu sehen...

Bootstour in den Regenwald

Irgendwann kam auch für uns der Zeitpunkt, wo es mit Auto nicht mehr weiterging, sondern nur noch mit Boot. Die Anlegestation, samt Toilette,

erfüllten nicht unbedingt die gewöhnten Ansprüchen, brachte uns aber einen ersten Eindruck, was uns erwartete. Sonnencreme und Mückenspray sollten meine besten Wegbegleiter werden. Schnell wurde uns aber auch klar, dass wir in einem Paradies waren. So war die Strecke, die wir mit dem Speedboot hinter uns legten schon ein tolles Erlebnis. So bekamen wir ziemlich schnell Delphine und Wale zu sehen, aber auch wunderschöne bunte Vögel und anderes Leben...wie Krokodile und Mückenzeug, dazu brannte uns die Sonne auf den Kopf. Ist das ein Paradies oder was?

 

In unserem Urwaldcamp angekommen:

Jungelhotel

bekamen wir unsere Holzhütte zu geteilt und wir hatten wirklich Glück. Eigentlich hatten wir eine Gemeinschaftshütte ( 150 Reais / Tag = 70 E) mit anderen und Hängematte für die Nacht gebucht, da jedoch kaum Leute da waren, bekamen wir unser eigenes Haus mit Bettchen (Wert 200 R / Tag = 90EUR ).

 

Kurz nach 12 Uhr am Sonntag kamen wir dort an und alsbald gab es auch schon Mittagessen. Frisch gefangenen Fisch, echt Natur eben.

Nach kurzem Ausruhen ging es wieder aufs Wasser und es galt sich zu beweisen. Piranhas angeln stand an. Da ich ziemlich schnell an einen an der Strippe hatte, dachte ich schon, dass es nicht so schwer sein würde. Doch da täuschte ich mich. Meistens war das Fleisch schneller von der Angeln, als ich die Biester herausziehen konnte. Unser Guide war da schon besser und so stand es am Ende wohl ca. 11:1:1 für ihn gegen Loren und mich. Einmal hatte ich noch so ein riesen Ding an der Angel, dass ich ihn gar nicht heraus bekam. Echt Ding gewesen. Freute mich schon. Zur großen Erheiterung war es jedoch nur eine Bodenpflanze , an der ich meinen Haken verlor...

Prinhas angeln

Ham 

Obwohl wir die meisten Piranhas wieder ins Wassr schmissen, da noch Babyprinhas, hatten diese schon richtig Zähne und machten ein gefährliches Klappern, dass unser Guide diese gut festhalten mussten, da diese richtig schnell bissen und auch eine Plastiktüte kein Problem war, wo wir unsere 2 größten Fänge als Trophäe mitnahmen und es sie am Abend gegrillt gab.

Piranha gegrillt

Wirklich herrlich leckeres Fleisch, aber für mich zu viele Gräten. Auf der Rücktour ging es noch beim Bootsherrn zu Hausbesuch. Er zeigte uns wirklich viel und erklärte uns, dass er sein eigenes "Buschhotel" aufmachen möchte. Seine 13 (!!) zeigten uns sein neutes errichtete Haus...

typisches Haus

Überall Landschaft pur und Wasser, Wasser, Wasser...

während sie uns erklärte alle 20 m ein weiteres für jedes Kind errichten zu wollen. Halt doch ein ganz anderes Leben. So viel Platz....Delphine die vor dem Haus entlang schwimmen und Holzarten, die noch Zimt riechen...

Nach dem Abendbrot sollte es Krokodile fangen gehen. Während am Tage kaum Mücken zu beklagen waren, war es nach 18 Uhr und Einbruch der Dunkelheit jedoch kaum noch zu ertragen. Auch lange Sachen und Antimückenspray halfen da nicht mehr. So reichte uns die Tour schon an unserem Ufer. Normalerweise fahren sie mit dem Boot noch heraus. Da das Boot jedoch gerade einmal 30 cm über die Wasserfläche reichte und ich schon beim Angeln (vom Boot aus!!) ständig Angst haben mussten, dass wir ins Piranha-Krokodil-Wasser fallen, und ich zwecks Mücken verscheuchen-Schlagen, reichte mir unser Ufer schon, wo unser Guide schon bald einige Alligatoren im Griff hatte. Barrr...toll, dass am Nachmittag noch gesagt hatten, dass hier keine Krokodile hinkommen und wir beruhigt baden können...da war mich doch leicht anders...aber naja, recht hatten sie. Am Nachmittag waren keine Krokodilen da, dafür jetzt am Abend aber umso mehr...hoffentlich kommen Sie am Abend nicht ins Zimmer. Von 18 - 22 Uhr hatten wir dann mittels eines Dieselgenerators auch Licht und so wurde noch etwas erzählt und die Mückennetze getest. Nach dem wahrscheinlich 6. Bad an diesem Tage war unser 1. Tag iund vorletzter im Urwald, in ganzen Stücken, überlebt.

Am Montag, den 30.08.2010 hieß es früh aufstehen, um möglichst früh noch genießen zu können. So lautete das Programm wirklich Jungeltour. Mittenhinein zu Fuß. Und es zeigte sich wieder einmal mehr, dass tagsüber kaum Mücken zu beobachten sind, währenddessen nachts...

Schnell verloren im Urwald folgten wir unseren persönlichen Reiseführer, da uns einiges beibrachten. Welche Vogelspinnen in welchen Höhlen wohnen und wieviel Stunden man stirbt...

giftige Spinne

Verschiedene Ameisen es gibt und man wieviele Stunden man nach deren Biss noch hat. Ein paar Schlangen, die an uns vorbei huschten und Affen, die jedoch für Fotos eindeutig zu schnell waren. Doch auch, für uns sehr ungewöhnliche Kastanien, die eher wie Kastanien aussehen.

Kastanie

und ein paar sehr proteinreiche Würmer standen auf dem Programm.

Hm, wie lecker...Proteine pur

Übrigens war das Vieh nicht halb so lecker, wie unser Reiseleiter vorher meinte. Das meine ich durchaus ernst!! Besonders wenn das Vieh im Mund aufspritzt, ist es schon mehr als gewöhnungsbedüftig.

Nach 2 schwülen Stunden im Urwald war ich total verloren und froh nicht alleine zu sein  und die Geschichte vorm Vortag erlebt haben zu müssen, wo ein Jaguar der Gruppe mehr als nur sah ankam. Auch die Schlangen, Spinnen und all die anderen Tierchen ließen uns halbwegs in Ruhe und so waren wir pünkltich zum Mittag, nach dem 2. Bad des Tages, wieder am Tisch. Trotz Mückennetzen juggten uns einige Stellen sehr, aber das wurde eindeutig entschädigt. So besuchte uns noch ein herrlich bunter und wohl auch nicht ganz ungiftiger Frosch im Badezimmer, ein paar Salamander und an unserem Fenster hing eine kleine Flendermaus....

Fledermaus

Nach einem letztem Baden im Fluss, wo es ja angeblich keine Krokodile gibt, hieß es nach 24 Stunden aufregenden leider Abschied nehmen. Noch ein kurzes Wort zu Dolphinen, die eigentlich "Golphine" heißen. Hier im Amazonasgebiet jedoch "botos". Von wegen liebliche nette Tierchen. Wenn man sie so sieht, ja. Aber bitte aus sicherer Distanz. Sobald diese Blut riechen, greifen diese hier wohl nämlich auch an...so wie Piranhas.

Nach 14 Uhr ging es dann mit dem Boot nach Manaus wieder zurück. Nach einigen Van- und Bootstouren kamen wir dann wieder am Ausgangspunkt "Encontros dos Rios" an. Das "Treffen der Flüsse".

Abreise aus der schon wieder kultivierten Welt

Schade, alles war wirklich herrlich durchorganisiert und ein unvergesslich Erlebnis. Vom Hafen ging es mit dem (schon vom Veranstalter bezahlten) Taxi zurück ins vorab reservierte Hotel. Dort kamen wir genau richtig an, da gerade unser Zimmer an die Leute vor uns vergeben werden sollte, so dies jedoch gerade noch für uns reklamieren konnten.

Dieses Hostel war schon eine andere Nummer und um einiges besser. Die Klimaanlage wieder schnell unser bester Freund, auch wenn diese es nicht schaffte, die Raumtemperatur bedeutend zu kühlen. Ein Sternenfrucht (Carambola-)Baum...

Carambola-Baum

vor unserem Zimmer gehörte dann wirklich noch zu den Highlight. Nach einem weiteren Bad genossen wir den Montagabend im Zentrum und schlenderten etwas herum und kauften einige kleinere Sachen, sowie machten Bekanntschaften mit den einheimischen Essen. Einem Suppeneintopf mit einer Pflanze darin, die die Zunge etwas betäubt, dazu Camarão. Absolut lecker und witzig.

Suppe auf Brasilianisch mit Gift-Effekt 

Dienstag, den 31. August. 

Nach einem stärkenden Frühstück wollten wir eigentlich mit dem Bus noch einmal etwas aus der Stadt herausfahren, doch auch stoppten uns wieder einmal das schlechte Transportsystem, da keiner der beiden im Reiseführer angegeben Busse kam. Die Touristeninformation erklärte uns später, dass eine Linie eingestellt ist...gut nur, dass diese noch am Hauptbahnhof(!!) ausgeschildert ist...

So aßen wir viel Eis und besuchten noch einige antike Gebäude, u.a. das eines Deutschen...

Ironischerweise war genau auf der anderen Straßenseite ein Biergarten...

Die letzten Sonnenstrahlen für uns in Manaus bei 47 Grad genießend, nahmen wir noch alles mit, was noch zu machen war, bevor es nach einem letzten Bad und 5 Minuten später schon wieder völlig durchgeschwitzt um 14 Uhr zum Flughafen ging.

Unglaublich eigentlich auch, dass unser Hin-, sowie Rückflug pünktlich waren. Und dass obwohl unser Rückflug mit Umsteigen in Brasilia war und ich somit sogar noch ein zweites Mal in der Haupstadt war, wenn auch nur auf dem Flughafen. Von dort aus ging es in einem völlig leeren Flugzeug mit maximal 20 Personen nach Rio de Janeiro weiter. Nachdem wir dort unsere Uhr wieder eine Stunde vorgestellt hatten, waren wir pünktlich um 0.30 Uhr am Mittwoch, den 1. September wieder in Rio de Janeiro zurück...bevor es schon um 8 Uhr wieder aufstehen hieß und eine herrliche Reise bei 27 Grad in Rio de Janeiro einen angenehm warmen Abschluss fand und die Reise mit nur noch 3 Arbeitstagen schnell herum war.

Doch die Woche ging nicht langweilig herum und es gab noch einige Highlight. So ging es schon am Mittwochabend weiter. Das vorletzte Spiel im Maracanastadion stand an. Und ein Freund hatte Karten bekommen, sodass ich dort mitgehen konnte. Doch nicht irgendwelche Karten, sondern VIP-Logen-Karten. So gings rechtzeitig mit der U-Bahn los und unsere Loge war dann auch schnell gefunden, trotz nur alkoholfreiem Bier war es ein weiterer unvergesslicher Abend. Das Buffet, und vielmehr die Sicht auf das Spiel absolut der Hammer...

Maracanã

(unten kann man schon sehen, dass im Unterring die Sitze schon entfernt wurden).

Dazu war unsere Logo noch genau über dem Blog von den Fluminense-Anhängern, sodass diese eine herrliche Stimmung hatte und auch leicht bebte. Ein geiles Erlebniss. Blöd nur, dass Fluminsen in der 94. Minuten noch den 1:1 Ausgleich kassierte und damit wohl die Tabellenführung los ist...bzw. hier noch vorne, da ein Spiel weniger als Corinthias aus São Paulo mit Ronaldo.

http://globoesporte.globo.com/futebol/brasileirao-serie-a/classificacao.html

Am Donnerstagabend kam die liebe Steffi dann noch bis Mitternacht vorbei, die seit dem 1. September nicht mehr in der Kammer arbeitet und wir uns somit nach meiner Rückkehr aus Manaus nicht mehr sahen. Nur einen Tag, an dem jedoch viel passierte und es somit bis Mitternacht viel zu erzählen gab.

Auch am Freitag war es spät nach Mitternacht. Doch vorher galt es zu arbeiten. Wir hatten den Landesminister von Rio de Janeiro zu Gast und so musste einiges organisiert werden.

http://video.globo.com/Videos/Player/Noticias/0,,GIM1330190-7823-SERGIO+CABRAL+FALA+SOBRE+SEUS+PLANOS+DE+SEGURANCA+PARA+MUNICIPIOS+DO+RIO,00.html

AHK Rio de Janeiro 

Später galt es dannmeinen, sowie Steffis und den Abschied von 2 weiteren Mädels aus der Kammer zu feiern, sodass in einer Bar spät wurde...

Doch schon am Samstag ging es weiter...dazu aber spät mehr im nächsten Blog...bis dahin.

 

Neue Woche, neue Arbeit

Dienstag, 24.08.2010
Mit herrlichem Sonnenschein begann auch die neue Woche und so ging die Arbeit wie fast von alleine. Die Mittagspause nutzte ich für eine kleine Pause auf unserer Sonnenterrase und nach der Arbeit ging es in die Uni. Loren wird jetzt einen CBA machen. Das geht in die Richtung von einem MBA, ist allerdings für Leute, die weniger Erfahrungen haben, bzw. nicht die allerhöchsten Ansprüche haben. Dauert dazu nur ein Jahr, statt 2 Jahren beim MBA. So war am Abend die Eröffnungsfeier und wir waren bei leckeren Häppchen zu einer Podiumsdiskussion in die Uni eingeladen. So verging der Tage wie im Fluge und versanken schnell müde im Bett.
 
Dienstag, den 24.08.2010 war nun der wärmste Tag seit langer Zeit und die Zeichen stehen auf Besserung. So kann das Wochenende wirklich bald kommen. Geweckt von Sonnenstrahlen, raffte ich mich heute richtig früh auf und ging schon um 8 Uhr zum Sport und "genoss" die Morgensonnenstrahlen, bevor ich pünktlich um 9 Uhr wieder im Büro war. Einfach herrliches Wetter. Wo ist das Wochenende?
 
Wetter für Rio de Janeiro - RJ
 
 29°C
Atual: Sol
Vento: S a 16 km/h
Umidade: 58%
ter
Ensolarado na maioria
30°C | 19°C
qua
Ensolarado na maioria
30°C | 19°C
qui
Ensolarado na maioria
27°C | 19°C
sex
Sol
31°C | 20°C
 
 
 
 
 
 
 

und jetzt Manaus, der Hauptstadt vom Amazonasgebiet, wo ich von Freitag bis Dienstag sein werde. Schaut mal diese Aussichten:
 
 
Wetter für Manaus - AM
 
37°C
Atual: Parcialmente nublado
Vento: SE a 6 km/h
Umidade: 55%
ter
Sol
37°C | 23°C
qua
Ensolarado na maioria
37°C | 24°C
qui
Ensolarado na maioria
39°C | 23°C
sex
Ensolarado na maioria
37°C | 24°C
 
 
 
 
sáb
Ensolarado na maioria
38°C | 22°C
dom
Ensolarado na maioria
38°C | 23°C
 
 
 
 
 
 
 
 
Das sieht heiß aus...
 
 
Der Mittwoch brachte dann Unglück im Büro, da sich von jemanden aus der Familie mit Depressionen aus dem Fenster geworfen hatte. So verlief der Tag etwas gedrückter, aber trotzdem schnell mit viel Sport bei herrlich warmen Wetter abends am Strand.
 
Am Donnerstag soll es zum Vorwochenende ins Theater gehen und dann sicherlich auch schon ans Koffer packen.
 
Bis zum nächsten Mal mit meinen Erlebnissen aus Manaus!
 
 

Etwas Neues machen...

Sonntag, 22.08.2010

Freitag, den 20. August 2010

Martin ist heute nicht im Büro und so mache ich auch halb seine Aufgaben mit, muss aber auch einiges liegen lassen, da es ohne ihn auch nicht gut. Die Aussichten sind gut. Das Wochenende steht vor der Tür und auch das Wetter soll endlich wieder besser werden, was man am Anstieg der Temperaturen in den letzten Tagen schon leicht merken konnte.

Nach Arbeitsende und zum Wochenausklang ging es nach der Arbeit zu einem zwölfjährigen Geburtstag von einer ONG, CIEDS, die mit AFS zusammen arbeitet. So ging es von der Kammer aus mit Taxi durch den Feierabendverkeh, hin zu freiem Essen und Trinken. Obwohl es eigentlich ganz nett war, war es doch ziemlich langweilig, da ich niemanden ausser Loren und den Chef von AFS kannte. Trotzdem gab es allerlei Leckereien...

Süsses

Der Samstag brachte mir, wie angekündigt leicht besseres Wetter. So war es zwar in der Sonne sehr angenehm, sonst im Schatten aber doch noch recht kühl. Nach Durchsicht meines Reiseführers Brasilien, Teil Rio de Janeiro, entschloss ich mich zu einer kleinen Stadtrundfahrt. Zu erst fuhr ich mit Loren in den Aterro de Flamengo. Dieser liegt sehr nah am Flughafen von Santos Dumont gelegen und ist ein "grosses Land" mit Parks (und grossen merkwürdigen Bäumen),

Strand, Fussballfeldern u.v.m. Die wärmenden Sonnenscheinen geniessend, tummelten wir dann am Strand entlang, an dem man allerdings nicht baden kann, da das Wetter sehr dreckig ist.

Flamengo-Strand mit Blick auf den Zuckerhut

Eigentliches Ziel jedoch war jedoch eine Kirche im nahegelegenen Stadtteil Gloria. Diese hatte ich schon öfter vom Bus aus gesehen und wollte schon immer dorthin fahren. Heute war also der Tag dafür - ohne grössere Ziele und leichtem Sonnenschein, perfekt.Dabei kamen wir noch an solch schönen Staturen wie der von São Sebastião vorbei. Wer ist São Sebastião? Lest am Besten selber:

http://de.wikipedia.org/wiki/Sebastian_%28Heiliger%29

São Sebastião

Nach einem Ökomarkt und einigen Treppen waren wir endlich hoch oben auf dem Berg  (outeiro da Glória) und an der angekommen. In der kleinen Kirche Nossa Senhora de Gloria werden heutzutage gerne Hochzeiten gefeiert. Sie hat einen schönen Kuppelturm, und im Inneren beeindruckende Azulejos aus dem 17. Jahrhundert, welche biblische Szenen zeigen. Und wir wurden wirklich nicht enttäuscht. Die Kirche sah von Nahem genauso gut aus, wie von Weitem.

 Igreja de Nossa Senhora da Glória do Outeiro

Auch sonst konnten wir uns nicht beschweren, dass kein Glück hatten. Im Reiseführer geschrieben, dass sie um 14 Uhr schliesst, kamen wir um 13.15 Uhr an, um gerade so noch, das Ende einer Messe auf Latein(!!!) erleben zu können, bevor sie direkt danach im Anschluss um 13.30 Uhr schloss. Darüberhinaus die Messe auf Latein nur am jeden 3. Samstag im Monat ist. Wenn das kein Glück ist...

Und auch von innen war die Kirche ganz nett....

...wenn auch ich die Aussicht aussen auf die Stadt noch prinkelnder fand....

Nach einem kurzen Spaziergang durch Gloria, in dem ich mich wie in einer anderen Stadt fühlte - ganz ab von dem Glämmer der Südzone der Stadt (Zona Sul), wo u.a....u.a. Botafogo, Copacabana, Ipanema und Leblon liegen - hat Gloria noch seinen Scharm aus früheren Zeiten. Wieder in der Gegenwart zurück, fuhren wir mit dem Bus Richtung Stadtteil Lapa, der sich im Zentrums Rio de Janeiros befindet. Ziel ist einer der grössten Kathedralen der Welt. Die "Catedral Metropolitana" bietet Platz für 20.000 Menschen.

http://en.wikipedia.org/wiki/Rio_de_Janeiro_Cathedral

Catedral Metropolitana do Rio de Janeiro

Beim Besuch stellte ich fest, dass diese sich nur ca. 5 Minuten von meiner Arbeit entfernt findet und ich somit etwas ärgerte, da ich dies dann auch in der Woche einmal hätte machen können. Naja, wenigstens mussten wir keinen Eintritt bezahlen:-)

Nach einem kurzen Strassenimbiss wollten wir eigentlich von Lapa 

http://de.wikipedia.org/wiki/Lapa_%28Rio_de_Janeiro%29

mit der antiken Strassenbahn nach Santa Teresa fahren.Offensichtlich hatten aber noch viele andere Leute diesen Plan (Fahrtentgelt: 0,60 R$ = 25 Cent) und so zwang uns die lange Schlange, doch den Weg lieber mit Bus nach Santa Teresa zu fahren und die Strassenbahn - auf die man auf- und abspringt wie man lustig ist - nur aus dem Bus zu fotografieren...:-(

In Santa Teresa (http://de.wikipedia.org/wiki/Santa_Teresa_%28Rio_de_Janeiro%29) angekommen, gab es so gleich viel zu sehen und zu tun. Zum einem, so tolle und verrückte Sachen wie bunte Läden und Häuser oder auch aber so etwas:

wofür Santa Teresa bekannt ist. Und zum anderen, sicherlich auch für seine unglaublich tolle und atemberaubende Aussicht auf Rio de Janeiro. Abhängig von der Seite, auf die Nordzone (Zone Norte) der Stadt

Favela

oder auf die Südzone (Zona Sul), hier Botafogo.

Botafogo und Zuckerhut

Interessant auch, Mama hatte mir gerade diese Woche einen Artikel über ein Hostel namens "Favelinha" (http://www.favelinha.com/de/index.php) geschickt, das sich eben genau in einem dortigen Favela befinden soll. Dieses Favela soll, laut Homepage, sehr sicher sein und so machten wir uns auf den Weg und bekamen diese spektakulären Bilder (einfach mal drauf klicken, leider kommt die Landschaft und die Farbe nicht halb so gut im Original herüber).

Das Hostel ist alles andere als toll und zumindest der Punkt "mit einem anderen Gefühl und Sichtpunkt auf Favelas würde ich nicht bestreiten. Sicher und besonders wohl fühlte ich mich hier jedoch nicht und bevorzuge Copacabana und Ipanema, sodass wir recht schnell wieder in etwas angenehmere Gefilde begaben und uns mit 2 Austauschschülern von AFS trafen, einem Mädchen aus Mainz und einem Jungen aus Tschechien.Zusammen mit ihnen versuchten wir dann Geld zu tauschen, da sie gerade gestern erst ankamen. Doch weder im Stadtzentrum, was am Wochenende total ausgestorben ist, während es in der Woche voller Menschen ist, hatten wir Glück, noch am nationalen Flughafen von Santos Dumont. So brachten wir die beiden gegen 19 Uhr wieder nach Santa Teresa zurück und ein schöner Tag, neigte sich dem Ende entgegen. Vor ihrem Hostel, nicht dem Favelinha-Hostel, aber auch nur rund 5 min zu Fuss davon entfernt und inzwischen bei völliger Dunkelheit und nächtlicher Frische, hiess es Ciao zu sagen und die beiden in ihren Community Service Programme zu verabschieden, bevor wir uns bergab machten und ein letztes Mal die herrliche Aussicht genossen.

nächtliche Aussicht

Wie vielleicht gelesen, befinden sich in Santa Teresa viele Deutsche und daher auch deutsche Restaurants. So stärkten wir uns, bevor es nach Hause ging, im Mike´s Haus bei Spätzle. Auch Erdinger Weissbier und Warsteiner waren im Angebot, waren mir dann für 10 Euro doch etwas zu viel und daher nur einer Cola.

Nach einem schönen sonnigen und erlebnisreichen Tag in Rio de Janeiro wünsche ich gute Nacht und bis bald.

EILMELDUNG:

"Schwerbewaffnete nehmen Geiseln in Luxushotel"

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,713079,00.html

Und was geht mich das an??

Noch 2006 war hier die 50-Feier von AFS und ich mittendrin...

Nur eine Sache, ich würde nicht in São Conrado in ein Hotel gehen und diesen Stadtteil jetzt auch nicht unbedingt als Nobelviertel bezeichnen, gerade weil es so nah verwundlich an Rocinha liegt...

 

Auch der Sonntag brachte uns einen schönen sonnigen Tag, den wir ausgiebig zum Spazierengehen nutzen und am Copacabanastrand entlang schlenderten.

Copacabana

Und auch Christus war mir heilig, wie es sich für einen Sonntag gehört:

Ich und Christus Redentor

 

Noch provisorisch

Freitag, 13.08.2010

Und auch darauf hatte ich etwas gewartet muss ich sagen:

http://www.portal.gmx.net/de/themen/nachrichten/panorama/10981124.html

Wollte ich immer schon mal sehen...hehehe

Und auch hier gehts nicht voran:

http://www.tagesschau.de/ausland/wminbrasilien100.html

Trotz solch toller Nachrichten:

 

Deutschland erwartet Milliardenaufträge in Brasilien

01.09.2009

Allein für Projekte im Rahmen der Fußball-WM 2014 wird Brasilien in den kommenden Jahren über 40 Milliarden US-Dollar investieren.

(BDI) - "Allein für Projekte, die in direktem Zusammenhang mit der Fußball-WM 2014 stehen, wird Brasilien in den kommenden Jahren über 40 Milliarden US-Dollar investieren. Hinzu kommt der Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Rio de Janeiro nach São Paulo mit geschätzten Investitionen von 14 Milliarden US-Dollar." Das sagte BDI-Präsident Keitel zur Eröffnung der 27. Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftstage, die vom 30. August bis 1. September in Vitoria / Espirito Santo, Brasilien stattfanden.

"An allen Austragungsorten sind noch umfangreiche Großinvestitionen notwendig, vor allem Stadienbau, Flughafenausbau, Hotels, Logistik, Sicherheit. Hier bieten sich Chancen für deutsche Ingenieur- und Architekturbüros, Zulieferer und Berater. Sie können ihr Know-how von der Fußball-WM 2006 in Deutschland, in Brasilien einsetzen", so Keitel weiter. In vielen dieser Bereiche sind deutsche Anbieter Marktführer. "Brasilien fragt gezielt nach der innovativen und nachhaltigen Technologie Made in Germany."

 

Brasilien: Einblick auf die größte Baustelle der Welt

Germany Trade & Invest informiert über alle Investitionsprojekte bis 2030

18.09.2009

Das Geschäftspotenzial für deutsche Unternehmen in Brasilien war nie besser als jetzt: Das Amazonasland wird bis 2030 die größte Baustelle der Welt sein und 2,8 Billionen Euro in 857 Infrastrukturprojekte investieren. Germany Trade & Invest hat alle geplanten Vorhaben recherchiert und in der Sonderpublikation „Roadmap Brasilien“ zusammengetragen. Die 192 Seiten lange Broschüre ist in Kooperation mit der Deutsch-Brasilianischen Industrie- und Handelskammer und mit Unterstützung der Allianz und Roland Berger Strategy Consultants erschienen.

Um den Sprung in die Spitzengruppe der Industriestaaten zu schaffen, wird Brasilien in den kommenden 20 Jahren 8,6% seines prognostizierten Bruttoinlandsprodukts in die drei Bereiche Logistik, Energie und Soziales investieren. Dabei entfallen auf den Energiesektor und die Bauwirtschaft 85% der Gesamtinvestitionen. Im Einzelnen geht es um Straßen, Schienen, U-Bahnen, Flughäfen, Wasserwege, Häfen, Werften, Stromübertragung, Wärme- und Atomkraftwerke, Öl und Gas, Biotreibstoffe, Wasserkraftwerke, Windenergie, Wohnungsbau, Wasserwirtschaft, Sicherheit und die Weltmeisterschaft 2014.

 

Was gibt es sonst noch Neues von diesem Wochenende? Ausser einer Sonderschicht Arbeit am Samstag von 10 -14 Uhr nicht allzu viel, da das Wetter so Freitag einfach nur kalt (17 Grad) und schlecht ist und ich passend dazu auch krank bin. So kann ich wenigstens etwas an meiner Hausarbeit und an meinem Lebenslauf arbeiten...

Doch schon Sonntag ging es mir wieder etwas besser, sodass wir abends sogar noch ins Theater gehen konnten. Auch wieder eine sehr amüsante Komödie zum Lachen. Montag ging es mir dann eigentlich besser und eigentlich wollte ich sogar wieder zum Sport gehen. Doch die kalten Temperaturen von bis zu 15 Grad ließen mich davon abkommen. Ferner müssen wir diese Woche alle immer schon um 8 Uhr kommen, zwecks Audit und ISO. Was für ein Spaß...

Mittwoch will Romulo vorbeikommen und Donnerstag muss ich zum Zahnarzt, Freitagabend ist eine Party und Samstag um 9 Uhr wieder arbeiten...was für eine tolle Woche.

Nach dem ich Dienstagabend eigentlich schon koordiniertes Training am Strand machen, es jedoch nich stattfand und ich stattdessen Laufen ging, konnte ich dies am Mittwoch nachholen. Bei ziemlich starken Wind, hätte ich mir aber zumindest aber eineJacke mitnehmen sollen. So machte ich aber zum ersten seit dem 22.08. erstmals wieder richtig Sport. Später sollte dann eigentlich Romulo, mein ehemaliger MItbewohner, vorbeikommen. Er sagte jedoch kurzfristig ab und so hiess es heute mal zur Abwechselung früher schlafen gehen.Der Donnersta brachte ein gemeinsames Mittagessen mit Vinicius und Mariana. Leider wählten sie ein ziemlich teueres Restaurant aus. Gut nur, dass dann Vini unbedingt für mich bezahlen wollte, da ich ihn einige Sachen aus Deutschland mitbrachte…kein Widerspruch…Der Abend brachte mir dann trotz des Dortmunder Sieges einige Schmerzen – beim Zahnarzt. EIne Blombe war gebrochen und machte Ersatz notwendig. Am Meisten schmerzte allerdings die Rechnung. Ich war musste erst einmal noch zur Bank gehen. 550 R$ = 220 Euro für eine Füllung, übertrafen dann doch alle meine Erwartungen und lassen mich auf meine Auslandskrankenversicherung hoffen…

Ich brauch´ wirklich Wochenende. Ohne hoffentlich Samstag arbeiten, obwohl wir eigentlich müssten...

Schöne Tage

Dienstag, 03.08.2010
Die Tage nach meiner Rückkehr verflogen dann recht schnell. Insbesondere weil Steffi und Ricardo aus ihrer Wohnung heraus mussten uns bis Freitag eine Bleiben suchten und diese Woche, wo ich in Deutschland war schon bei uns blieb. So vergingen die Tage bis zum Wochenende recht schnell. Freitag,nach der Arbeit eigentlich schon müde, entschlossen wir uns auf meine Initiative doch noch etwas auszugehen. Denn Freitagabend um 21.30 Uhr im Bett zu legen, ging nun wirklich nicht. So fuhr ich mit Ricardo, Steffi und Gustavo (einem Freund von Ricardo) alle nach Santa Teresa, wo wir uns auf eine Party in einem Hostel selber einluden. So trunken wir 2 Caipis und ein paar Bierchen, genossen die tolle Aussicht von Santa Teresa auf das Stadtzentrum und die außergewöhnliche Atmosphäre einiger schräger Typen. Gegen Mitternacht ging es dann bergab zu Fuß etwas nach Lapa, da jetzt jedoch alle entgültig ziemlich müde waren, machten wir uns mit Taxi auf den Heimweg. Dabei zeigte sich mal wieder, was wir schon lange wussten. Cariocas sind richtige Räuber und insbesondere die Taxifahrer. So zeigte unser Taxometer ca. 500m vor dem Ziel 13,80R an und unser Taxifahrer eben diesen aus und verlangte ein paar Sekunden später 20 Reais, wobei er vorher sogar mit laufender Taxiuhr schon einen Tankstopp gemacht hatte. Wahnsinn, oder? Aber das ist Rio de Janeiro, hier kannste alles machen.

Samstagvormittag wollten wir eigentlich uns einen neuen Fahrstuhl anschauen, den die Stadtverwaltung gebaut hatte, um den Bewohner besseren Zugang zu einem Favela zu ermöglichen und dieser gleichzeitig als Aussichtsplattform dient. Da es jedoch schön sonnig und warm war, entschieden wir uns um, und liefen nach Urca. Dem Stadtteil von Rio de Janeiro, wo der Zuckerhut liegt und nur ca. 20 Minuten Fußweg von unserem Haus entfernt liegt. So genossen wir beim einem Spaziergang die warme Sonne und die herrliche Landschaft.

 
Blick auf den Zuckerhut, Stadtteil Urca
 
und verbrachten einen herrlichen Tag samt Baden im Meer. Gutwar es, dass uns gegen 15.30 Uhr wieder auf den Heimweg machten, da ich schon anfing leicht knusprig zu werden, so aber gerade noch die richtige Zeit erwischte Heimzugehen. Dort kochten Ricardo, Steffi und ich ein superleckeres Mittagessen. Glück hatte ich dann auch noch, da eine Freundin von Ricardo nicht mehr anrief und somit eine Freikarte für mich ins Maracanastadion frei wurde und wir uns gegen 17.30 Uhr mit der U-Bahn ins Stadion zum Spiel Fluminense, wo Ricardo arbeitet, gegen Atletico Paranense aufmachten. Ein Hammerspiel war es zwar nicht und mit ca. 40.000 Zuschauern ( davon 10.000 mit Freikarten!!!) auch lange nicht ausverkauft, trotzdem ist Maracana natürlich immer eine schöne Erfahrung. Und Fluminense gewann dann auch verdient mit 3:1, sodass alle zufrieden waren.
 
 
 
 
Sonntag wurde erst einmal ausgeschlafen. Eigentlich war angedacht, dass wir alle zusammen nach Niteroi fahren, um nochmals in den Parque de cidade gehen. Da Steffi und Ricardo jedoch einige Probleme hatten und nicht wie geplant am Freitag umziehen konnten und eine potentielle Vermieterin einen Termin mit Ihnen für Sonntag ausgemacht hatte, blieb es uns nicht genügend Zeit für den Ausflug nach Niteroi. Aus diesem Grund entschieden wir uns heute zu diesem Fahrstuhl/Aussichtsplattform zu fahren. Mit Van ging es dann dorthin und glückerlichweise funktioniert der Aufzug wirklich, sodass wir nicht die Treppen laufen mussten.
Anika würde wieder sagen, dass sie gerne im Favela wohnen möchte. Bei dieser herrlichen Aussicht. Naja, ganz Unrecht hat sie ja nicht...aber die anderen Bilder zeigen, warum ich auch nicht unbedingt in den Häusern wohnen möchte...
 
 

 

 

  
 
 

 
Um 15 Uhr mussten Ricardo und Steffi dann zurück und den Vertrag für ihre neue Wohnung fertig machen.....echt eine supergrosse Wohnung...dafür aber auch nicht nur ihr eigenes Reich... 
Daher auch mal einen Ausblick aus unserem Fenster:
 
 
 
Und auch vom "Fall Bruno" (Torwart von Flamengo) gibt es Neues. Interessanterweise ist das hier mit Saisonbeginn auch etwas aus den Medien verschwunden, nachdem es anfangs nur noch darum ging.
 
 
So brachte mir die letzte Woche einiges. Insbesondere am Mittwoch einen Friseurbesuch in der Mittagspause, der meine Haare etwas kurzen werden liess.
Montagabend letzte Woche wollte die liebe Steffi die letzten fehlenden Sachen bei uns noch abholen, nachdem sie am Sonntagabend umgezogen waren. Dummerweise quatschten wir uns alle so fest, dass wir uns später entschlossen, alle gemeinsam zu kochen.
 
Auch auf Arbeit liegt mit Buchhaltung und bevorstehendem ISO einiges an, sodass die Woche (zum Glück) wie im Fluge verging. Ich andererseits aber immer so müde und faul war und nicht mehr Sport machte, was ich so ganz leicht auch merke. Besonders wenn ich solche Abend wie Donnerstag einlege. Direkt nach der Arbeit mit ein paar Kollegen "kurz" (5 Stunden bis 23 Uhr) Bier trinken. Da war der Freitag auch nicht der Leichteste.
 
So stand Freitagabend nicht mehr viel auf dem Programm, dafür am Samstag und Sonntag aber umso mehr. Samstag bummelte ich mit Loren etwas durch die Stadt und wir kauften einige Sachen wie Küchenmesser, etc. ein und genossen das sonnige Wetter. Um 19 Uhr schauten wir uns ein Theaterstück an. Ich war erst nicht begeistert von der Idee, doch das Stück war wirklich einmalig gut und wirklich herrlich. Hätte ich nicht gedacht. Danach ging es noch etwas zu Steffi und Ricardo und wir weihten die neue Küche mit Pommes und Chickenwings ein. Wirklich ein netter Abendausklang und ohne grossen Stress und Tamtam.
Für den Sonntag hatten wir beschlossen, alle früher aufzustehen und so sind wir alle nach Niteroi gefahren. In aller Sonntagsfruehe um 10.30 Uhr nahmen wir einen Bus bei sonnigem Wetter nach Niteroi, wo wir den Tag auf dem Fischmarkt bei Krebs und anderen leckeren Fischleckereien begannen.
 
 
 
Superlecker und insbesondere günstig assen und tranken wir erst einmal ausgiebig satt, bevor wir Richtung Parque de cidade fuhren und uns an den Aufstieg machten. Immer noch sehr zerstört von den starken Regenfällen vor einiger Zeit, war die Strasse halb den Berg hinabgerutscht und immer noch voller umgefallener Bäume, sodass ein Anstieg per Auto nur schwer möglich ist. Gut nur, dass wir kein Auto haben und uns so an den Anstieg machten. Nach gut 40 Minuten erreichten wir unser Ziel und wurden mit der mir schon bekannten herrlichen Aussicht auf Niteroi und Rio de Janeiro belohnt. Insbesondere bei diesem schönem Wetter immer wieder etwas wunderbares.
 
 
 
Ausblick auf den Zuckerhut 
 
Panorama 
 
Nach dem Abstieg ging es entlang der vielen schönen Bars und dem São Francisco dem Strand bei Sonnenuntergang entlang. Und zum Abendbrot gab es dann auch noch etwas ganz feines. Die frischen Shrimps vom Fischmarkt hatte Lorens Mama ganz lecker mit Nudeln aufbereitet und so hatten wir alle ganz leckeres Abendessen. Und Arbeiten mussten wir auch nicht. Besonders das "Enthausen" von einem Kilogramm Shrips muss richtig Arbeit gewesen sein. Also ein wirklich leckeres Abendessen!! Dankeschön. Schon in Dunkelheit ging es dann nach Hause, Copacabana zurück und ein herrliches Wochenende neigte sich dem Ende entgegen. Wiederholung unbedingt erwünscht. 
 

Hochzeit(en)

Mittwoch, 28.07.2010

Nun unglaublich langer Vorbereitungszeit, voller Stillschweigen, dass unglaublich schwer fiel, war es am Dienstag, den 20.07.2010 soweit. 6 Tage Kurzurlaub aus einem ganz besonderen Grund in Deutschland. Und es galt eindeutig, war auf Reisen, der kann was erzählen.

Schon am Flughafen in Rio de Janeiro ging es los. Der Flug war überbucht und so bat ich mich freiwillig einen Tag länger hier zu bleiben. 205Euro, Taxi vom und zum Flughafen, plus Hotel sind doch ein schöner Ansporn zu bleiben. Doch sollte es am Ende ganz anders kommen. So flog ich doch noch und weil ich mich aber freiwillig gemeldet hatte, länger in Rio bleiben zu wollen, bekam ich 150Euro von Air France und flog trotzdem mit dem gleichen Flieger. Einfach klasse! Doch beinahe verpasste ich doch noch den Flieger, da die Policia Federal einfach viel zu langsam arbeitete, zu meinem Glück jedoch noch der halbe Flieger in der Passkontrolle steckte. Kurz stockte mir auch der Atem, als ich meine Immigration hätte abgeben sollen, die ich vergessen hatte, mich jedoch keiner danach fragte. So waren alle Hindernisse überwunden und es kommt erstmals für mich mit dem neuen Airbus 380 in die Flug gehen. Im oberen Stockwerk mit eigenem TV, freien Essens- und Getränkezugang, dazu viel Beinfreiheit und vielen Filmen ließen den Flug, trotz einiger heftiger Turbulenzen nach Paris schnell vergehen. Jedoch nicht die vielen Gedanken...1 Jahr Air France...und dazu las ich gerade  noch rechtzeitig, dass Air France von Rio nach Paris in den letzten 8 Tagen, viermal wegen technischer Probleme nicht fliegen konnte. Doch ich kam gut in Paris an, wo die streikenden Fluglotsen auf mich warteten und viele französisch sprechenden Leute, die absolut kein Englisch sprechen wollten. 

Mit etwas Verspätung kam ich dann in Berlin am Mittwoch, den 21.07.2010 mit nur 2 Stunden Schlaf an und die Reise war noch nicht zu Ende. Schließlich gehört zu einer guten Reise auch eine Zollkontrolle und die war mir gar nicht gut gesonnen. Begonnen mit der Frage, was ich so oft in Rio mache, über einen zu öffnenden Koffer auf dem ganz oben ein Russischbuch liegt und viele Sachen in Zeitung in Papier eingepackt sind, ließen die Zöllner stutzig werden. Aber ich hatte ja nicht zu befürchten, oder doch nicht? Drogenschnelltest positiv!!

Nun galt es wirklich alles akribisch auszupacken und viele Fragen zu beantworten. Nach quälend langer Zeit und vielen Taschen und Sachen öffnen, durfte ich endlich gehen. Daniel amüsierte sich vor der Tür kräftigst.

Auch das Wetter spielte am Mittwoch noch schön mit und so wurde es ein wirklich herrlicher Tag in Berlin mit Daniel und einer kleiner Party am Abend samt mitgebrachtem Cachaça, von dem nicht mehr wirklich viel übrig blieb.

Daniel und ich

Nach kurzen 4 Stunden Schlaf hieß es am Donnerstag, den 22.07. aufstehen. Daniel brachte mich zum Flughafen und alsbald ging es mit dem Zug nach Magdeburg, wo ich auf Maria aus Argentinien, die aus Passau kam, traf. Zeitlich passte es auch perfekt, nur die Kommunikation war sehr über 3 Ecken, da mein Handy nicht so wollte, wie geplant.

So löste sich die große Überraschung für alle am Donnerstagabend bei einem gemütlichen Grillen bei Familie Thomas auf und die Geschichte wurde nicht zum letzten Mal erzählt wie alles anfing. Später am Abend kamen noch weitere Überasschungsgäste und so wurde auch noch gepoltert.

Freitag war dann der große Tag und in Wolmirstedt wurde in schöner Atmosphäre zu allem gesagt. So gings danach vom Mittagessen, zum Kaffee trinken, über zum Abendbrot und einer herrlich schönen Feier am Abend.

 

Ziemlich erschöpft und müde machten wir am Samstag dann eine kleine Stadttour in Magdeburg und genossen das etwas abgekühlte Wetter. 
Am Sonntag holten uns dann netterweise Oma und Opa aus Salzwedel in Glindenberg ab und so verbrachten wir alle einen schönen Tag bei Mama in Magdeburg. So sahen wir uns alle nach recht langer Zeit mal alle in einer Runde wieder, die es seit über 5 Jahren nicht gab.

Montagfrüh ging es dann per Privattaxi von Glindenberg schon nach Berlin und die letzte Sachen wurden erledigt und auch der Tag erlebte noch zahlreiche schöne Überraschungen.

Nach 6 Tagen "Erlebnisurlaub" in der Heimat musste ich dann am Dienstag, den 27.07. wieder nach Rio de Janeiro zurückreisen. Ein voller Koffer

in dem sich das mitzubringenden Bier schön verteilte und viele tolle Erinnerungen zeugen von einer herrlichen Zeit.

Danke für alles und bis zum nächsten Mal!

Zurück ging es diesmal leider nicht mit dem A380, aber dafür diesmal mit viel Schlaf. Kurz nach 6 Uhr war dann in Rio de Janeiro Ankunft. Und nachdem ich den Zoll mit den Messebanner der AHK hinter mir gelassen hatte (obwohl ich wieder alles zeigen musste), fuhr ich mit dem Bus nach Hause. Schon gegen 9.30 Uhr am Mittwoch, den 28.07.2010 begann wieder die alte Zeitrechnung und die absolute tolle Zeit in Deutschland war vorbei. Schade, aber unabänderlich. Freue mich aber schon auf Oktober.

 

Rennzeit

Montag, 19.07.2010

Das schlechte Wetter lud nur gerade dazu ein, viele Filme zu schauen und da Ricardo am Donnerstag ein Fußballspiel von Fluminense schaute und Loren länger arbeitete, entschied ich mich mit Steffi einen Filmabend zu machen. Am Tage hatten wir 8 Filme für 25R (11€) auf der Straße gekauft und wollten insbesondere Twilight 3 am Abend schauen. Doch leider war der Film nur in Russisch und so mussten wir auf einen anderen Film ausweichen, der jedoch nicht allzu gut war. Da Loren immer noch nicht zurück, schauten wir auch noch die Verfilmung von Tintenherz bei Bier und Popcorn. Diese ließen wir leider etwas zu lange in der Mikrowelle und waren daher etwas zu knusprig und angebrannt. Naja, schmeckte irgendwie mit Bier zusammen. Optimale Laufvorbereitung nenne ich das. Das es ist nicht ganz gesund war, bedeutete mir dann mein Magen auch etwas später.

Auch Freitagabend war das Wetter nicht besser und mit jedem Tag wurde ich unruhiger. Sollen wir etwa die ganze Zeit im Regen laufen müssen? Zum Wochenende und dem Beginn der Ferien unseres Chefs gab es ab 16 Uhr im Büro eine Happyhour. Bier und viel Chips. Super nett und cool, aber auch wieder nicht unbedingt die beste Vorbereitung für Sonntag.

Samstag schlenderte ich mich mit Loren durch die Stadt und die vielen tollen Einkaufzenter. Insbesondere dem Shopping Rio Sul. Einen riesen Ding, wahnsinn. Leider musste es auch heute wieder regnen und so waren die Aussichten für Sonntag mit 90% Regenwahrscheinlichkeit alles andere als sonnig.

Um wenigtens etwas fit für den großen und langerwartetenden Tag zu sein, schlief ich schon gegen 22 Uhr, wenn auch sehr unruhig. Um 5.20 Uhr klingelte dann der Wecker, denn schon um 7 Uhr war der Start angesetzt. So packte ich meine 7 Sieben, traf mich pünktlich um 6 Uhr mit Hanno (meinem Chef, der mit mir lief) und so ging es gemeinsam mit dem Taxi nach Barra de Tijuca. Als wir die Strecke abfuhren wurde mir erstmals bewusst, wie weit es werde würde. Insbesondere bei dem kalten und regnerischen Wetter, das uns seit gut einer Woche treu geblieben ist.

Nach dem Warmmachen sollte es um 7 Uhr (eigentlich) losgehen. Dumm nur, dass der Start live im TV gezeigt werden sollte und das dank Regen und Satelitenübertragung kein Empfang hatte und wir somit nicht starten konnten und warten (im Regen!!) mussten. Nach 20 Minuten wurde es aber ernst und ich kämpfte ich mich langsam, aber sicher durch das Feld.

 

Endlich kurz nach 9 Uhr war es denn endlich geschafft und auch die übrig gebliebene Kondition zeichnete von einer hervorragenden Vorbereitung, aber das Knie schmerzte trotzdem etwas. Auch Position 457 von 3650 Teilnehmern in meiner Disziplin, zeugen von einem guten Ergebnis, bei einer Zeit von 1h42:30.   

Sieger

Dafür schmeckte das Bier dann umso besser. Und löschte so richtig den Durst.

Hanno und ich

Eigentlich wollten wir dann alle auch zurück nach Hause laufen, doch taten es die Füße wirklich nicht mehr und es ging mit Bus heimwärts, ziemlich humpelnd.

Unter folgendem Link:

http://maratonadorio.webrun.com.br/fotos/commerceft/evento/mostra/idEvento/633

kann man dann bei Eingabe meiner Startnummer "6873" und der Auswahl "numero" - alternativ "nome" und meinen Namen - und der Auswahl des schwarzen Knopfes "Buscar"noch 3 Fotos von mir ansehen.

Der Sonntagabend fand dann einen schönen Ausklang. Zum Mittag gab es mit Loren und Vinicius Sandwhich und später kamen noch Steffi und Ricardo vorbei und bei verschiedenen Kartenspielen fand die Woche einen amüsanten und atmosphärisch hervorragenden Abend.

Loren, Vinicius,Ricardo, Steffi, Ich

 

Vor- und Nachbereitung

Freitag, 16.07.2010

Nach längerer Vorbereitungszeit ist es am Sonntag, den 18. Juli 2010 endlich soweit ist. Halbmarathon Rio de Janeiro. In Botafogo und Copacabana sind alle Werbebanden schon aufgestellt und jeden Tag fahre ich daran vorbei.  Das macht schon etwas nervös, aber auch Lust auf mehr. Nächste Woche werde ich dann sicher mehr schreiben können. Ich hoffe nur, dass sich das Wetter etwas bessert, denn seit Montagabend haben wir recht schlechtes Wetter und es hat sich auch wieder bemerklich abgekühlt. Ganz im Süden von Brasilien gab es sogar Tau und Minutemperaturen von bis zu -7 Grad. Wir haben zumindest noch rund 17 Grad.

Doch bevor ich noch mehr Worte verliere, etwas mehr über meine letzte Woche. Angefangen mit dem Freitag letzter Woche. Ab 17 Uhr war es dann echt sehr ruhig auf Arbeit, da nur noch Martin, Steffi und ich auf Arbeit waren. Loren war mit einer Freundin ins Theater gegangen und so hatte ich später genug Zeit mich lauftechnisch auszutoben, was ich auch ausnutzte.

Am Samstag hatten wir uns mit Ricardo und Steffi in Uruguiana verabredet. Nach einem ausgebiegen Frühstück und frisch gekauften Brötchen machten wir uns gegen Mittag auch auf den Weg dorthin. Vor Ort kauften wir viele kleine Sachen für unsere neue Wohnung und zur Unterhaltung 8 Filme, wie Tintenherz, Der Prinz von Persien, Alice im Wunderland und viele andere. Dazu noch Pöttchen, wo wir unser Essen einlagern können, neue Flip-Flops, ein Schnellkochtopf, Salzstreuer, etc, etc., sodass das Geld recht schnell wegging. Nach einem kurzen Mittagessen beim Chinesen fuhren und nochmaligen Flip-Flop-Kaufes, nachdem die von Steffi kaputt gingen, fuhren mit dem Bus heim. Eigentlich hatten wir uns an diesem Samstag einen Vorbereitungstag auf das deutsche Finale am Sonntag vorgenommen. Daraus wurde ja nichts und so war das Deutschlandspiel um Platz 3 schon am Samstag, aber ohne größeren Anreiz. So waren wir auch erst später zu Hause und verpasste die erste beiden Tore. Naja, war auch kein Glanzspiel, aber so hat es wenigstens zu Platz 3 und alles in allem einer schönen WM für Deutschland gereicht.

Interessanterweise und trotz langem Schlafen waren wir echt müde und bewegten uns erst später am Abend wieder aus dem Haus, nachdem wir das Spiel, entgegen sonstiger Gewohnheiten nicht am Strand, aber zu Hause sahen. 3:2 gegen Uruguay. 3 Plat, aber was zählt das schon?

Viele Überraschungen wie sicherlich Özil und Müller prägten genauso die WM wie ein superschwacher Gomez, oder ein überraschend starkes Uruguay. Die größte Überraschung war für mich jedoch Khedira. Was nicht alles über den Ausfall von Ballack geschrieben wurde. Doch wer möchte Ballack denn noch zurück...? Ich nicht...

Am Sonntagvormittag war dann die wirklich notwendige Säuberung unserer Wohnung dran und danach etwas ausruhen. Spät aufstehen und dann gleich so viel Arbeit, uff.

Gegen 14.40 Uhr machten wir uns dann auf den Weg das Finale in der FIFA-FAN-Zone am Strand zu sehen. Aber was für ein langweiliges Spiel. Niemand hat es verdient. Eher noch Spanien, aber ich bin dafür, dass der Dritte der Erste sein wird, da ja schließlich keine Toren gefallen sind und niemand gewonnen hat. Naja, wenigstens haben den Nachwuchsstar und Torschützenkönigh Müller. Schade nur, dass Klose Ronaldo nicht mehr einholen konnte. Denn Klose hatten viele auch nicht mehr auf der Rechnung noch der schwachen Saison bei Bayern. Nun ist die WM leider vorbei und andere Gesprächsthemen müssen herhalten.

Am Abend brachte ich Loren zur Bushaltestelle nach Niteroi, da sie am Montag, den 12.07. früh aufstehen und in Niteroi arbeiten musste. Zufällig traf ich dabei Ricardo und Steffi und so gingen wir noch bis 22 Uhr spazieren und genossen das Abschlusskonzert des FIFA-FAN-FESTES.

In der neuen Woche genoss ich dann den Weg  zum Büro. Doch nur am Montag, den 12. Juni Denn schon am Abend stürmte es kräftig und so regnete es diese ganze Woche durch und man konnte nicht viel machen. Die Halbmarathonvorbereitung litt leider auch etwas darunter und mehr als Treppenlaufen (bis zu 1000 Stück) war wegen dem schlechten Wetter nicht drin.

Wenn dann doch mal schönes Wetter ist, geht es zu Fuß an solch schönen Staturen und Landschaften vorbei:

Nach langer Zeit auch endlich mal ein paar Fotos von meiner neuen Wohnung in Copacabana.

Gästezimmer und Abstellraum

 

Flur

Küche

Wohnzimmer

Wohnzimmer2

Schlafzimmer (un)aufgeräumt

Schlafzimmer mit Blick auf Wohnzimmer

 

Die Zukunft

Donnerstag, 08.07.2010

Mal sehen, was alles passieren wird...

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,701986,00.html

Nachdem mir in den letzten Tagen absolut die Zeit fehlte und eigentlich und auch jetzt noch fehlt, werde ich versuchen meine turbulente Zeit etwas Revue passieren zu lassen.

Am letzten Donnerstag, den 30.06. traf ich mich kurzfristig Mit Loren. Da Loren am  Freitagmorgen früh aufstehe musste, entschieden wir uns kurzerhand schon die erste Nacht in unserem neuen, ab heute gemieteten Apartment, zu verbringen. Ohne jegliche Sachen bummelten wir am Abend etwas an der Copacabana entlang und schauten uns unsere neuen Nachbarn des Copacabana Palaces an; bzw. erkundigten uns schon einmal nach den Preisen für ein Brunch, und danach eher nach einem Kaffee.

Am Freitag hieß es dann etwas früh aufstehen, dafür ging es aber erstmals mit dem Bus zur Arbeit. Botafogo am Zuckerhut entlang und in 10 min auf Arbeit – perfekt. Ab um 11 Uhr hieß es dann Daumen drücken. Der ganze FIRJAN (Industrieverband), wo unser Büro auch untergebracht ist, war in den Farben Gelb und Grün geschmückt. Brasilien gegen Holland hieß das Spiel und bei freiem, leckerem Essen und Trinken war die Stimmung zur Halbzeit mit der Führung der Brasilianer ausgelassen. Dumm nur, dass es auch eine 2. Hälfte gibt und so kam es, wie es kommen musste…Hochmut kommt vor dem Fall, aus dem 6. WM-Titel wurde leider nichts. Schade nur, da ich gerne noch einen weiteren Tag freigehabt hätte und ich meine Kamera vergessen hatte und somit keine Fotos von dem bunt ausgestalteten FIRJAN machen konnte.

Ferner hieß es dann ab 14 Uhr wieder arbeiten, doch das Spiel ging natürlich allen durch den Kopf und alle waren enttäuscht, sodass eine ganz eigenartige Stimmung herrschte. Das 2. Viertelfinale zwischen Ghana und Uruaguay sahen wir dann später im Büro, wie Ghana in der 120. Minute einen Elfer verschoss und dann auch noch das entscheidene Elfmeterschießen. Was für ein Tag. Am Abend fuhren wir dann mit unserem Chef und der Freund von Steffi, der uns im Büro besuchte, nach Hause und unser Chef bezahlte netterweise sogar den Bus, sodass  die Arbeitswoche einen netten Ausklang fand. Die Diskussionen über Dunga (dem Brasilianischen Fußballtrainer) aber geradezu explodierten, nachdem sie vorher schon regelrecht brannten und Dunga sich richtige Streitereien mit zahlreichen Personen gönnten. Zu Hause angekommen schmiss ich dann schnell meine sieben Sachen in meinen Koffer und dann ging es mit Taxi in die neue Wohnung nach Copacabana.

Und auch dieses Wochenende hieß es wieder früh aufstehen. Doch es sollte sich lohnen. 4:0 gegen Argentinien und was für ein fantastisches Spiel und was für eine herrliche Stimmung in der Arena von Copacabana. Hunderte, oder eher tausende Deutsche (wenn auch nur im Herzen) unterstützten unsere Mannschaft und feierten kräftig als die Mission “Argentinien eleminieren” geschafft war. Und so überraschte es nicht, oder schon doch, dass kaum von Deutschland gesprochen wurde, als vielmehr von der Elimination Argentiniens, was mich nach dem großartigen Spiel schon etwas ärgerte. Nach dem Spiel schlenderten wir dann alle etwas die sonnigen Straßen Copacabanas entlang und erkundschaften unsere neue Wohngegend, aßen etwas und alberten viel herum.

http://oglobo.globo.com/rio/fotogaleria/2010/12131/

Fotos in dem Link 4 und 15 sind hier besonders interessant (rechts im Bild)!!

Und auch unsere eigenen Bilder zeugen von einem schönem und entspannten Tag:

Marina, Loren, ich, Steffi, Ricardo, Vinicius (v.l.)

Zum einem weiteren Hightlight an diesem herrlichen Tag gehörte sicher auch ein Interview für einen Reporter vom MDR (aus Querfort!!), der Filmmaterial für die WM 2014 brauchte und uns nach der Stimmung fragte und wie so ist, ein Spiel an der Copacabana zu sehen. Naja, was kann man außer “geil”, “heiß” usw. noch so alles sagen?...Einfach traumhaft.

http://www.tagesschau.de/sport/presseschauviertelfinale100.html

Sonntag konnte ich dann erstmals seit geraumer Zeit wirklich ausschlafen, doch inzwischen hat sich meine innere Uhr auf so frühes Aufwachen eingestellt, sodass ich es nach 10 Uhr schon gar nicht mehr im Bett aushielt. Nach einem kleinen Frühstück schlenderte ich in der Sonne etwas am Strand entlang und traf zufällig Steffi und Ricardo. So spielten wir etwas Fußball am Strand und genossen ganz relaxt den Sonntag. Später am Abend fuhr ich dann mit Loren nach Niteroi, wo wir den Abend verbrachten.

Am Montag dieser Woche überrollte uns dann die Arbeitswelle. Es schien so, als das Brasilien kaum ausgeschieden sei, fingen alle nach knapp 3 Wochen wieder an zu arbeiten. Am Abend brachte ich meinen Anzug, nach 4 Monaten fast täglichem Gebrauch, auch mal zur Reinigung und machte danach zusammen mit Loren etwas Sport. Erst laufen, dann Pakourübungen und zum Schluss erkundigten wir uns noch zusammen, was das Fitnesszentrum in der Nähe unseres Hauses kostet.

Auch am Dienstag gab es nicht weniger Arbeit, im Gegenteil. So vergeht die Zeit aber wenigstens ziemlich schnell herüber. Und auch das morgige Spiel Deutschland-Spanien geisterte durch alle Köpfe und war überall leise zu hören. Am Nachmittag musste dann entschieden werden, wo das Spiel geschaut wird. Viele waren für das Restaurant in unserem Gebäude. Doch nach langer Diskussion und meinem Angebot eine Stunde früher zu kommen, stand die Entscheidung für “Frei” ab 14 Uhr und FIFA-FAN-FEST in Copacabana bzw. wo wir sehen wollten.

Am Nachmittag las ich dann im Internet von unseren neuen Nachbarn im Copacabana Palace. So waren Tom Cruise und Cameron Diaz gekommen, um ihren neuen Film zu präsentieren. So wusste ich gleich am Abend, warum so viele Leute vor dem Copacabana Palace kreischten. Leider nicht weil ich so schnell vorbei joggte…schade…

Am Mittwoch drehte sich dann endgültig wieder alles um Fußball. Nach Arbeitsbeginn um 8 Uhr, statt um 9 Uhr und nach nur einer ganz kurzen Mittagspause, fuhren wir gemeinsam zu mir nach Hause, tauschten schnell die Arbeitskleidung gegen Fußballtrikot und machten uns zum Strand auf. Doch schnell wurde klar, dass das heute ganz schwer werden würde. Mit einem glücklichem 0:0 ging es in die Pause. Besser wurde es dananch aber auch nicht und so stand am Ende wieder nichts, als große Enttäuschung und die Wut über ein ziemlich schlechtes Spiel.

Der Weg ins Finale?

Ich, Martin, Marina, Vinicius

Zur Nervenberuhigung gab es außerhalb des FIFA-Fan-Festes dann noch eine arabische Shawerma und ein letztes Bier, bevor ich müde und enttäuschend in meine Wohnung verschwand. Dazu kam dann noch der Spott der Kollegen am Donnerstag im Büro. Nur gut, dass Brasilien vorher schon herausgeflogen ist…

Und auch das Orakel von Oberhausen irrte nicht:

http://www.stern.de/sport/fussball-wm/wm-2010/halbfinale-gegen-spanien-krake-paul-prophezeit-dfb-elf-den-wm-ko-1580347.html

Ist schon bitter so kurz vor dem Ende wieder gestoppt zu werden. Aber nach dem Spiel ist ja bekanntlich vor dem Spiel. Und so steht auch seit vorgestern das Logo für die Fußball-WM 2014 in Brasilien fest.

Der größte Skandal ist im Moment aber der Folgende:

http://portal.gmx.net/de/themen/sport/fussball/international/10765492-Meister-Keeper-unter-Mordverdacht.html

So hat der Stammkeeper von Flamengo, wohl seine Freundin zur Abtreibung gezwungen, dies ist aber gescheitert und sie hat ihn schon in zahlreichen Interviews etc beschuldigt. Nun hat er sie einfach aus dem Weg schaffen lassen. Getötet und den Hunden vorgeworfen...im wahrsten Sinne des Wortes!!

Sex, Drugs und Rock´n´Roll halten Flamengo im Moment im Atem und berrschen die internationalen Schlagzeilen!

Sao Paulo

Montag, 28.06.2010

Freitag. Da ich mit der Deutschen Bank alles ziemlich spaet abgemacht hatte und eigentlich erst Donnerstagabend bzw. Freitag sicher wusste, dass ich nach SP fahren wuerde, hatte ich auf einmal noch ziemlich viel zu tun. So war ich Freitag den ganzen Tag ziemlich ausgelastet meinen Schreibtisch aufzuarbeiten. In der Mittagspause kaufte ich dann schon mein Ticket nach Campinas, dass ca. 80km von SP entfernt liegt und ich dort bis Sonntagfrueh bei einer Freundin bleiben konnte, was ich auch erst gestern Abend klar machte.

Nachdem ich meinen Koffer schon am Donnerstagabend gepackt hatte, ging ich am Freitagabend nach der Arbeit noch schnell zum Sport am Strand und machte ich mich dann um 22 Uhr auf den Weg zur Rodoviária, der eine einzige Hoellentour werden sollte. In Copacabana kamen auf einmal viele dunkle Leute auf den Bus zu und stiegen durch die Fenster in den Bus ein und oeffneten die Tueren, sodass noch mehr Leute ohne zu bezahlen einsteigen konnten. Ich mit meiner grossen Tasche, Laptop und recht viel Geld, bin halb vor Angst gestorben. Aber sie waren recht friedlich. Abgesehen davon, dass sie nicht bezahlen wollten und sicher nicht die vertrauenswuerdigsten Leute waren, machten sie nichts weiter. Doch die Tortur war noch nicht vorbei, denn der Bus hielt hinter dem Busbahnhof und nicht vor dem Bahnhof. Schon als ich ausstieg, kamen gleich mehrere Leute auf mich zu und zerrten an meinem Pullover. So machte ich mich schnell durch die Ausfahrt der Busse in den Bahnhof, doch der Sicherheitsmann stoppte mich in der sicheren Zone abrupt und meinte, dass dies kein Eingang sei. Doch ich waere um kein Geld der Welt mehr daraus gegangen und so bot ich ihm etwas Geld, um doch diesen Weg nehmen zu koennen. Zum Glueck hatte ich ja schon vorab mein Ticket, in der Mittagspause, gekauft und so konnte ich ihm wenigstens auch noch sagen, dass ich keine Zeit mehr habe, den Weg um den Busbahnhof herumzumachen. Was durchaus knapp geworden waere. Gott sei Dank, liess er mich tatsaechlich passieren und so fuhr der Bus mit mir puenktlich um 23.55 Uhr Richtung Campinas ab. Naechstes Mal fahre ich mit einem anderen Bus in die Naehe des Busbahnhofs und nehme dann ein Taxi direkt vor die Tore der Rodoviaria. Mal sehen, ob ich es wirklich mache.

Anscheinend war der Busfahrer nach Campinas dann auch zeitlich ziemlich gut unterwegs, da wir, statt wie geplant um 7 Uhr, schon um 6.20 Uhr in Campinas am Samstag, den 19. Juni ankamen. Nach etwas warten, holte mich Flavia auch an der Rodoviaria ab. Flavia hatte ich einmal in Deutschland in einem Zug getroffen und zudem studiert sie an der Unicamp, der Universitaet von Campinas. Diese hat ein Abkommen mit meiner Uni in Deutschland. Doch bei ihr angekommen schliefen wir alle erst einmal weiter bis zum Mittag. Dann gings zum Fruehstueck-Mittag in ein typisches Restaurant aus Minas Gerais. Die Rechnung kam nach dem Essen, zwar auch im Restaurant, vielmehr aber auf dem Parkplatz, wo wir unser Auto abstellten. Denn dieser war ein Privatparkplatz und so wollte der Besitzer 12 Reais (rund 4,50E) fuer die eine Stunde haben, wo wir auf seinem Parkplatz standen. Doch hatten wir nur 2 Reais und nach langem Streiten ging es auch so. Doch die Maedels sind echt nach Hause gefahren (schon mit unserem Auto), um dann wieder zurueck zu fahren, um dem Mann die fehlenden 10 Reais zu geben. Das haette ich nie getan, nachdem er so unfreundlich mit uns war. Um 16 Uhr wieder zu Hause, schliefen wir noch einmal 3 Stunden bis 19 Uhr. Anscheinend war die Busfahrt ueber die Nacht und die letzte Woche anstrengender, als gedacht. Gegen 19 Uhr fuhren wir dann in ein Shopping Center.

Das finde ich auch immer so toll in Brasilien. Alle Shopping Center sind am Samstag bis 22 Uhr und sogar am Sonntag bis 20 Uhr geoeffnet. So dienen diese oft als Treffpunkt und man verbringt die Samstagabend da und bummelt etwas herum, isst etwas und trifft die Leute, wenn man in Deutschland meist faul auf der Couch sitzt. Dazu herrscht natuerlich auch eine schoene Atmosphaere in den Shopping, die lange nicht so leer sind wie in Deutschland. Leider habe ich auch hier keinen Adapter fuer meinen Laptop gefunden, den ich in Kuerze benoetigen werde. Bisher habe ich immer den Adapter von Romulo benutzt, da ich ab 1.7. jedoch nicht mehr mit ihm zusammen wohnen werde, brauche ich auch bald einen. Um 22 Uhr machte dann das Shopping zu und wir trafen eine Freundin von Flavia, mit der wir in eine Devassa-Bar nahe ihrem Haus fuhren und den Abend dort verbrachten.

 

 

 

Sonntag zu frueh klingelte dann mein Wecker. Da ich noch viel dem Brasilienspiel (gegen die Elfenbeinkueste) in Sao Paulo bei Duda sein wollte, hatte ich mein Ticket fuer 10.30 Uhr am Sonntag gekauft, sodass ich rechtzeitig in SP sein wuerde. Das klappte eigentlich auch ganz gut und ich war auch schon um 12 Uhr in SP. Doch auf halbem Wege, haette ich mir den Kopf abreissen koennen. Warum?

Ganz einfach, im Bus war mir eingefallen, dass ich meine Anzuege aus dem Koffer genommen hatte, damit sie nicht so zerknittern. Und so kam es, wie es kommen musste und ich vergass natuerlich meine Anzuege in Campinas. Was nun machen?

So fuhr ich erst zu Duda und besprach mit ihr die Lage. Um die Lage zu komplizieren, war ja heute auch noch das Brasilienspiel, weshalb natuerlich keiner einen Extraweg machen wollte. Netterweise hatte mich Duda mit einer Freundin am Busbahnhof von Sao Paulo abgeholt und nach einem kleinem Abstecher in einen Supermarkt, kamen wir in ihrem Apartment, dass aehnlich meinem in Ipanema ist, an. So schauten wir alle das Spiel bei Dudas zu Hause und genossen das brasilianische Spiel. Mein Glueck, dass Dudas Eltern in SP waren und heute nach Americana zurueckfuhren. Americana liegt neben Campinas und so brauchte ich keinen Bus nach Campinas zuruecknehmen, da ich bei Ihnen mitfahren konnte. Erst hatte ich ueberlegt mir einen Anzug in SP zu kaufen, doch aufgrund des Spieles waren ausnahmsweise heute auch alle Laeden geschlossen und so hatte ich nicht viele Alternativen. So fuhr ich mit Dudas Eltern 15 min vor Abpfiff durch die leeren Strassen Sao Paulos, was ich witzig war. Eine so riesige Millionenstadt und niemand auf der Strasse und alles wie ausgestorben. So kamen wir auch gut durch und gegen 19 Uhr war ich wieder am Busbahnhof von Campinas, wo mich Dudas Eltern netterweise absetzten und dann nach Americnan weiterfuhren. Auch meine Freunde in Campinas waren sehr nett mit mir und brachten mir meinen Anzug zum Busbahnhof, sodass ich nicht mehr zu ihnen fahren musste und gleich wieder den Bus zurueck nach Sao Paulo nehmen konnte. Also bin ich im Endeffekt doch nach dem Spiel nach Sao Paulo gefahren, was ich eigentlich vermeiden wollte und daher schon vor dem Spiel nach SP gefahren war. Es sich jedoch nun nicht vermeiden liess, noch einmal zurueck zu kommen. Kurz vor 22 Uhr war ich dann wieder in SP bei Duda in der Wohnung und 35 Reais(15E) aermer, nur weil ich meine Anzuege in Campinas vergessen hatte. Schlimmer fand ich jedoch den Stress. Und die Gedanken, als ich zum ersten Mal auf dem Weg nach Sao Paulo sass und wusste, dass meine Anzuege noch in Campinas und ich nicht wusste, wie oder ob ich sie noch am Sonntagabend abholen sollte. So kam ich jedoch noch halbwegs gluecklich davon und es lief alles glatt ab, wenn ich es auch bedeutend ruhiger haben haette koennen. Insbesondere als ich die Schlange in Campinas sah, mit den Leuten, die am Schalter fuer die Ticket noch SP anstanden. Das waren sicher 200 Leuten, doch es ging mit rund 20 min relative schnell. Ich dachte jedoch, dass ich in den naechsten Bussen keinen Platz mehr bekommen wuerde und sicher lange auf einen Platz nach SP warten muesste. Doch gluecklichweise fuhr mein Bus nur 5 min nach Ticketkauf ab. Was mir noch (negativ) auffiel, waren die zahlreiche Braende in den Waeldern vor Sao Paulo, um die sich niemand kuemmerte und bei denen es wohl nur darum geht, mehr Raum zu gewinnen.

Um 23 Uhr war ich dann ziemlich tot in Dudas Wohnung und kriegte trotzdem kein Auge zu, da ich nicht wusste, wie der Montag werden wuerde.

 

Montag, den 21. Juni 2010

Nach dem ganzen Stress war es also soweit. Mein erster Tag in der Deutschen Bank Sao Paulo. Schon frueh stehe ich auf, da ich meinen Rasierer vergessen hatte und noch einen vor Arbeitsbeginn kaufen wollte, oder besser musste. Duda sagte mir, dass die Drogeria an der Ecke um 7 Uhr aufmacht. Passend zum Klischee eines typischen Paulistas, denen man nach sagt, dass sie viel und unermuedlich arbeiten. Und bei den vielen asiatischen Einwanderern und der Wirtschaftskraft von Sao Paulo (erwirtschaftet 50% des BIP von Brasilien), konnte ich mir das auch gut vorstellen. Doch als ich kurz vor um 7 Uhr auf der Strasse bin, sehe ich keine Menschen und auch alle Laeden waren noch geschlossen. So gehe ich wieder in die Wohnung zurueck, dusche und esse Fruehstueck. Kurz vor 8 Uhr versuche ich es noch einmal und habe diesmal mehr Glueck. Apotheke offen und auch mehr Leute auf der Strasse. Kurz nach 8 Uhr mache ich auf den Weg. Laut Duda soll die Metro total leer sein, da die fleissigen Paulitas schon alle auf der Arbeit sind. Leider ist dies ueberhaupt nicht der Fall und die U-Bahn ist voellig ueberfuellt. Von wegen arbeitsame Paulista, nichts dergleichen. Nach zweimal umsteigen, komme ich an der Linie 4 an. Diese wurde gerade letzte Woche fertig gestellt und ist noch in der Testphase, funktiooniert aber schon. Leider aber erst ab  9 Uhr, was mir Duda nicht gesagt hatte und ich so 15 min auf die Oeffnung dieser Linie wartete. Am Ziel angekommen machte ich auf den Weg die Deutsche Bank in der Avenida Faria Lima 3900 zu suchen. Am Ausgang der Metro war ich bei der Nummer 1100. Laut Duda und mehreren Leuten ist es nicht weit und man kann es problemlos laufen. Anscheinend hat keener Ahnung. Ganze 30 Minuten bin ich zu Fuss unterwegs und bis ich endlich bei der Nummer 3900 um kurz vor 10 Uhr ankomme. Um 9 Uhr hatte ich geplant. War jedoch nicht weiter schlimm, da ich den Vormittag weiter etwas zu tun hatte und ich nur einem Mitarbeiter etwas ueber die Schulter schaute. Die Deutsche Bank befindet sich in einer beruehmten Strasse Sao Paulos, wo alle Banken und Theater angesiedelt sind. Im Gegensatz zum deutschen Markt ist die DB in Brasilien natuerlich nicht im Privatkundengeschaeft taetig, dafuer aber mehr im Investment- und Coperatebanking.

Ich habe meinen Platz in der 14. Etage, dazu belegt die DB noch die 13. und 15. Etage des Gebaeudes, von dem man eine tolle Aussicht auf Sao Paulo hat.

 

Mit grossem Hunger ging es um 14 Uhr in die Mittagspause. Und jetzt wurde mir klar, dass e seine teuere Woche werden kann. Nicht nur, dass ich wohl 2 Transportmittel benutzen muss, sondern auch die Restaurants sind im Vergleich mit den Kilorestaurants von Rio ueberteuert und so waren 10Euro fuer ein kleines Mittagessen schnell weg.

Naja, mal sehen wie es wird. Dazu muss ich jeden Tag Dudas Laptop mit zur Arbeit nehmen, den sie abends aber zum Studieren braucht. Meinen kann ich leider nicht benutzen, da ich den noetigen Adapter fuer die Steckdose nicht habe. Muss zu sehen, dass ich den schnellstmoeglich besorgen kann, sodass ich mit meinem Laptop in der DB arbeiten und da lassen kann. Fuer morgen will mir Monica, meine Ansprechpartnerin hier vor Ort, ihren mitbringen.

Besonders am Abend merke ich aber die vielen Nachteile Sao Paulos und vermisse Rio schon nach dem erste Arbeitstag. So geht meine Ansprechpartnerin Monica einfach irgendwann nach Hause, ohne mit mir weiter gesprochen zu haben. Naja, wenigstens habe ich eine Aufgabe bekommen. Nämlich eine Portugiesische Bilanz ins Englische zu übersetzen. Echt schwieriger als gedacht, die viele Begriffe in Portugiesisch auch noch abgekürzt   worden sind. Um 19 Uhr will ich dann nach Hause fahren. Nachdem schon die Anfahrt nicht so schön war, bekomme ich auf der Rücktour richtig Probleme. Die neue Linie 4, die am Morgen nur um 9 Uhr öffnet, macht nämlich auch schon 15 Uhr zu. Dazu kommt, dass keine weitere Metro in der unmittelbaren Gegend ist und auch die Bushaltestellen etwas weiter weg sind. Dazu muss ich Dudas Laptop wieder mit nach Hause nehmen. Und da mir laufen im dunklen und unbekannten SP zu gefährlich ist, nehme ich mir ein Taxi. Zum Glück hatte ich dem Taxifahrer vorher gesagt, dass ich nur 20 Reais habe (10€). Er meinte zwar, dass es bis zu Dudas Haus ausreichend ist, am Ende aber doch 30Reais auf dem Taxometer standen. Ich dank vorherigen Avisieren, nur 20 Reais bezahlen musste. Schade fand ich aber, dass mich keiner der Mitarbeiten (obwohl alle mit Auto) an einer U-Bahnstation lassen konnte(wollte). Das wäre in Rio sicher ganz anders gewesen. Abends kaufte ich dann mit Duda noch ein paar Lebensmittel ein und versuchte zu Hause schon einmal weiter an meiner Bilanzübersetzung zu arbeiten, bis ich dann gegen 23 Uhr schlief.


Dienstag, den 22.06.2010

Mein morgiger Weg zur Arbeit...entlang aller Banken, wahnsinn

Gestern war noch ein Freund bei Duda zu Geburtstag, der zufälligerweise einen passenden Adapter für seinen Laptop mithatte. Da ich mir schon dachte, dass Monica ihren vergessen würde, was sie Brasilien-typisch auch tatsächlich tat, und der Freund seinen nicht unbedingt brauchte, konnte ich diesen mit auf Arbeit nehmen und ich so meinen Laptop mitnehmen, den ich am Abend auf Arbeit lassen kann. Kurz nach 7 Uhr stand für mich dann heute Aufstehen auf dem Programm, bevor ich mich kurz vor 8 Uhr und heute mit meinem Laptop auf den Weg zur Arbeit machte. Erst mit Metro und dann mit Bus, der rund  10 Minuten laufen von der Arbeit entfernt hielt und ich mich dann ziemlich zügig die Straße hinab laufen ließ. Es ist etwas problematisch hier, da hier nur Banken und große Firmen sind und somit auch gefährlicher.

Auf Arbeit ist auch heute nicht so viel und ich übersetze weiter meine Bilanzen, was eigentlich recht interessant ist, da ich das Gelernte aus der Uni gut wiederholen kann und dazu noch in Portugiesisch lerne. Dazu spreche ich am Montag dann auch noch kurz mit dem Chef der Deutschen Bank Sao Paulos, was mich schon gestern gewundert hatte, dass es nicht klappte.
Auch beim Mittag sparte ich heute etwas, da ich mit den anderen brasilianischen Praktikanten etwas billiger Mittagessen ging. Nun sind es noch 3 Stunden bis Arbeitsschluss, die ich noch herumkriegen muss. Dabei helfen sicherlich die großen Fernseher, die überall hängen und die Spiele der WM aus Südafrika zeigen, während nebenbei einige hunderttausende Dollar hin- und hergeschoben werden...

Am Abend stehe ich im Nieselregen São Paulos und warte, schauend die Flieger knapp unsere Köpfe und neben den Hochhäusern entlang fliegend, auf den Bus. Der dann völlig überfüllt sich durch den Feierabendverkehr São Paulos sich kämpft, bevor ich um 20 Uhr zu Hause bin und mit Duda Abend esse, bevor ich um 23 Uhr einschlafe.

 

Mittwoch, den 23.Juni 2010

Mit Metro und Bus kämpfe ich mich auch heute durch den Verkehr und freue mich wieder auf Rio, wo ich so gute Verkehrsanbindungen habe und relativ schnell zu Hause bin. Ich kann es echt nicht verstehen wie es in São Paulo nur só kleines U-Bahnnetz geben kann. Und das obwohl die WM 2014 unmittelbar bevorsteht. Arbeitsmäßig ist auch nicht unbedingt viel, sodass hauptsächlich die   Vorfreude auf das Spiel Ghan-Deutschland den Tag vergehen lässt. Dazu gelegentlich ein Blick auf das Spiel der Engländer, die am Ende auf dem 2.Platz Ihrer Gruppe landen und somit unser wahrscheinlicher Gegner im Achtelfinale sein werden. In 1,5 Stunden wissen wir mehr...

Und was für ein Finale. Erst also gegen England und dann gegen Argentinien. Also wenn wir diese beide Spiele überstehen, haben wir die Weltmeisterschaft wirklich schon verdient.

Am Abend habe ich Dudas Wohnung ganz für mich alleine, da diese bei einer Freundin für eine Prüfung am Freitag lernen ist. So schaue ich etwas TV, lese Zeitung und schlafe dann um 22.45 Uhr.

Donnerstag, den 24. Juni 2010

Heute entschließe ich mich wieder einen anderen Weg zur Arbeit auszuprobieren, aber auch dieser ist alles andere als schnell und so bin ich auch erst um 9.45 Uhr in der Deutschen Bank. Im Bus bin ich echt am Verzweifeln, wie auch gestern Abend. Echt unverständlich wie es in einer Großstadt wie SP so eine schlechte Frequenz von Bussen und so wenige U-Bahnstationen geben kann. Berlin hat ein um vielfach größeres U-Bahnnetz, ist aber irgendwie mindestens fünfmal so klein wie SP. Bezeichnend dafür ist, dass mehr Flugzeuge und Hubschrauber neben unserem Gebäude entlang fliegen, als Busse unten entlang fahren...

Abgesehen von der schlechten Infrastruktur fallen mir aber viele Vorteile und Vorzüge Brasiliens immer wieder auf, die mich nachdenklich für die Zukunft machen. Es geht los beim Fernsehen. Nicht bezüglich der Konsummenge. Aber viel mehr, dass - im Gegensatz zu Deutschland - die Filme nicht ins Portugiesische übersetzt sind. Alle Filme laufen im Original, wenn auch mit Portugiesischen Untertiteln. So fällt es natürlich einfach Englisch schon frühzeitig ohne große Anstrengung zu lernen...interessanterweise sprechen aber gar nicht so viele Brasilianer gutes Englisch...vielleicht gibt es in Brasilien aber Amerikanisches Fernsehen noch nicht so lange?? Die jüngere Generation spricht nämlich eigentlich fast immer Englisch...

Dazu noch ein anderer Punkt, der mich nachdenklich macht. Bisher wurde das (mehrgliedrige) Ausbildungssystem oft gelobt, aber sehr oft auch kritisiert. Trotzdem ist es in Brasilien sehr gut angesehen. Dabei finde ich das Brasilianische System um Längen besser. Während wir in Deutschland meist “nur” Studieren und Arbeiten, um Geld zu haben, ist es in Brasilien oftmals ganz anders. Hier gehen die Studenten oftmals von 10-16 Uhr arbeiten, zum Beispiel hier in der Deutschen Bank, oder aber auch in der AHK Rio, etc...um danach jeden Abend noch von 18-22 Uhr zu studieren. So lernen sie die Theorie vielmehr in der Praxis, haben gleich Geld und steigen sehr früh mit rund 20 Jahren ins Arbeitsleben ein....begünstigt ist dies vielleicht aber auch durch die Demographische Struktur Brasiliens, wo ein Drittel der Bevölkerung unter 30 Jahren ist!!!

So sind in allen Firmen, die ich kenne, AFS, AHK, DB, überwiegend junge Mitarbeiter und kaum Leute über 45 Jahren...wirklich sehr beeindruckend. Dazu das arbeitsbegleitende Studium, würde ich es mal nennen, machen schon einen großen Eindruck auf mich. Dazu Wachstumsraten von 5-8% / Jahr, eine geringe Auslandsverschuldung und eine sehr hohe Konsumquote geben den Weg Brasiliens recht. Diese Erfolgsgeschichte wird sicher mit der Ausrichtung der WM 2014 und den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro nicht abreißen. Also Brasilien ein Paradies? Sagen wir mal ein Paradies mit einigen noch zu lösenden Problemen. Da ist zum einen das angesprochene Infrastrukturproblem, zum anderen sicher aber auch, die Kriminalität, das Ungleichgewicht zwischen Reich und Arm und ein Ungleichgewicht zwischen Schule und Uni, dass vielleicht auch kurze Erläuterung verdient. Was ich meine ist folgendes. Viele Eltern, die nur etwas Geld haben, schicken Ihre Kinder auf Privatschulen. In Deutschland eher selten, hier totale Normalität. Ganz einfach aus dem Grund, dass die öffentlichen Schulen hier richtig schlecht sind. Warum? Die öffentlichen Investitionen fließen in die Unis, weshalb genau, das von mir angesprochene Ungleichgewicht (oder besser Ungerechtigkeit) entsteht. Denn die öffentlichen, staatlichen (und somit kostenlosen) Unis sind kostenfrei. Dafür muss man aber eine Aufnahmeprüfung bestehen, die ohne gute (zu bezahlende, private) Schulausbildung nur schwer zu schaffen ist. Das heißt, wer arm ist, geht auf eine öffentliche, staatliche(kostenfreie) Schule, hat kaum eine Chance auf Bestehen der öffentlichen staatlichen(kostenfreien) Unis und ist somit in einem Teufelskreis gefangen. Sicher eine Schwachstelle und Ungerechtigkeit Brasiliens, die bei so einer jungen Bevölkerung aber kaum ins Gewicht fällt...

Weitere große Probleme Brasiliens sind die Korruption, der Drogenhandel, das Ungleichgewicht zwischen dem öffentlichen und dem privaten (viel besserem)

Gesundheitssystem und der im Moment ziemlich stark bewertete Real, der die Ausfuhren Brasiliens im Moment sehr teuer macht, bzw. Der flache Dollar und Euro, der viele brasilianische Touristen ihren Urlaub im Ausland und nicht mehr im Imland verbringen lässt.

Das alles sind ziemlich interessante Fakten wie ich finde, die die Situation Brasiliens im Moment vielleicht einmal kurz aus meiner Sicht darstellen soll.

Am Abend sollte dann eigentlich ein Fest in Dudas Universität sein, da dies dann wohl aber doch woanders stattgefunden hat und ich nicht spät alleine durch die Stadt fahren wollte, blieb ich dann doch bei Duda zu Hause.

Am Freitag war dann, wegen des Brasilienspiels um 11 Uhr, Arbeitsbeginn angesetzt. Viel zu früh für mich und so kam ich erst gegen 8.45 Uhr, was aber auch keinen weiterstörte. So wurde um 11 Uhr Brasilien-Portugal ertragen und danach die bestelle Pizza verspeist. Und alle nebenbei Fußball, statt Bloomberg sehen.

Nun habe ich entdeckt, dass Deutschland am Sonntag (Ortszeit 11 Uhr) spielen wird. Aus diesem Grund werde ich wahrscheinlich schon morgen nach Rio zurück fahren und nicht erst wie geplant am Sonntag. Aber mal sehen...doch würde ich das Spiel am Sonntag gerne in Copacabana sehen...daher müsste ich dann wirklich heute spät am Abend,oder morgen am Samstag zurückfahren... 

Und wie heute gesehen, zurecht. Was für ein Spiel. Wahnsinn. Argentinien kann kommen. Ich habe mir heute beide Spiele am Copacabana-Strand in der prallen Mittagssonne angeschaut und bin jetzt kräftig sonnenge(ver)brannt. Naja, es hat sich gelohnt.

Schade nur, dass wir jetzt eine Woche warten müssen. Stimmt aber auch nicht so ganz, da Brasilien morgen ja noch spielt und wir somit am Nachmittag auch sicher frei haben werden. Ich berichte...beste Grüße wieder aus Rio, was einfach traumhaft ist.

Schaut euch das an. So kann nur Rio sein. Einfach traumhaft...einfach das Portugiesiche überhören und die Kulisse genießen:

 

 



Ansonsten sind ist natürlich auch das ganze Land im Ausnahmezustand und alles dreht sich nur noch um Fußball. Das wird bis zum Spiel Brasilien - Holland am Freitag sicher auch noch zu nehmen. So waren wir heute ab 13 Uhr wieder alle befreit, um das Spiel sehen zu können. Doch hatte ich nach der letzten Abwesenheitswoche recht viel zu tun und blieb daher bis 14 Uhr auf Arbeit und sah das Spiel um 15.30 Uhr zu Hause, da ich auch extrem müde war. Später gegen 18.30 Uhr ging es dann auch nach länger Abwesenheit mal wieder zum Strand bei angenehmen 20 Grad und das im Winter!
Sonst hier noch weiteres sehr witziges Video, apropro Fußball-WM:
 
Sonst werde ich in den nächsten Tagen auch sicher noch etwas über meinen Freitagabend erzählen, der mich um noch so müde sein lässt. An den letzten 4 Wochenende habe ich nämlich nicht ein einziges Mal ausgeschlafen. Weiß gar nicht mehr, was ich alles gemacht habe, aber kann man ja zum Glück alles nachlesen. 2mal waren die Deutschlandspiele, ein Mal war ich in Ouro Preto usw...da heißt es dann schon immer spätestens um 9 Uhr aufstehen, was am Wochenende echt bitter ist.
 
Sobald ich die Fotos aus Sao Paulo vom Freitagabend habe, kommen diese noch. Doch schon einmal ein paar Worte. Um die Woche nett abzuschließen und da auch Duda am Samstag zurück nach Americana fuhr, gingen wir alle weg.So edel war ich wohl noch nie aus. Eintrittspreise außerhalb von allem Gegglaubten (wie gut, dass wir auf der Gästeliste waren und somit nur 40R = 15€ bezahlten). Doch das Geld reichte auch nur für einen Whiskey, da bei Preisen ab 200€ für bessere Getränke war nicht allzu viel drin...
Bis um 6 Uhr morgens wurde gefeiert, bevor es am am Samstag um 9 Uhr aufstehen hieß und zurück nach Rio ging und in die nächste Nacht am Samstag gestartet wurde, bevor es am Sonntag schon wieder um 9 Uhr aufzustehen galt, um das Deutschlandspiel um 11 Uhr in Copacabana ja nicht zu verpassen. Wenigstens hat es sich richtig gelohnt...auf einen weiteren guten Verlauf der WM. Buenos noche Argentina...

WM Auftakt - "estreia"!

Mittwoch, 16.06.2010

Für Mittwoch hatte ich mir festvorgenommen, meine alten Kollegen von AFS zu besuchen. Was ich dann auch tat. Das erste Mal nach dem Umzug vom Zentrum nach Humaita. AFS liegt nun etwas versteckt in einem recht schönem Haus, was aber etwas schwer zu erreichen ist. Trotz aller Personalwechsel und nur noch wenig verbliebener Personen war es sehr schön alle einmal wieder zu sehen und mit Ihnen zu sprechen.

AFS Brasilien

 

Da am Donnerstag nicht ganz so viel Arbeit anlag, konnten wir uns es sogar erlauben, nebenbei die Eröffnungsfeier ganz leise laufen lassen zu können. Nun geht es also los! Kick-off. Eigentlich hatte ich nicht vor am Abend zum Sport zu gehen, da ich mich etwas müde fühlte und dann umso mehr überrascht wieviel Energie ich doch hatte. Zwar musste ich mich zwar zum Sport zwingen, da ich jedoch schon ahnte, dass am Freitag nichts mit Sport werden würde, entschied ich mich doch zu gehen. Als Belohnung gab es danach einen leckeren fettigen Hotdog zum Abendbrot.

Auch dieses Wochenende (11. – 13. Juni) war wieder alles andere als Entspannung, aber umso schöner. Freitagabend und nach allen WM-Spielen (hier immer schon um 17.30Uhr, wegen der Zeitverschiebung) sollte es nach Hause gehen. Doch kurzfristig schob ich mit Loren noch eine Wohnungsbesichtigung ein. Doch schon die Lage der Wohnung gefiel mir nicht. An einer echt befahrenen und gefährlichen Kreuzung ohne Ampeln gelegen, dauerte es schon Ewigkeiten bis ich die Straßen überqueren konnte. Dazu kommt noch das ganz in der Nähe 2 Eingänge in Favelas liegen, die zwar von der Polizei überwacht warden, ich darin aber genau das Problem sehe. Jeden Abend an Polizisten mit Waffen von rund 80 cm im Anschlag vorbeigehen zu müssen, war nicht unbedingt mein Plan. Dennoch hatten wir etwas Glück, den genau als wir ankamen, fing es mit einmal anzuregnen, als wenn jemand einen Eimer auskippen würde. Aber so dermaßen schlagartig, habe ich es noch nicht erlebt. Zum Glück war die Wohnung jedoch wenig überzeugend, da in einem ziemlich schlechten Zustand und kaum ausgestattet. So war zwar wieder eine Option weniger, aber hier hätte ich echt nicht wohnen wollen. So gingen wir noch ins Internet und schauten uns andere Wohnungen an, konnten für heute – Freitagabend – jedoch keine weiteren Besichtigungen mehr ausmachen. Auch weil meine und Lorens Ansprüche etwas auseinander lagen. Wobei meine, überraschenderweise(?) höher. Ein paar Worte zu Wohnungssuche in  Rio de Janeiro. Diese ist wirklich sehr kompliziert. Weniger Wohnungen zu finden, aber diese auch bezahlen zu können. Eine 1-Zimmer-Wohnung ist in einem etwas besseren Viertel wie Copacabana, Ipanema, Botafogo oder auch Flamengo für kaum weniger als 1500 Reais zu finden. Im Moment bezahle ich 1000 Reais und mein Mitbewohner auch 1000R (also insgesamt 2000R) für unsere Wohnung in Ipenama. Dies gilt Chicki-Viertel ist auch total super zu wohnen, da es alles hat. Insbesondere Strand und eine sehr hohe Sicherheit, aber somit auch seinen Preis. Im Februar als wir die Wohnung mieteten stand der Euro jedoch noch 1 Euro zu 2,80 Reais und entsprachen 1000 Reais (mein Anteil) schon teueren, aber noch bezahlbaren 360R / Monat für unsere Wohnung mit einem Zimmer und einem Saal (Fotos früher im Blog). Dank Eurokrise stehen wir heute jedoch nur noch bei einem Kurs von einem Euro zu weniger als 2,20 Euro…also rund 25% weniger, was einem heutigen Preis von 450Euro entspricht und somit mir leider zu teuer wurde, wenn auch gutgelegen, etc. Verstehen tue ich bis heute nicht, wie die Brasilianer ihre Miete bezahlen können, da sie alle echt nicht viel verdienen, die Lebenshaltungskosten jedoch wahnsinnig hoch sind. Ein paar Beispiele: 1 l Milch -1 Euro. 1,5l Wasser – 1 Euro. 1min Handygespräch 1 – Euro. Toast – 1 Euro. Etc, etc…dazu noch extreme hohe Mieten…ich verstehe es echt nicht wie es geht. Nun ja…nur so als Einblick…

Nach der Wohnungsbesichtigung war ich eingeladen mit Vincius Eltern zu Abend zu essen und wir aßen ganz lecker Pizza in einer Pizzaria in Santa Teresa. Zu sechst aßen wir 3 Riesenpizzas und besonders die Letzte voller Schokolade war der reinste Traum. Gemeinsam erinnerten wir uns gemeinsamen tollen Berliner-Zeiten und verbrachten den ganzen Abend und es wurde schnell 1 Uhr. Richtig toll, war jedoch, dass sie darauf bestanden die Rechnung zu zahlen und sogar mich mit dem Auto nach Hause (noch Ipanema) fuhren. Gegen 1.30 Uhr war ich noch einem anstregenden Tag zu Hause. Interessanterweise war ich jedoch echt früh wach und konnte nicht besonders schlafen. Scheine mich inzwischen schon zu gut an meine Zeit 7.45 Uhr gewöhnt zu haben. Ist aber auch eine angenehme Zeit, doch aber nicht am Samstag…aber nun ja. Also fuhr ich gegen Mittag nach Niteroi, wo ich den Tag mit Loren verbrachte und wir bei schönstem Wetter den ganzen Tag spazieren gingen und Kleinigkeiten einkauften. Am Abend kaufte ich dann noch Lebensmittel ein, da diese in Niteroi bedeutend billiger, als in Ipanema sind. Gegen 19 Uhr ging es dann nach Rio im Van zurück. Tot müde legte ich mich noch eine Stunde hin, kam aber eigentlich gar nicht zum Schlafen, da zwecks (Samstagabend)Planung das Handy ständing klingelte. Gegen 23 Uhr traf ich mich dann mit Vinicius in Ipanema und wir stärkten uns erst einmal für die Nacht bei MCDonalds. Muss schon sagen, die letzten Tage, habe ich echt richtig ungesund gegessen. Da wir uns jedoch nicht richtig entscheiden konnten ging es mit mehreren Freunden in eine Bar, wo wir auch Steffi und Ricardo trafen.

Als diese nach Hause gingen, wechselten wir die Örtlichkeit und zogen durch eine kühle und regnerische Nacht weiter. 4.30 Uhr war dann im Bett Feierabend.

Am Sonntag sollte es dann für Deutschland Ernst werden. Wieder mal viel zu früh aufgewacht nach einer längeren Nacht machten wir in Ruhe Frühstück und gingen etwas am Strand von Ipanema spazieren. Gestärkt von einer leckeren Supermarkt-Pizza machte ich mich mit Vinicius nach Copacabanan auf, wo eines der weltweiten FIFA-Fanfäste stattfindet. So verfolgten wir das Spiel auf einer großen Leinwand um 15.30 brasilianischer Zeit.

v.l. Ricardo, Steffi, ich, Vinicius - vai Alemanha!

FIFA-Fan-Fest am Copacabana-Strand

Nach einem holprigen Start gab es dann ja auch bald Grund zum Jubeln und so wurde es ein schöner Abend in Zusammenkunft mit anderen Deutschen, wenn auch zählbar. Nach dem Spiel gab es noch ein kleineres Konzert mit typisch brasilianischer Musik, das aber nicht so prinkelnd war.

Die 6km am Strand entlang lief ich dann nach Hause und fiel schon alsbald totmüde ins Bett. 

Montag dieser Woche brachte nun auch mal wieder alle Leute ins Büro, da die wichtigsten Leuten nach einer Woche jetzt auch wieder an Bord sind. Am Abend schaute ich mir mehrere Apartments in Copacabana an. Die ersten beiden gefielen uns eigentlich auch sehr gut, waren preislich jedoch leicht teuer, wenn auch nicht. Beide waren auch recht schick, hatten beide aber leider keine Waschmaschine. So müssten wir immer in einen Waschsalon gehen, die hier recht teuer sind und wir ferner gar nicht die Zeit hätten. Ganz kurzfristig entschlossen wir uns eine Wohnung anzusehen, die ich gesehen hatte. Jedoch etwas groß für uns ware und somit wohl auch etwas teuerer. Doch das Glück war uns Hold und die Vermieterin war sogar in der Wohnung, die sie gerade einer Familie gezeigt hatte, jedoch nicht an die Familie vermieten wollte, da die Wohnung so gut ausgestattet ist und die Familie kInder hatte…unser Glück…so konnten wir preislich auch etwas verhandeln und warden am Mittwoch wahrscheinlich alles festmachen. Sodass ich ab 1.7. eine neue tolle Wohnung in Copacabana haben werde. Eigentlich viel zu groß, aber nur unwesentlich teuerer als die Kleinen, aber dafür superschön, voll ausgestattet, sogar mit Waschmaschine und nahe am Strand…perfekt also. Fotos habe ich noch keine. Nur die aus der Anzeige im Internet. Also hier schon einmal einen ersten Eindruck:

http://www.aluguetemporada.com.br/scripts/imovel-detail.cfm?idimovel=560863692

Wir mussten echt überlegen, da wir auch jetzt rund 1700R / Monat bezahlen warden…aber im Endeffekt ist es billiger als in Ipanema, bedeutend größer und schicker. Also galt es nur Loren zu überzeugen, da wir uns maximal 1500R als Ziel gesetzt hatten…aber ich freue mich. So kam ich gestern am Montag aber auch schon wieder erst um 23.30 Uhr nach Hause und kam nicht mehr zum Sport.

Dienstag, den 15. Juni 2010

Heute ist für uns alle ein kurzer Arbeitstag. Denn heute ist das Auftaktsspiel für Brasilien gegen Nordkorea. So arbeiteten wir nun bis 13 Uhr und jeder konnte das Spiel sehen, wo er wollte. Ich sah das Spiel zusammen mit Steffi und Ricardo bei einem Freund von Ricardo in Laranjeiras. Leider war das Spiel wenig prickelnd, aber wenigstens 2:1 gewonnen. Steigerung jedoch dringend nötig. Da es natürlich auch etwas Bier und Popcorn zum Fußball gab, war ich am Abend ziemlich fertig und bin schon wieder nicht zum Sport gegangen. Morgen muss ich wirklich mal wieder. Warten wir es ab. Auf eine bessere Weltmeisterschaft!

Welcome back in Rio

Dienstag, 08.06.2010

Heute möchte ich etwas meine letzte Woche bzw. hauptsächlich meine Reise nach Ouro Preto aufarbeiten. Jedoch zu erst eine kleine Ergänzung. Beim 16km-Lauf vom vorletzten Sonntag bin ich auf der 428. Position gelandet. Von rund 6000 Läufern finde ich das echt nicht übel...dass nur kurz als Nachtrag. Persönliche Fotos muss man leider sehr teuer erkaufen und daher belasse ich es  bei den Allgemeinen im letzten Eintrag. Ich denke, man bekommt auch so schon einen guten Eindruck. Alternativ gibt es 3 persönliche Bilder von mir unter:

http://webrun.com.br/fotos/commerceft/evento/mostra/idEvento/611

Hier müsst ihr “Numero” auswählen, dann meine Startnummer 1978 eingeben. und auf "Buscar" klicken. Dann sollten 3 Bilder von mir erscheinen, die man mit der Lupe auch etwas vergrößern kann.

Doch nun zum Wochenbeginn (31.Mai) nach dem Lauf.

Dieser war nämlich äußerst qualvoll. Montag war es besonders schlimm, sodass ich auch abends nicht zum Sport ging. Auch am Dienstag war es nicht viel anders, wenn auch der Sport wegen einer anderen Sache ausfiel. Wie ich schon erwähnte, muss ich eventuell aus meiner Wohnung in Ipanema heraus. Daher schaute ich mir am Dienstag zusammen mit Loren eine sehr günstige Wohnung in Copacabana an. Diese war auch sehr schön und komplett eingerichtet, doch jedoch viel zu klein. Schade eigentlich. Danach überzeugte ich Loren doch noch nach Ouro Preto zu fahren. Sie wollte eigentlich nicht, doch nach langer Überzeugungsarbeit, war ich dann doch erfolgreich.

So buchten wir in Copacabana alles kurzerhand in einem (überteuerten) Internetkaffee und ich freute mich wirklich schon sehr. Mittwochabend um 23.45 Uhr war als Abfahrtszeit nun also gebucht. Der letzte Arbeitstag dieser Woche (Mittwoch, der 02.06.2010) verflog dann auch superschnell, da auch Martin (unser Chef) zu den Weltkonferenztagen der AHKs nach Deutschland gereist ist und wir somit auch seine Arbeit hatten. Meine Tasche hatte ich schon am Dienstagabend gepackt und so sollte es eigentlich abends vor der Abreise nur noch schnell zum Sport gehen. Die Beine spielten nämlich endlich wieder richtig mit, dafür aber das Wetter nicht. Regen und kühles Wetter ließen mich zwar bis zum Strand laufen, dann jedoch wieder umkehren. Zum Glück, denn kurz danach fing es wieder kräftig an zu regnen. Nicht auszudenken, wenn ich genau vor Reisebeginn jetzt krank geworden wäre. So gab es noch von Romulo lecker zu bereitetes Abendbrot und dann machte ich mich gegen 22 Uhr auf den Weg zur Rodoviaria (=Busbahnhof). Mit dem Bus 128 ging es durch die dunkelsten und nicht gerade vertrauenswürdig aussehenden Straßens Rio de Janeiros. ¨

Pünktlich um 23.45 Uhr ging es dann im viel zu kalt gekühlten Reisebus auf die eigentlich 8 Stunden dauernde Fahrt in den Bundesstaat Minas Gerais nach Ouro Preto. Auch heute wieder wie gewohnt ein paar allgemeine Informationen:

Der Bundesstaat Minas Gerais (Kurzzeichen: MG) liegt im Südosten Brasiliens; seine Hauptstadt ist Belo Horizonte. Er wird verkürzt auch oft nur Minas genannt. Die Bewohner nennt man „Mineiros“. Minas Gerais ist mit 588.383 km² in etwa so groß wie Frankreich und mit rund 20,9 Mio. Einwohnern (IBGE/2006; Bevölkerungsdichte 30,5 Einwohner/km²) nach São Paulo der bevölkerungsreichste Bundesstaat Brasiliens.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Minas_Gerais

 

Ouro Preto ist eine Stadt im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Wegen ihrer barocken Altstadt ist sie in der Welt einzigartig und einer der wichtigsten Touristenmagnete Brasiliens. Seit 1980 ist die Altstadt UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Name Ouro Preto bedeutet auf deutsch schwarzes Gold. Die Stadt bekam diesen Namen wegen ihrer riesigen Goldvorkommen, die durch Eisenoxyd-Verunreinigung leicht schwarz gefärbt waren.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Ouro_Preto

 

 

Nach einer langen Fahrt kamen wir (statt 7:45 Uhr) erst um 11 Uhr an. Dies war aber nicht weiter schlimm, da wir so etwas mehr schlafen konnten und nicht so früh ankamen. Angekommen ging die Suche nach einer Unterkunft los. Nicht bedachtet hatten wir, dass wir nicht die Einzigen waren über das verlängerte Wochenende nach Ouro Preto zu fahren. Und da zudem noch ein Kongress in der Stadt zur gleichen Zeit war, gestaltete sich die Suche echt schwierig. So fanden wir eher ein „Privathaus“ als Unterkunft, wo wir im Kinderzimmer untergebracht waren. So bezahlten wir aber „nur“ 250 Reais (85€) für die 3 Nächte bis Sonntag. Alle anderen Unterkünfte gingen ab 400 Reais (150€) los, was unser Etat und unsere Planung leicht gesprengt hätte.

Mit dem Bus ging es dann in unsere Herrberge, die auf einem Berg liegt und wir somit jeden Tag 5 Minuten „Bergsteigen“ hatten. Allgemein ist Minas sehr hügelig und sehr bergig, und daher auch echt kalt.

 

 

Glückerlicherweise hatte ich mir noch eine zusätzliche Jacke eingesteckt, die auch echt gebraucht wurde und dass trotz der ansteigenden Straßen...

 

 

Kurz nach der Ankunft Donnerstagmittag machten wir uns einen ersten Eindruck von der Altstadt, die auch unter dem UNESCO-Weltkulturerbe steht.

Viele tolle alte Kirchen zeugen von altem Reichtum und Prunk. So besichtigten wir die 2. reicheste Kirche an Gold in Brasilien (die Igreja Matriz Nossa Senhora do Pilar, die als eines der erlesensten Exemplare des brasilianischen Barocks gilt). Die Reicheste an Gold steht in Salvador, Bahia, die ich auch schon sah. Leider muss man ja immer Eintritt bezahlen, jedoch nicht so viel und so schauten wir uns etwas in der Kirche um. Ärgerlich nur dann, wenn man sieht das die Kirchen spät abends für Messen offen sind und man somit kostenlos hinein kann, wenn die Massen von Touristen verschwunden sind.

 

Igreja Matriz Nossa Senhora do Pilar

 

greja Matriz Nossa Senhora do Pilar

 

Da die Stadt 80% vom Tourismus lebt, gibt es an jedem wichtigem Punkt Leute, die einem die Kirche, die Stadt oder sonstiges erklären wollen. Und dafür nicht unbedingt wenig Geld haben wollen. Für eine Kirche (also meist nicht mehr als 20min) in der Regel 10-15 Reais (4 – 6€), bzw. Eine Stadttour von rund 80 Reais (ca. 30€). Eigentlich wollten wir auch eine Stadttour machen, doch unser Guide hatte nur Zeit, um uns die Stadt für die von uns vereibarten 40 Reais zu zeigen. Denke mal, er hatte immer andere zahlungskräftige Kunden gefunden. So entdeckten wir die Stadt mit Reiseführer selbst am Donnerstag.

Ouro Preto heißt ja (wie unter dem Link gelesen?!) schwarzes Gold und es gibt hier sehr viele alten Mienen. So lag es nahe eine alte Miene, die nahe der Altstadt liegt, zu besichtigen. Der Mienenbesitzer, ein ziemlich älterer Herr, schloss uns sofort in sein Herz und so mussten wir nur 10 statt 20 Reais Eintritt in die Mine „Chico Rei“ bezahlen.

 

Eingang Mine Chico Rei

 

Innen drinne war sie aber nicht der allzu große Wurf, dafür jedoch sein Hof, den uns sein Besitzer voller Freude zeigte.

 

Mitten drin, statt nur dabei

 

So gab es zum Probieren auch selbstgebrannten Cachaca, und Cachaca süß wie Limonade gebrannt. Uhm, dass war echt lecker.

Danach ging es zum „Praça de Tiradente“. Einem auch sehr historischen Punkt der Stadt. Hier wurde der erste Komplott gegen die koloniale Herrschaft der Portgiesen geschlossen. Der Anführer dieser Gruppe war Zahnarzt und so wurde er nun Tiradente (=Zahnarzt) genannt. Doch der Komplott flog auf und so wurde die Gruppe zum Tode verurteilt. Da jedoch die Gruppe hohes Ansehen im Bürgertum besaß und Portugal gegen immer mehr Aufständen in Brasilien zu kämpfen hatte, beschloss der König sie  "nur" ins Exil zu verbannen. Dummerweise kam der nötige Befehl aus Portugal zu spät mit dem Boot für Tiradentes in Brasilien an und so wurde er noch gehängt. Zum Glück haben wir heutzutage Faxgeräte :-) In der Mitte des Platzes (und im Foto) findet man daher noch heute eine Statur von "Tiradente".

 

 

Praça Tiradentes

 

Doch der Platz mit einer weiteren Kirche ist einmalig schön und mit einer klassen Aussicht auf die Umgebung verbunden, wenn auch mit krätig Bergsteigen. Schnell wurde es Abend und die Kälte ließ uns in unser Zimmer zurückkehren.

 

Praça de Tiradente

 

Igreja São Pedro dos Clérigos

 

Der Plan für Freitag sah vor mit einer Dampf-Lokomotive nach Mariana, einer anderen 12km entfernten historischen Stadt zu fahren. Da wir jedoch die Stadtführung planten, verlegten wir den Ausflug auf Samstag, verbunden mit der Hoffnung auf besseres Wetter. So erkundigten wir am Freitag, den 04. Juni 2010 weiter die Innenstadt ,die voller lebhafter Studentenwohnheime ist, besuchten einen supertollen Markt, wo es herrliche selbstgefertigte Produkte aus Stein zu kaufen gab und besuchten auch heute noch andere kleine Gassen und Kirchen.

 

 

 

Zum Nachmittag tranken wir eine leckere und cremige heiße Schokolade, bevor es zum Abendbrot im Restaurant einen leckeren Broccoli-Käse-Mix gab. So ging auch der recht diesige und kühle Freitag ziemlich schnell herum.

Samstag standen dann wir extra früh um 8.20 Uhr auf, um die Dampf-Lok nach Mariana pünktlich um 10 Uhr nehmen zu können. Das ging leider nach hinten los, da die Tickets restlos ausverkauft waren. Da die nächste Bahn erst um 14 Uhr fuhr, entschlossen wir uns notgedrungen mit dem Bus nach Mariana zu fahren. Weniger schön, sparten wir so wenigstens kräftig Geld. Statt 18 Reais (pro Person!!) mit dem Zug, bezahlten wir nur 2,65 Reais. Dazu kamen wir noch früher als der Zug in Mariana an. Mariana liegt auf dem so genannten "Goldkreis", in der zentralen touristischen Gegend von Minas Gerais in der Nachbarschaft der bekannten Weltkulturerbestätte Ouro Preto. Ebenso wie diese ist auch das Erscheinungsbild Marianas stark vom brasilianischen Barock geprägt. Anders als in Ouro Preto ist die Stadt mit ca. 50.000 Einwohner beschaulicher und weniger touristisch. Mariana wurde 1696 (nach anderen Quellen 1703) am Ufer des Flusses Ribeirão do Carmo gegründet und war die erste Hauptstadt von Minas Gerais. Einige Jahre später wurde die Ortschaft zum Dorf, und 1745 zur Stadt erhoben. Sie erhielt ihren Namen Mariana nach Dna Maria Ana D’Austria, die Frau des Dom João V.

 

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mariana_%28Brasilien%29

 

Durch sehr schöne und alte Gassen ging es für uns hoch zu der Igreja São Francisco de Assis und der Igreja Nossa Senhora do Carmo.

 

Igreja (=Kirche) São Francisco de Assis und Igreja Nossa Senhora do Carmo

 

Hier steht noch ein altes Peloutinho, wo früher Sklaven bestraft und ausgepeitscht wurden. Pelourinho? Da war doch was? Ja, richtig. In Salvador war ich im Stadtteil Pelourinho und entdeckte nur jetzt seine Bedeutung…man lernt dazu.

Pelourinho

 

Danach liefen wir durch kleine hübsche Straßen zur Igreja São Pedro dos Clérigos hinauf.

 

 

 

Von hier aus hatten wir wiedermals eine klasse Aussicht auf Mariana, wenn auch heute es etwas diesig war. Später jedoch ganz herrlich die Sonne hervorkam und wir zum ersten Mal in Minas Gerais die Sonne sahen. Auch sonst fiel uns schnell auf, dass das Klima in Mariana bedeutend milder, als in Ouro Preto ist. Und das obwohl die 2 Städten nur 12km voneinander auseinander liegen.

Diesmal wurden wir schwach und nahmen uns einen Guide, der uns die Kirche erklärte. Wenn auch sehr gut, unserer Ansicht zu teuer. Trotzdem ist die Igreja São Pedro dos Clérigos etwas besonders, da sie die Einzige in der Region mit einem Holzaltar ist und ab nächsten Monat nach ca. 250 Jahren erstmals restauriert wird. Nach Besichtigung stiegen wir, die von Holzwürmer durchfressenen Holztreppen, bis zum Turm hinauf und läuteten die Glocken.

 

 

So langsam meldete sich dann unser Magen. Doch bevor es zum Mittag ging, besuchten wir noch die 3. reicheste Kirche an Gold in Brasilien - Catedral Basílica de Nossa Senhora de Assunção. Als zusätzliches Highlight beherrbergte diese Kirche, oder eigentlich Kathedrale, eine in 2002 restaurierte Orgel von Arp Schnitger, die 1701 in Hamburg gefertigt wurde und zunächst in Lissabon  durch Schnitgers Mirarbeiter Heinrich Hulenkampf aufgestellt wurde. 1752 wurde sie nach Mariana überführt.

Auch hier hätten wir wieder die “einmalige Möglichkeit” von Erklärungen von Einheimischen gehabt. Doch irgendwie kamen uns inzwischen alle Kirchen gleich vor und beließen es daher bei der Besichtigung.

 

Catedral Basílica de Nossa Senhora de Assunção

Danach stärkten wir uns recht lecker mit Essen aus Minas und entschieden uns dann sehr spontan zu einer Miene etwas außerhalb von Mariana. Zu erst besichteten wir eine alte Gruft, die tief in die Erde bzw. In den Felsen hinragte und wir uns ziemlich ducken und kleinste Engungen durchquetschen mussten. Danach ging es in alte Miene, in der noch gefördert wird. Zwar nicht mehr Gold, oder Silber, aber kleine “Glitzersterne”, dessen Namen mir natürlich nichts sagten. Hier und da sah es aber noch so aus, als ob Gold in den Wänden stecken würde. Selbstredend gab es auch hier wieder zahlreiche Einheimische, die uns die Miene zeigen wollten, und ihre Steine verkaufen wollte und damit bei uns sogar auf offene Ohren stoßen…

 

Gegen 17 Uhr ging es zurück nach Mariana, von wo wir einen weiteren Bus zurück nach Ouro Preto nahmen, wo es schon wieder bedeutend kühler war. Zurück in Ouro Preto kauften wir am Busbahnhof unsere Tickets nach Belo Horizonte, der Hauptstadt von Minas Gerais, von wo wir am Sonntag, den 06.06.10 zurück nach Rio flogen. So genossen wir bis spät abends am Samstag noch den Trubel der Innenstadt und aßen zum Abendbrot ein Subway ähnliches Sandwiche, da die Restaurants wirklich überteuert waren.

 

Sonntagfrüh hieß es dann für uns um 8 Uhr aufstehen, schnell frühstücken, uhm die Pão de Queijos aus Minas sind eine Spezialität und sooooooooo lecker und danach ging es für uns mit dem Privatauto als Taxi, des Sohnes unserer “Herrberge” zum Busbahnhof und schon um 9 Uhr fuhr unser Bus Richtung Belo Horizonte ab. Dort nahmen wir einen weiteren Bus Richtung Flughafen und unser Flieger startete von dort gen Heimat Rio de Janeiro um 13:50 Uhr. Um 15 Uhr am Sonntag, den 06.06.2010 kamen wir wieder im warmen Rio de Janeiro an und unsere Kurzreise nach Ouro Preto, die sich eindeutig gelohnt hat, war endgültig zu Ende.

Den Restsonntag verbrachte ich dann bei Loren und mit dem Film “Avatar”, bevor  gestern am Montag, der Ernst des Lebens mich wieder hatte. Am Abend ging es dann für mich, nach einer Woche Auszeit, auch mal wieder zum Sport, der mir wirklich gut tat.

 

Nun wisst ihr alles Neues von mir und konntet hoffentlich auch ein paar Eindrücke von meiner Reise gewinnen. Inzwischen ist auch schon Winter in Rio de Janeiro, der eigentlich auch recht kühl ist.  In den gestrigen Morgenstunden wurde sogar die kälteste Temperatur dieses Jahres (12 Grad) gemessen. Tagsüber haben wir aber immer noch angenehme 25 Grad und somit freue ich mich auf meine Mittagspause, die in 15 Minuten beginnen wird.

Liebste Grüße aus Rio de Janeiro an alle Leser und bis hoffentlich bald. 

PS: Sehr gefreut habe ich mich auch bis 2 tolle Briefe in diesen Tagen aus Wernigerode!
Besten Dank dafür!

 

 

Am Ende angekommen

Sonntag, 30.05.2010

Zum absoluten Wochenabschluss wieder etwas von mir. Meine Arbeitswoche verlief wirklich, wirklich sehr ruhig. So gab es eigentlich viel Neues, außer den Nachrichten im Internet.

Freitag nach der Abend fuhr ich dann schon nach Copacabana um mein Kit für das Rennen am Sonntag abzuholen. Es war auch recht einfach zu finden und lag sehr schön in einer Festung am Ende von Copacabana. Natürlich wurden auch gleich die entsprechenden Artikel mit angeboten und ich probierte einige (Lauf-)Schuhe an, schon mit der Absicht sie nicht kaufen zu wollen (=können), da sie rund 300 € kosteten. Aber schon passend waren sie trotzdem. Naja, später mit der ersten Million mal.

Die optimale Rennvorbereitung begann dann päter am Freitag. Statt leichtem Sport am Strand, ein langer Tanzabend in der Disse mit gut Caipi. Es galt das Mariziunn in Copacabana auszuprobieren. So wurde kurz vor Feierabend im Büro noch der Flyer für verbilligtem Eintritt und 2 Freigetränken ausgedruckt und nach etwas Ruhe ging es um 24 Uhr los. Vinicius erklärte mir dann doch noch, dass wir hier schon einmal waren (gut, dass ich mich sogar noch dunkel erinnerte) und alsbald wurde es lange Nacht. Und sogar richtig günstig mit 25€, und nicht weniger schlecht. Im Gegenteil es war anscheinend ziemlich gut, wie mir mein Kopf am nächsten Tag sagte und meine Fahne mich wohl auch etwas verriet, als ich mit Loren, Björn und Jussara zu „Festa Junina“ in Boa Vista in einem Park ging.

 

 

 

Aufgestanden wurde allerdings nicht vor 15 Uhr. Trotz Show und vielen Aktionen ging es für mich um 19 Uhr nach Hause und noch Früchte kaufen Obstsalat machen für das Frühstück am Sonntag.

Das Frühstück kam dann leider viel zu früh - nämlich schon um kurz vor 6 Uhr und dass am Sonntag. Dann ging es kurz nach 6 Uhr mit dem Bus Richtung Stadtteil Flamengo, wo das Rennen um 8 Uhr losgehen soll. Man jedoch bis 7 Uhr sich noch seinen Chip (zur Erfassung der Laufstrecke und Zeit) abholen musste. Es galt das 10Milhas-Rennen (10Meilen=16vkm) von Rio de Janeiro zu absolvieren.

So verbringe ich die verbleibene Zeit bis zum Start mit etwas Ruhe und der herrlichen Landschaft. U.a. der aufsteigende Sonne und dem wolkenbehangenen Zuckerhut - einfach traumhaft.

Punkt 8 Uhr ging es dann an den vollen Start. Die ersten 3 Kilometer waren noch ganz in Ordnung, aber noch 5 km, da war zum ersten Mal die erste große Erschopfung samt kleinem Durchhänger durch. Doch nach etwas 2 langsameren Kilometer und der Hälfte nach 8 Kilometer (5Meilen), ging es wieder aufwärts, besser abwärts mit der verbleibenen Reststrecke. Meine Zeit für die 16 km hatte ich so auf die 1:30h hochgerechnet und lag da mit 1:24h ganz gut im Rennen. Die tolle Stimmung im Ziel und insbesondere das Ziel, ließen mich wirklich froh sein und voller Vorfreude auf das nächste Rennen blicken. Eine Medaille und viele tolle Erinnerungen werden den Tag für mich sicher prägen, genauso wie der Muskelkater, den ich heute am Dienstag noch spüre. 

Leider habe ich noch nicht allzu viele Fotos, außer von dem Ergebnis und das spricht doch eine klare Sprache?

Später werde ich noch andere Bilder hinzufügen:

Sehr schöne, aber allgemeine Fotos gibt es jedoch schon hier:

http://o2porminuto.uol.com.br/10milhas/rj/galeria_fotos.html

Sonst noch diese hier. Was für eine tolle Kulisse, oder?

 

Trotzdem hat es sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich schon auf das nächsten Rennen, dann Halbmarathon, im Juli. Der Sonntagnachmittag brachte dann erst einmal hauptsächlich ausruhen. Da wir wirklich herrliches Wetter hatten, "humpelte" ich etwas am Strand entlang und genoss die Sonne dieses herrlichen Sonntags in meinem geliebten Ipanema, in dem ich wahrscheinlich schon bald nicht mehr wohnen werde. Es ist einfach zu teuer, doch nicht ich, sondern Romulo nahm, das nun zum Anlass, um unsere Wohnung wahrscheinlich zum 30.06. zu kündigen. Muss ich wirklich anfangen, mir etwas Neues zu suchen. Doch eines ist sicher, Ipanema werde ich ganz sicher vermissen. Sicher, ruhig, Strand, Sonne, Meer, was will man mehr.

Umso genoss ich natürlich den Sonntag und auch Loren überraschte mich mit einem Blumenstrauss zu Hause. Doch schon früh am Abend gegen 21 Uhr übermannte mich dann doch die Müdigkeit und ließ mich erst um 8 Uhr am Montag mit schönem Muskelkater aufwachen. So war das "Arbeiten-Gehen", wirklich eine Arbeit. Und auch auf Arbeit scheint es jetzt wieder mehr zu tun zu geben, nachdem wir eine Ausschreibung gewonnen haben und nun Teilnehmer gewinnen müssen und andere zahlreiche Dinge wie Firmenbesichtigungen organisieren müssen. Es geht also aufwärts. Ob es morgen schon wieder zum Sport geht, mag ich heute aber noch bezweifeln.

Doch die Woche ist kurz. Nachdem wir heute beschlossen haben, Freitag nicht zu arbeiten, da Donnerstag ja Feiertag ist und wir somit ein schön langes Wochenende haben, werde ich wahrscheinlich die 4 Tage nach Ouro Preto im Bundesstaat im Minas Gerais fahren. Dazu dann später aber mehr. Für heute Montagabend gab es ebend ein Hotdog auf der Straße zum Abendbrot und nun gilt es wieder die Beine hochzulegen.

Bis zum nächsten Mal, sportfrei!

Noch ein kleiner Spaß, den ich gerade gehört habe:

"Ein anderes Wort für Fremdgehen - Entlastungsbohrung."  :-)

 

Unterwegs in Rio

Montag, 24.05.2010

Über 3 Monate sind nun schon vergangen, seitdem ich in Brasilien. Beinahe Halbzeit, eigentlich unvorstellbar. Insbesondere wenn ich bedenke, dass ich eigentlich nichts besonderes mache. So verflog die letzte Woche wieder wie im Fluge. Tagsüber wartete die Arbeit und abends der Sport. So wieder Mittwochabend auch wieder Fußball gespielt, wenn auch diesmal richtig schlecht, und ich wartete auf das Wochenende. Freitag war es dann endlich soweit.

Am Wochenende musste ich jedoch aus der Wohnung. Die Wohnung unter unserer steht wohl voller Wasser und angeblich soll es aus unserer kommen. Bei uns ist jedoch nichts erkennbar, daher störte es mich nicht weiter und ich hätte am liebsten alles gelassen. Doch es ließ sich nicht vermeiden und so mussten wir zum Wochenende raus. Ich bin ja heute einmal gespannt, ob die aufzubrechenden Stellen in unserem Badezimmer schon wieder dicht sind und auch sauber gemacht wurde. Ich habe nichts gehört und so bin ich wirklich auf heute Abend gespannt.

Daher ging es für mich direkt Freitag nach der Arbeit mit der Metro zu Vinicius. Leider schaute ich nicht ganz so genau hin, wohin  die Metro eigentlich fuhr. Problem ist nur, dass sie sich auf halbem Wege teilt. Ja, und für mich ging es dann ab dem halben Wege eben in die falsche Richtung. Also wieder in der vollen Metro zurück. Was solls. Der Abend führte uns dann ins nahegelegene Shopping –Center von Tijuca, wo bei MC-Donald zu Abend aßen. Gibt es in Deutschland auch diese „WM-Burger“? Jeden Tag gibt es einen anderen Burger landestypisch. So wird der Deutschland-Burger hier mit - typisch deutsch – Würstchen verkauft...

Gleichzeitig trafen wir uns mit der Cousine von Vinicius, ihrem Freund und Bruder und haben Biergläser „gewonnen“. Jede 2 Bier man trank, hat man ein Bierglas von der WM mit Landesflaggen kostenlos bekommen. Jetzt haben wir auch wieder mehr Gläser...:-)

Danach schwatzten und tranken wir bei Chicha noch bei ihr zu Hause und es war ein echt netter relaxter Abend, als wir uns um 2 Uhr morgens nach Hause aufmachten. Alle wollten ein Taxi nehmen, da es jedoch nur 2 Straßen waren, hielt ich es nicht für nötig und wir kamen ja auch – ohne ausgeraubt zu werden – bei Vinicius zu Hause an. Tot müde von der Woche fiel ich ins Bett und schlief bis 14 Uhr Samstag.

Nach einem kurzen Frühstück machten wir uns auf die Suche nach einer geeigneten Bar. In der Nähe von Vinicius Haus, ist meine Lieblingsbar, die auch immer Fußball zeigt. So machten wir uns rechtzeitig auf den Weg, da diese immer ziemlich voll ist. Anscheinend jedoch noch nur bei nationalen Spielen. Das Champions-League Endspiel scheint hier keinen wirklich zu interessieren. Bar noch geschlossen und wirklich keiner da. So machen wir uns auf den Weg und sehen das Spiel dann im australianischen „Outback“-Restaurant bei einer kalten Klimaanlage, noch kälter und schlechter als das Spiel. Wir hatten uns das natürlich etwas anders vorgestellt, nichtsdestotrotz war Inter einfach besser.  Danach ging es nach Hause und es wurde sich von dem anstregenden Spiel ausgeruht, bevor wir uns am Abend mit Freund trafen und nach Grajau fuhren. Bisher war ich fast noch nie in Grajaú (Stadtteil von Rio), da es dort auch nichts besonderes gibt. Trotzdem fühlte ich mich wie in einer anderen Stadt. Statt hohen Gebäuden und breiten Straßen, das genaue Gegenteil. Kleine enge Straßen mit vielen kleineren und schöne Häusern. Hat irgendwie nichts mit Rio zu tun. So verbrachten wir dort den Abend in einer Bar und relaxten etwas mit einem Jungem, der der Bruder von einem ganz bekannten Schauspieler hier ist. Gut nur, dass keiner ihn kennt, geschweige ich den Bekannteren. So waren wir auch heute wieder etwas später zu Hause, sodass der Sonntag auch nicht vor 13 Uhr begann.

Am Sonntag wollten wir dann eigentlich nach Ipanema fahren und etwas am Strand spazieren gehen. Aus diesem Grund warteten wir auf die U-Bahn und wunder, wunder, dass kann nur Schicksal sein, trafen wir Steffi (meine Arbeitskollegin) und ihren Freund in der einfahrenden U-Bahn genau an der Tür, wo wir einsteigen und sie aussteigen wollen. So schmeißen wir kurzerhand unsere Pläne über den Kopf (obwohl wir schon die Metro bezahlt hatten) und fuhren mit ihnen in den Parque de Tijuca, wo ich auch noch nie war:

 http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark_Tijuca

Und ich habe es auch nicht bereut. So wanderten wir etwas im riesigen Park, wenn auch in Flip-Flops, da wir ja eigentlich zum Strand wollten und genossen die Wasserfälle und einige herrliche Tiere, wie übersetzt das „Huhn aus Afrika“ und andere freiherumlaufende Tiere.

Vinicius, Steffi und ich

Ich, Steffi und Ricardo

Gegen 16 Uhr fuhren wir aber zurück, da wir das Spiel Fluminense – Corothians São Paulo sehen wollten, welches Fluminsense mit 1:0 verlor. Zum Spiel gab 2 Pizzen, die so riesig waren, dass sie für 6 Personen ausreichten. Etwas müde, entschieden wir uns den Tag im Rio-Sul-Shopping Center ausklingen zu lassen. Ein Vergnügen war das nicht. Insbesondere wenn Frauen am Sonntagabend kurz vor Ladenschluss Arbeitskleidung für den folgenden Montag finden wollen. Zum Glück war ja Sonntag und somit schon um 21 Uhr Ladenschluss. Gegen 22.30 Uhr war ich dann wieder bei Vinicius zu Hause und der Abend wurde nicht besonders lang, da ja der Montag wartete. So fuhr ich heute Morgen von Tijuca zur Arbeit und stehe nun schon wieder kurz vor Feierabend, über den sich alle Luete in Deutschland heute – zum Pfingstmontag – keine Gedanken zu machen brauchen. Meine sind jedoch bei euch und im Feierabend und verbleibe daher für heute.

 

Unterwegs in São Paulo

Dienstag, 18.05.2010
Padrão Carta Eventos

der ich meine Meinung über São Paulo schon ziemlich änderte. Doch der Reihe nach.

Eigentlich hätte ich das Wochenende in Rio ausnutzen sollen, weil Romulo zum ersten Mal auch über das Wochenende weg war. Doch wie es der Zufall will, hatte ich schon vorab einen Flug mit Loren zusammen nach São Paulo gebucht. Dort sollte Samstagabend bis Sonntag ein Kulturevent stattfinden, was ich mir so ähnlich wie „Lange Nacht der Museen“ vorgestellt hatte.

Etwas früher machte ich mich gegen 16 Uhr von der Arbeit auf zum nationalen Flug Santos Dumont, von dem ich aber nicht flog, sondern einen Bus zum Internationale Flug „Galeão“ oder offiziell auch Tom Jobin nahm.

Während ich wie immer sehr pünktlich ankam, war ich mir da bei Loren nicht so sicher und schickte ihr schon 3 Stunden vor dem Abflug eine SMS, dass sie doch bitte losfahren möchte. Freitagabend...etc...

Naja, eine Stunde vor dem Abflug bekam ich eine SMS, dass sie jetzt von Arbeit losgeht – hätte ich explodieren können. So kam es, wie es kommen musste. Sie verpasste natürlich den Abflug und so flog ich alleine Freitagabend nach SP. Später gab es zwar noch andere Flüge, doch hätte sie 600 Reais (250E) Umbuchungsgebïhr bezahlen müssen, weshalb sie nur am Samstagfrüh um 5 Uhr losfliegen konnte. Ich versuchte stattdessen in SP bei Duda unterzukommen, die aber leider am Wochenende bei ihren Eltern in Americana war, sodass ich mich doch entschied mit dem Bus und der Metro zu unserem gebuchten Hotel zu fahren. Trotz einmaligen in die falsche Richtung Laufens, fand ich unser Hotel recht schnell. So schaute ich die „Novela“, die heute Abend auslief und ging dann noch einmal kurz vor das Hotel um zu essen. Entschied mich jedoch nicht allzu lange umherzulaufen, da es mir nicht gerade sicher erschien, nachdem mir schon mein Trinken abgebettelt wurde und auch sonst nicht besonders die vertrauenswürdigsten Menschen auf der Straße waren. So schlief ich bis 8 Uhr morgens Samstag als Loren im Hotel ankam und wir direkt zum Frühstück gingen und dann noch bis 13 Uhr weiterschliefen, auscheckten, unsere Taschen im Hotel ließen und etwas spazieren gingen. Nämlich auf die wohl berühmteste Shopping-Straße São Paulos. Nicht gerade echte und qualitativ hochwertige Produkte, aber so bekam ich u.a. 12 Socken für 4 Euro und ein nettes Brasilientrikot für 8Euro. Zum Mittag ging es auf einen ganz tollen Markt, wo es allerhand Leckereien gab wie getrockene, als auch frische Früchte, Fisch, Brote, etc...einfach alles gab.

Für mich gab es, nach Ewigkeiten anstehen (was mir leider sehr negativ in SP aufgefallen ist, aufgrund der Menschenmassen), ein leckeres Wurst-Mozzarella-Sandwiche, während Loren etwas Arabisches aß.

Nachdem wir uns gesättigt, gestärkt und ermüdet hatten, holten wir unsere Taschen im Hotel ab und fuhren zu Freunden, wo wir die Nacht zu Sonntag verbringen sollten. Erst erzählten wir nett etwas und machten uns dann gegen 21 Uhr auf den Weg in die Innenstadt, die komplett gesperrt war. Am Anfang war die Stimmung auch noch sehr ausgelassen, das Wetter noch nicht ganz so kalt und wir sehen einige nette Shows, u.a. ein Schattenspiel, eine Tanzvorstellung und ein Orchester. Ziemlich schnell wurde aber klar, dass es nichts mit „Lange Nacht der Museen“ zu tun hatte, sondern eher ein riesig großes Freiluftkonzert auf die ganze Stadt verteilt sind werden würde. Was nicht weiter schlimm war. Doch gegen Mitternacht wurde es trotz Jacke etwas kühler und auch die Gestalten auf den Straßen „änderten“ sich. Die zivilisierten Massen, wichen viel mehr den etwas angeheiterten und so wurden einige Straßen noch dunkler und nicht sicherer. Uns passierte nichts, sicherlich auch, weil wir eben diese Straßen mieden und auch sonst war es nicht überwiegend gefährlich, doch war mir auch nicht immer alles ganz geheuer und so war schon schwerer alles normal zu genießen. Gegen 3 Uhr machten wir uns auf den Heimweg und trafen noch einen Jungen, der durchaus ausgeraubt wurde – samt Schuhen, was man öfter hört in Brasilien, ich aber noch nie irgendwie gesehen oder erlebt hatte.  Er stand nun ohne Schuhe da und kam mit uns zur Metro, wo wir ihm dann den 1Euro für die Fahrt nach Hause gaben. Zum Glück hatten wir vorab schon unsere U-Bahn-Tickets gekauft, denn hier war eine Riesenschlange...mein Gott. Trotz allem war es eine sehr schöne Nacht und wir kamen ja auch ohne Probleme wieder zu Hause bei den Freunden und fielen nur noch tot ins Bett. Eiegtnlich wollten wir den Sonntag ja auch noch etwas nutzen, da wir jedoch erst 15 Uhr mit dem Frühstück fertig waren und unser Flieger schon um 19 Uhr ging, reichte es nur für einen kleinen Spaziergang ins nahe gelegene Shoppingzenter, wo wir „Alfajor“-Kekse aus Argentinien zu unserem Kaffee aßen. Dann ging es leider schon wieder Richtung „Congonhas“-Flughafen, der mir anscheinend nicht so viel Glück bringt. Schon zum Karneval, als ich in Brasilien ankam, durfte ich hier 9 Stunden meines Lebens mit Warten verbringen und auch heute musste ich mich wieder gedulden. So kamen wir mit 2 Stunden Verspätung in Rio an und fuhren zu mir nach Hause, da Romulo erst am Montagabend zurückkam. Da wir beide aber am Wochenende nicht zu Hause waren, war der Külschrank aber auch ziemlich verweist. Aber zum Glück sind wir ja nicht in irgendeiner Kleinstadt und ich wohne in Ipanema, wo man auch nachts noch ohne größere Einschränkungen nachts herausgehen kann. So aßen wir kurz nach Mitternacht nach eine leckere Mischung aus Falafel und Döner und waren dann auch wieder tot müde im Bett. So fiel der Montagmorgen auch recht schwer, nichtsdestotrotz war ich überraschenderweise am Abend voller Energie beim Sport zu dem ich die 3,5km sogar hinjoggte und auch nach dem Sport die Entfernung wieder zurück joggte. Nun ist auch schon wieder Dienstagabend und die Woche hoffentlich bald wieder herum.

Vielleicht zum Abschluss noch ein paar Worte zu São Paulo. Ich hatte eine sehr schöne, wenn auch kurze Zeit dort, in der ich meine Meinung revidierte. Von Großstadt, die nichts hat, zu einer Megastadt, die eigentlich ziemlich viel zu bieten hat. Insbesondere ein ziemlich gut ausgebautes U-Bahnnetz, im Vergleich zu Rio. Auch modisch und kulturell hat SP einiges zu bieten. So ergeben sich durch das (kühlere) Klima ja auch schon ganz andere (modische) Möglichkeiten und auch sonst hatte ich das Gefühl, dass die Leute mehr Wert auf ihr Äußeres und Outfit legen – im krassen Gegensatz zu Rio.

Besonders die andere verschiedene Aussprache und Dialekt haben mir sehr gefallen und mich einige Male sehr zum Schmunzeln gebracht. Auch wenn ich nicht längerfristig in SP wohnen möchte, ist es sicherlich auch eine ziemlich interessante Stadt, was ich vorher nicht so wahrgenommen habe und somit sich die Reise schon gelohnt hat.

Fotos habe ich leider kaum geschossen, werde aber die wenigen, die ich habe noch versuchen später zu integrieren. Lasst es euch gut gehen und man sieht sich hoffentlich bald mal wieder:-)

 

Meine letzte Woche

Freitag, 14.05.2010

Bevor es heute Abend nach São Paulo geht, vielleicht noch einmal das Neuste aus meiner Woche.Samstag waren wir also beim Redbull-Racing, wovon ich ja auch schon die neuesten Fotos hochgeladen habe.Nachdem es dort am Strand wirklich unglaublich heiß war, bekam ich auch gleich ziemlich schnell wieder (etwas zu rote) Farbe.

Daher beschlossen wir, gleich noch zum Strand zu fahren.

 

 

Dort um 15.30 Uhr angekommen und schön mit Sonnencreme vollgeschmaddert, kam ein Wind auf, der vermutete ließe, als ob die Welt gleich untergehen würde.

So gings nach Hause und wir bekamen Besuch von Romulos Cousins, die auch lecker Essen mitbrachten. So war das Abendessen gerettet und der Samstagabend konnte beginnen.

Zu erst traf ich mich mit Steffi und ihrem Freund und 3 Mädels aus Deutschland (die zufällig an der gleiche Uni wie ich studieren!!) in einer Bar, bevor wir uns auf den Weg zu einer Disco machten. Dort mussten wir kräftig anstehen, was jetzt nichts ungewöhnliches ist. Allerdings hatten wir nicht wirklich Glück mit dem Wetter und es regnete ohne aufzuhören. So waren alle klatschenass, als wir endlich drinne waren. Trotzdem hatte die Polizei keine Gnade mit den wartenen Leute unter einem Zelt auf der anderen Straßenseite einer Bar. Schließlich darf man keine Partyzelte mehr auf der Straße haben. Dann müssen eben die Leute im Regen stehen... innendrin trafen wir dann zufällig einen Arbeitskollegen, der am Freitag seinen letzten Tag im Büro hatte...unglaublich. Voll war es auch:

 

 

So wurde es eine lange Nacht und ich war Sonntagmorgen um 6.30 Uhr wieder zu Hause. Dummerweise musste ich um 11 Uhr aufstehen, da ich mit Loren ausgemacht hatte, mit ihr und ihrer Mutter zum Muttertag essen zu gehen. Danach gingen wir noch in ein Kino und schauten uns einen brasilianischen Film an. Montag ging es dann direkt zur Arbeit. Doch die Woche brachte allgemein nichts besonderes. Etwas Arbeit jedoch nichts stressiges. So ging es jeden Arbeit nach der Arbeit zum Sport und dann direkt danach schlafen. Vielleicht noch eine witzige Geschichte. Ich habe einen brasilianischen Freund in Deutschland, von dem ich wusste, dass er nach Rio kommt. Ich wussste nur nicht wann. Am Montag kam ich zur Arbeit und eine Kollege fragt mich, ob ich eben genau diesen Jungen kenne...er ist im Moment bei der Freundin meines Arbeitskollegin untergekommen...wie klein doch die Welt ist...

Sonst freue ich mich auf meine Kurzreise nach São Paulo, wo es an diesem Wochenende eine Art „Lange Nacht der Kulturen“ geben soll, wo alles die ganze Nacht offen sein soll. Ich bin gespannt.

Ansonsten hatten wir am Donnerstag nicht frei und mussten leider arbeiten, werden dafür aber den 3.6. frei haben, was uns aber nicht so viel bringt, da wir auch Freitag wieder arbeitenL So wünsche ich trotzdem noch allen Männern einen schönen Herrentag und viel Spaß. Nächste Woche melde ich mich wieder, mit den Details aus SP!

 

Updates

Donnerstag, 06.05.2010

Nach einer entspannteren Woche (dazu folgt später mehr), war die letztere  (26.4. -30.4) schon ein anderes Kaliber. Am 29.4. stand uns ein Mega-Event mit vielen brasilianischen Politikern und u.a. auch Wirtschaftsminister Rainer Brüderle bevor. So wurden die Tage im Büro länger und die Nächt kürzer. Der Höhepunkt war dann am Mittwoch erreicht. Den Vortag vom Event. Alles musste noch einmal geprüft und gegengecheckt werden bzw. die letzten Feinheiten erledigt werden. So verging der Tag sehr schnell und es wurde schnell 22 Uhr. Dann wurde uns das Licht von der Gebäudeverwaltung abgeschnitten, doch wir waren noch nicht fertig. So hieß es im Halbdunkeln weiterzuarbeiten. Nur Glück, dass ich mir doch keine Karte für das „Champions-League Spiel Südamerikas“ (copa Libertadores) von Flamengo gekauft hatte. Denn dies fing um 22 Uhr an und zu allem Überfluss goss es noch in Strömen. So spendierte uns unser Chef um 22.45 Uhr wenigstens ein Taxi. Der Fahrer zog uns natürlich auch übers Ohr (preislich gesehen natürlichJ), aber er hatte schlagende Argumente. Kein freies Taxi, was hielt und dazu strömender Regen, ließen uns trotz teuerer Preisabsprache nicht aussteigen. Völlig tot lag ich um 23.30 Uhr im Bett und konnte trotzdem kaum ein Auge zu machen. Um 6.15 Uhr klingelte dann der Wecke schon wieder, damit ich rechtzeitig um 7.30 Uhr auf Arbeit sein konnte. So wurden die wirklich allerletzten Arbeiten getan, wie Banner aufstellen Headsets runter bringen, etc. Kurz vor 10 Uhr gings dann wirklich los. Samt Polizeiaufgebot (schön auch im 2.Bild rechts vor unserer Eingangstür zu sehen) und gesperrter Straße und dunklem Dienstwagen kam dann unser lieber Minister. Schnell ein paar Fotos mit den wichtigsten Leuten uns los ging das Event.

 

 

 von links: weiß ich nicht; der AHK-Kammer-Präsident; Rainer Brüderle; mein Chef und Geschäftsführer; der Generalkonsul

Und noch ein nettes Foto mit meinen echt coolen Kollegen:

 Staff AHK Rio de Janeiro

 

 

 

 Churrasco im Papa-Grill

Trotz einigem Stress verlief es doch ganz erfolgreich und alle waren zufrieden. Am Abend war ich dann so fertig, dass ich sogar den Empfang beim Deutschen Konsul vergaß und tot im Bett lag. Der Freitag verlief den relativ relaxt, genauso wie das letztere Wochende, wo ich wirklich fast nichts machte, außer schlafen.

Obwohl das Wetter am Wochenende, entgegen aller Vorhersagen (die stimmen hier irgendwie nie), wirklich schön sonnig war. Ich aber gar keine kurzen Sachen mit in Niteroi hatte.

So begann die neue Woche eher entspannt und die letzten Arbeiten zum Event (wie Dankesschreiben) wurden erledigt. Da es mir inzwischen wirklich wieder 100%ig gut geht, versuche ich mich nun auch sportlich wieder mehr zu betätigen. So mache ich wieder Sport am Strand abends nach der Arbeit, der einen richtigen Ausgleich zur Arbeit darstellt und mich tot um 23 Uhr ins Bett fallen lässt. Alleine schon der Fußweg dorthin, ist mit 25 Minuten schon eine Einheit. Dann noch ca. 1 Stunde Sport im Strand...Koordination, Streching, Sit-ups, etc. und 25 min zurück laufen sind schon echt nicht ohne, aber genau richtig. Schließlich habe ich große Pläne. Am 30.5. will ich dann einen Halbmarathon laufen und je nach Form am 18. Juli einen ganzen Marathon, oder auch „nur“ einen weiteren Halbmarathon. Mal sehen.

Gestern stand aber nicht Sport am Strand auf dem Programm, sondern eher Fußball spielen. Im Großen und Ganzen hat es auch Spaß gemacht, allerdings meckern und beschweren die sich hier über jede Kleinigkeiten und machen sich gegenseitig an, sodass es zwischenzeitlich wirklich keinen Spaß macht. Nach Fußball ging es es dann noch in eine Bar, wo wir das Rückspiel von Flamengo in der Südamerikanischen Champions League schauten. Und Flamengo (das Bayern-Brasiliens) zwar 2:1 verlor, trotzdem aber in die nächste Runde einzog. Ein Freund fuhr mich dann netterweise nach Hause, wo uns 10 Schweine auf der Straße nachts begegneten. Um 2 Uhr war ich dann tot im Bett.

Jetzt ist schon wieder Donnerstag und die Woche bald herum. Heute Abend gehts dann wieder zum Strand. Was das Wochenende bringt, ist noch relativ ungewiss, aber es steht das „Redbull-Air-Racing“ an. Soll ganz interessant sein, und insbesondere aber kostenlos, dass ist immer gut. Wenn es dadurch sicher aber auch schweinevoll sein wird...

Zuckerhut,Strand Botafogo

 

von links: Steffi(von der Arbeit), ihr Freund, Vinicius

Ich, Vinicius, Steffi und Ricardo

Das Militär zum Abschluss:

Christus unter Restaurierung:

Und deutsche Sicherheitstechnik:

Das ganze Innenleben dieses Feuerwagens stammt aus Deutschland, made in Germany - samt Kennzeichen "Brandschutztechnik Görlitz GmbH"...

Eben musste ich noch einmal eine negative Erfahrung machen. Ich musste Geld überweisen. Leider geht das hier nicht so bequem von zu Hause wie in Deutschland. Von wegen Online-Banking, oder selber schnell am Terminal......nein, 30 min Schlange stehen, um dann eine Überweisung in Form einer Einzahlung innerhalb von 30 Sekunden machen zu können. Ach, ich liebe Online-Banking.

Dafür waren wir richtig gut und lecker Mittagessen. So viel Fleisch, boah, dass wäre was für Bernd & Co. Jetzt bin ich aber rund. Alle waren ueberrascht wieviel ich esse...aber jetzt bin ich rund und brauche den ganzen Tag nicht mehr essen. Hm, absolut lecker und dazu noch Firmenkosten...bestens...adorei!

Bis auf weiteres aus dem sonnigen Rio und einer inzwischen neuen Woche.

 

Salvador, Bahia

Donnerstag, 29.04.2010

Wieder zurück in Rio werde ich versuchen, euch etwas von meinen Erlebnisse in Bahia
teilhaben zu lassen. Alles begann an einem Samstag sehr früh am Morgen. Da ich auch
diesmal sofort einen Bus bekam, war ich wieder einmal überpünktlich am Flughafen. Der
Flug nach Salvador ging dann auch pünktlich um 7:18 Uhr los. Wie gewohnt erst einmal
ein paar allgemeine Infos:
Bahia (portug. baía = Bucht) ist ein Bundesstaat in Brasilien und südlichster Teil der
Region Nordosten. Mit einer Fläche von 567.295 km² ist Bahia ein wenig größer als
Frankreich, hat aber nur 13.070.250 Einwohner (2001). Die Hauptstadt ist Salvador da
Bahia de todos os Santos, das bis 1763 Hauptstadt Brasiliens war. Bahia ist mit 1.183 km
Küste das brasilianische Bundesland mit der längsten Atlantikküste. Salvador ist die
drittgrößte Stadt Brasiliens, nach São Paulo und Rio de Janeiro.


http://de.wikipedia.org/wiki/Bahia


http://de.wikipedia.org/wiki/Salvador_da_Bahia


Dank des frühen Abflugs kamen wir recht früh an und machten uns mit den Bus auf in die
Stadt. Besser gesagt auf Hotelsuche, da wir natürlich gar nicht, aber auch gar nichts
geplant hatten, außer unseren Flug zu nehmen. So schlief Loren auch gleich weiter
während der einstündigen Fahrt in die Touristischen Gegenden. Salvador ist bis auf einige Stadtteile keine unbedingt schöne Stadt, wovon ich die Strände und insbesondere den Stadtteil Pelourinho (Historisches Stadttzentrum) eindeutig ausklammern möchte.

Lonely Planet (Reiseführer) empfiehl uns einige Hostels, die alle in unmittelbarer Gegend zu einander lagen und alle eines gemeinsam hatten. Nämlich dass sie uns gar nicht gefielen.
Entweder nach „Pipi“ rochen, total komisch waren, oder alle in zwielistigen Nebenstraßen
lagen. Zum Glück bekamen wir einen echt guten Tipp und machten uns daher weiter nach
Pelourinho auf. Dort sah man wohl insbesondere mir an (Salvador gilt als „Schwärzeste
Stadt Brasiliens), dass ich nicht von hier bin und so kamen gleich mehrere Obdachlose auf uns zu und wollten uns eine gute Unterkunft vermitteln. Was im Endeffekt eigentlich sogar recht erfolgreich war und uns 5 Reais kostete, was dem Mann natürlich viel zu wenig war. So nutzen wir die Tage Samstag bis Dienstag um die wirklich schöne Altstadt



zu erkunden. Wirklich lecker abends zu essen.


Einen tollen touristischen Markt auszukundfschaften, wo man so viel Geld lassen kann.
Aber für wirklich unglaublich tolle Sachen.
Ferner machten wir einen Tagesausflug nach „Praia Forte“ (=“Starker Strand“), welches
ein Projekt zum Schutz von Schildkröten ist. Abends werden die kleinen und am Vortage
geborenen Schildkröten dann ins Wasser begleitet. Leider hatten wir an diesem Tag kein
Glück, denn am Vortag wieder keine geboren, oder besser, sind keine geschlüpft, ne.
Besonders ärgerlich, weil wir eigentlich einen Tag vorher fahren wollten, der Mann an
unserer Rezeption jedoch meinte, dass es schon etwas zu spät ist, da es ca 1,5 Std
entfernt liegt. Jedoch wäre es noch nicht zu spät gewesen und an diesem Tag wurde
sogar abends die Schildis ins Meer begleitet. Von 1000 geborenen Schildis überlebt
übrigens nur eine die ersten 2 Jahre. Trotzdem wir nun also keine Schildis auf dem Weg
ins Wasser begleiten konnten, war es ein sehr schöner Tagesausflug. Hier ein paar
Eindrücke:

 

Ein weiterer Tagesausflug führte uns in den Stadtteil „Barra“, die nur ca. 20 min von dem
Teil entfernt liegt, wo wir untergekommen sind. Ein herrlich sonniger Tag ließ uns am
Strand entlang schlendern, einen alten Leuchtturm entdecken und die wohl größte
Attraktion hier in der Nähe. Der Christus Salvadors.

Am Nachmittag ging es dann noch zu einem See, der eigentlich Figuren auf ihm enthalten
sollte. Da wir jedoch zum falschen See gefahren waren, war dies nicht der Fall. Dafür gab
es wunderbar weißen Sand. Dazu einige leckere Eis und angenehme Sonnenstrahlen.
Abends gingen wir immer lecker essen, wozu wir immer einen Caipirinha kostenlos
bekamen, um ins Restaurant zu locken. Ich muss sagen, es hat gut geklappt. Dann gings
immer noch durch die schöne historische Altstadt schlendern. Hierbei machten wir leider
auch einige negative Erfahrungen, da immer die gleichen Leuten ankamen und nach Geld fragten, obwohl man ihnen vielleicht schon zweimal etwas gegeben hat. Absolut ohne Scharm und kaum hat man einem etwas gegeben, kam der nächste. Das war schon
wirklich sehr nervig und sogar noch um einiges extremer als in Rio.
Ein weiterer Tagesausflug führte uns auf eine kleine Insel „Itaparica“ nahe Salvador,
dessen Strände uns empfohlen wurden. Erst waren wir wirklich enttäuscht, da wir wirklich
im Nichts angekommen waren, doch nachdem wir einen VAN genommen hatten und auf
der anderen Seite der Insel angekommen änderte sich schnell unsere Meinung, wenn
auch der erste Strand dort eine Enttäuschung war. Doch zu anderen See gab es Ebbe und Flut und so konnten wir zahlreiche Meerestiere wie Muscheln und allmögliche Krebsarten,

an einem total menschenleeren und nur für uns, Strand begutachten. Und selbst um 16
Uhr brannte die Sonne (im Winter) noch so stark, dass ich mir einen Sonnenbrand, trotz
Sonnencreme 25 holte.
Das waren eigentlich die Tage bis Mittwoch. Mittwochmorgen ging es dann für uns nach
„Morro de Sao Paulo“. Es hat gar nichts mit Sao Paulo zu tun. Im Gegenteil, es ist eine
(Traum-)Insel und wunderschön.


http://de.wikipedia.org/wiki/Morro_de_S%C3%A3o_Paulo


http://www.google.com/images?hl=de&client=firefoxa&
hs=dXG&rls=org.mozilla:de:official&lr=&q=morro+de+sao+paulo&um=1&ie=UTF-
8&source=univ&ei=PIXXS6PJD8eGuAfexf21Bw&sa=X&oi=image_result_group&ct=title&r
esnum=4&ved=0CCUQsAQwAw


Um 9:30 Uhr früh ging es mit dem Schnellboot los. Und es sollte wirklich die Fahrt werden,
wovor alle, samt Reiseführer, warnen. Ein sehr raues Meer und das über 2,5 Stunden
Fahrt. Dies führte dazu, dass links und rechts nur so die Tüten in Anspruch genommen
wurden. Doch Loren und ich hielten uns Tapfer. Während Loren die „Schlafentaktik“
wählte, versuchte ich es erfolgreich mit Ablenken und Lesen. So kamen wir auch dort gut
vor Ort mit etwas flauem Magen an und durften gleich einmal pro Person 10 Reais (=4€)
„Tourismis-Gebühr“ bezahlen. Mit dem ersten Schritt auf der Insel, baten sogleich auch
zahlreiche Einheimische an unsere Koffer den wirklich steilen Berg mit einer Schuppkarre
hoch zu tragen. Da wir jedoch stark sind (naja, eher kein Geld zu verschenken hatten),
schleppten wir uns den Berg hoch. Morro de Sao Paulo ist wie gesagt eine Insel, wo es
keinen Autoverkehr gibt und auch sonst nur eine Straße, dafür zahlreiche lange und
verlassene Strände. Dank „einheimischer Beratung“ für 10 Reais, fanden wir eine super
Pousada. Eingecheckt machten wir uns auf, die Insel zu erkunden. Von 2. Strand liefen wir bis zum 4. Strand, wo es „natürliche Schwimmbecken“ gab. Das sind flache und relativ
ruhige Stellen im Meer, wo super viele Fische sind mit denen man dann badet und sie
sogar füttern kann...und sie einem dann anknabbern. So verlebten wir einen weiteren
schönen Tag relaxend am Strand mit gegrilltem Käse und Coco. Abends ging es dann ein
weiteres mal lecker essen und ich hatte sogar die Gelegenheit mit 2 Russinnen aus
Moskau und einer Kellnerin aus Lettland ganz kurz Russisch sprechen zu können.
Donnerstag brachte uns eine 8-stündige Bootstour einmal um die Insel herum mit
zahlreichen schönen Stopps u.a. an einem Haus im Wasser und einem Strand, wo wir
richtig lecker aßen. Wie heißen denn die Fiecher gleich? Nicht Krebs, nicht Shrimps?...

Danach machten wir eine kleinere Wanderung, entlang der Strände und durch Sümpfe
und Wälder. Am Ziel angekommen, gönnten wir uns, nachdem wir uns von Mücken
zerstiechen ließen, ein superleckeres Eis.

Zum Abschluss der „Rundreise“ fuhren wir zur 2. ältesten Stadt Brasiliens. Wo uns gleich
wieder zahlreiche Leute erwarteten und gegen Bezahlung uns eine Straße den Berg, zu
einem alten Kloster, hochführten. Da ich jedoch in Russland und allgemein in meinem
Leben schon zu viele Kirchen, etc. gesehen habe, verzichtete ich auf die Besichtigung und sparte die 4Reais Eintritt lieber und wartete draußen. Danach ging es mit unserem
Speedboot wieder Richtung 3. Praia (Ausgangspunkt), wo wir eigentlich ziemlich erschöpft
und sonnenge(ver)brannt ankamen. Kurz in der Unterkunft ausgeruht, ging es wieder zum
Strand, wo wir auch heute wieder sehr lecker aßen. Und sogar von „Jack Sparrow“ ins Restaurant eingeladen wurden.

Auch hier gab es die - inzwischen schon gewöhnten 2 Caipis – umsonst. Leider nicht den Rest. Ab Mitternacht sollte dann auch noch eine richtige tolle Party am Strand abgehen und so wurde schon kräftig für eine lange Fete eingedeckt. Da wir uns jedoch entschlossen hatten, früh nach Salvador zurückzufahren und wir auch recht müde waren, beließen wir es dabei.
So ging es am Freitag bei strahlendem Sonnenschein wieder zurück nach Salvador. Und
da wir nun schon eine gute Unterkunft kannten, quartierten wir uns gleich wieder dort ein.
Und Überraschung, Überraschung. Es gab immer noch die gleichen Leute, die echt immer (wieder und immer noch) ankamen und uns für Geld fragten. Echt nervig, wie ich es nie zuvor erlebt habe.
Der Samstag begann auch mit einer (negativen) Überraschung. Unser Rückflug wurde
zeitlich getauscht. Erst sollten wir Sonntagfrüh um 4 Uhr zurcükfliegen. So war unser Plan
um 23:30 Uhr mit dem letzten Bus zum Flughafen zu fahren und da zu schlafen. Jetzt
sollen wir erst um 6:30 Uhr fliegen, viel schlimmer aber nicht mehr direkt fliegen. Statt 2
Stunden Flug, nun 5 Stunden mit Aufenthalt in Campinas. Faktisch mussten wir also
zurückfliegen. Am Telefon konnte uns nicht geholfen werden und auch eine Kompensation war nicht möglich. Alles Mist. Doch wir hatten eigentlich Glück. 2 Asiaten musste auch zur gleichen Zeit zum Flughafen und der Herbergen-Chef kam uns auch entgegen und bot uns die Nacht bis 4 Uhr (wo unser Taxi kam) für 30 Reais an (sonst 50 Reais). So schliefen wir wenigstens noch etwas von 23 Uhr bis 4 Uhr und fuhren dann gemütlich im Taxi zum Flughafen. Nun ja 60 Reais im Endeffekt mehr bezahlt, als gewollt, aber wenigstens viel bequemer. Nur am Flug war nichts zu drehen. So kamen wir Sonntag um 12 Uhr in Rio an.
Und die Überraschung war auf der Abrechnung meines Kontos. Meine VISA-Karte wurde
missbraucht, und geklont und damit gut Geld abgeholt. So hatte ich mir meine Rückkehr
nicht vorgestellt...
Ah, es gibt wirklich so viele tolle Bilder. Ich werde sie bei Gelegenheit und Zeit eine alle
hochladen, damit ihr auch die anderen noch sehen könnt. Vielleicht aber schon einmal
noch 2 oder 3 mehr:

Aus(geh)zeit

Samstag, 17.04.2010

Nach einer und vor einer sicherlich auch ereignisreichen Woche wieder ein Lebenszeichen von mir. Nachdem am Donnerstagabend, den 8. April eigentlich Scott (aus England, habe ich in Florianopolis durch Vinicius kennengelernt) zu mir kommen sollte, jedoch mindestens 2 Nächte im Hostel buchen musste, kam er doch erst Freitagabend. Nichts desto trotz trafen wir und schon einmal am Donnerstagabend, da sein Hostel bei mir um die Ecke liegt. So machten wir schon einmal einen Wohnungsschlüssel für ihn, der – wie wir später am Abend feststellen mussten – leider nicht passte. Am Abend gingen wir dann nur etwas Bier in einer Bar trinken und der Abend verlief eher ruhig. Etwas Pizza essen und „Bate Papo“...also Schwatzen auf Deutsch.

 

 

Da sah der Freitagabend und insbesondere der Samstagabend in Lapa schon anders aus. Kleinere Überfälle mit Messern und billigen Eintritts in Klubs, gehörten zu einem langen Abend. So wurde am Sonntag erst einmal kräftig ausgeschlafen, bevor es am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein auf den nahegelegende Hippiemarkt von Ipanema Geschenke einkaufen ging. Da Scott wie angedeutet jedoch am Samstagabend mit einem Messer bedroht wurde und die Gauner ganze 4 Reais ergatteten, machten wir uns jedoch am Sonntag auf die Suche nach einem möglichst deutsch- oder englischsprachigen Arzt, da Scott etwas mit dem Messer getroffen wurde und nun nach einer Tetanus-Impfung suchte. Dies gestaltete sich jedoch nicht ganz so einfach und so verschoben wir das „Projekt Tetanus-Impfung“ auf den Montag, den 11.April. Stattdessen verbrachte ich den sonnigen Sonntag etwas zu Hause mit Ausruhen, da es mir immer noch nicht wirklich gut ging. Am Abend machten wir uns noch etwas zum Strand auf und tranken mit Freunden von Scott aus England am Strand von Ipanema noch ein paar Caipis, die definitiv überteuert waren, aber ein sehr schöner Wochenausklang waren.

 

 

Etwas übermüdet, aber inzwischen daran gewöhnt und immer noch erkältet begann die Woche, Überraschung, Überraschung am Montag. Das scheint inzwischen so lange her, dass ich nicht einmal mehr weiß, was ich getan habe. Dienstag - eine Woche nach der "Regenkatastrophe" wurde der Opfer in einer Irischen Bar nahe meinem Haus, zusammen mit Vinicius, Scott und Julia, gedacht.

 

Shenanigans Bar Ipanema 

 

Mittwoch - normalerweise - Fußballtag lasse ich heute ausfallen. Zum einen, bin ich immer noch ziemlich erkältet, zum anderen, ist heute Scotts letzter Tag in Brasilien, bevor er morgen nach England zurückfliegt. Das muss einen Abschied geben....

So verabschiede ich von ihm, doch aufgrund des Vulkansausbruches soll er stattdessen am Freitag fliegen. Ich sehe ihn jedoch am Donnerstagabend nicht mehr bei mir, da ich nach einem Meeting in Niteroi am Donnerstag gleich dort bleibe und mich zum Abendbrot bei meiner Gastfamilie einlade. Der Freitag, den 16.April bringt noch einmal richtig viel Arbeit und so komme ich völlig erschöpft nach Hause, doch auch heute ist Scott noch bei mir, da er auch heute nicht fliegen konnte. Nächster Versuch - heute in einer Woche!! Das ist doch eigentlich geil, oder??

Ich bearbeite jedoch am Freitagabend nur noch meine Emails, während Scott seine zusätzliche Zeit in Lapa genießt und gehe dann bald schlafen, um in den nächsten Tagen mit vollen Akku alles angehen zu können. Bis zum nächsten Mal.

 

 

Stabilisierung

Samstag, 10.04.2010
Donnerstag, den 08.April beruhigt sich die Lage etwas, was auch nicht ganz stimmt, da auch heute wieder einige Hänge abgestürzt sind und besonders in Niteroi wieder zahlreiche Menschen unter sich begraben haben. Dazu haben wir jetzt noch "Monsterwellen", sodass Baden im Moment am Strand verboten ist.
Am Donnerstagabend treffe ich mich dann mit Scott, einem Freund aus England, den ich schon aus Florianopolis kenne. Er ist im Moment in einem Hostel in der Nähe meiner Wohnung und wird Freitag bei uns für 6 Tage wohnen. So wird sich am Donnerstagabend schon einmal darauf eingestimmt mit einem Engländer zusammen zu wohnen. Erst wird im Hostel etwas getrunken, dann auf der Straße. Auf der Suche nach der nächsten tollen Location treffen wir dann um 22:30 Uhr auf eine beendete Modelshow fast direkt vor meinem Haus. Laute Musik und viele schöne Mädchen zeigen von einer schönen Party, unter die wir uns eher mehr, als unaufällig schmuggelten.Freier Caipirinha mit Eis, Champagner und Brigadeiro waren unser Lohn. Schade, dass schon alles um 24 Uhr vorbei war. So ging es dann in die nächste Bar, wo ich bis 1.30 Uhr verblieb...schließlich musste ich ja am Freitag arbeiten, was dann besonders am Vormittag auch nicht besonders einfach war. Die doch eigentlich recht zahlreiche Arbeit (trotz Absage einer Delegation am kommenden Montag, dank Chaos), ließ meine Müdigkeit jedoch schnell vergehen. Schließlich wollen wir ja Herrn Brüderle am Montag, den 26.April vernünftig empfangen, bis dahin haben aber noch 3 freie Tage dazwischen...juppi...
Püntklich um 18 Uhr fuhr ich Freitagabend nach Hause, was heute anscheinend alle machten, denn die Stadt war wirklich voll. So brauchte ich doch glatte 1,5 Stunden nach Hause, wo schon Vinicius und Scott auf mich warteten. So gab es - noch in Anzug - an der Hauseckkneipe schon das erste Feierabend-Wochenendbier. Dann kurz nach Hause umziehen und Abendessen im Supermarkt ZonaSul, wo es mehr oder weniger günstige Pizza (5€) frisch gemacht gibt. So laufen wir den Abend ziemlich planlos durch die Stadt und der wieder stärker werdenden Regen, bevor heute schon um 0.30 Uhr im Bett liege und merke, dass ich meine Krankheit noch nicht richtig auskuriert habe. 
 
Besonders merke ich es aber am Samstag, nachdem ich alleine eine Stunde am Strand entlang gelaufen bin. Ich fühle mich schon fast wie in Deutschland nach einem Winter...die Sonne lässt sich mal wieder blicken und so genieße ich das Wetter etwas...
 
Ipanema
 

 
Bei dem ganzen chaotischen Wetter scheine ich mir auch noch eine Erkältung eingefangen zu haben, sodass ich heute ziemlich verschnupft bin und auch ziemlich Kopfschmerzen habe. So habe ich am Nachmittag nichts besseres zu tun, als mich am Nachmittag wieder schlafen zu legen. Um 18 Uhr bekommen wir dann Besuch von einem Technikmann, der unser WLAN-Netz konfigurieren soll. Dass klappt zwar auch bestens, aber so sind wir gleich einmal 100 Reais wieder los...naja, dass war nicht unser Plan...scheiße....echt einfach verdientes Geld, wenn ich bedenke, was der gemacht hat. Echt unverschämt.
Mal sehen, was der Abend noch bringt außer Krankheiten...
 

Eine Stadt im Chaos

Dienstag, 06.04.2010

Montagmorgen, es geht mir wirklich nicht. Die ganze Nacht habe ich mit Fieber zu gebracht und es gab nicht einmal mehr etwas trinken zu Hause. Und Wasser aus dem Wasserhahn kam man hier ja bekanntlich nicht trinken. Doch nachts um 2 Uhr, wo fast alles geschlossen war, wollte ich auch nicht gehen. Trotzdem MUSSTE es zur Arbeit gehen (Antwort gerne per Email). Doch es ging nicht allzu lange. Die wichtigsten Emails geschrieben, fuhr ich nach dem Mittagessen um 13 Uhr nach Hause. Doch auch heute war mir das Glück nicht Hold. Im Supermarkt hatte ich 2 Ausländer vor mir, die beide mit 100 Reais bezahlten, was extrem lange Umtausch- bzw. Wechselzeiten der Banknote mit einer Managerin bedeutete und sie ferner noch die Tomaten nicht gewogen hatten und dies noch machen mussten. Ich dahinter bekam eine Krise. Auch in der Bank, wo ich mein Geld für die Miete abholen wollte, war eine Schlange wie ich sie noch nie hier gesehen hatte. Alles schien sich gegen mich verschworen zu haben. Zu Hause wollte ich mich hinlegen und schlafen, doch es wurde gehämmert und gelämmert, dass mein Kopf nur so bebte...im Moment kommt eines zum anderem....früh ging es dann für mich schlafen.

Dienstag, den 06. April 2010

Es geht mir nach einer weiteren Nacht mit Fieber unwesentlich besser, doch auch heute sollte es zur Arbeit gehen. Doch Romulo steht vor mir auf und sagt mir, dass keiner heute zur Arbeit geht, da die Stadt unter Wasser steht, da es nun schon seit Tagen ununterbrochen regnet. Er selber geht auch nicht zur Uni. Ich will eigentlich gehen und stehe schon fertig im Anzug unten an der Haustür, und überlege es mir dann doch anders. Dummerweise hat unser Vermieter auch nicht für das Fernsehen bezahlt...sodass wir nichts hören können...sonst höre ich jeden Morgen beim Aufstehen, in welchem Interwall die Metro fährt, welche Straßen überfüllt sind, etc....wie gesagt, es kommt eines zum anderen...heute kann ich nichts hören. Auch auf Arbeit erreiche ich keinen, also bleibe ich zu Hause und erfahre später tatsächlich, dass niemand auf Arbeit ist. Die Stadtverwaltung hat alle Bürger aufgefordert zu Hause zu bleiben, da alles unter Wasser steht...naja, passt mir ganz gut ins Konzept, da ich dann nicht krank ins Büro muss...also heute frei und ausruhen...von mir aus, kann es jetzt bis zum Wochenende weiter durch stark regnen. Bitte lieber Gott!! Naja, wenigstens gehts mir inzwischen etwas besser und ich werde jetzt erst einmal in den Supermarkt gehen und etwas einkaufen, sodass ich etwas heute Nacht zu trinken habe.

Chuva forte provoca mortes e caos na cidade. - Prefeitura do Rio pede que moradores não saiam de casa. Aeroporto Santos Dumont fechou para pousos e decolagens. O helicóptero da TV Globo, Globocop, não pôde decolar. Há relatos de soterramentos em Niterói. 

"Rio de Janeiro (dpa) - Tragödie am Zuckerhut: Nach heftigen Regenfällen und Erdrutschen ist die Zahl der Todesopfer in Rio de Janeiro und Umgebung auf mindestens 77 gestiegen. Die Rettungskräfte fürchten, dass noch mehr Menschen ums Leben kamen. Viele werden noch vermisst. Allein in Rio starben 28 Menschen. In der brasilianischen Millionen-Metropole herrschte Chaos. Autos und Busse blieben in den Wasserfluten stecken. Bäume knickten um. Der Strom fiel aus."

Und es wurde jede Stunde echt schlimmer und hörte nicht mehr auf und wurde zu einer Katastrophe besonders in Niteroi:

http://www.tagesschau.de/redirectid.jsp?id=video682834 


http://www.tagesschau.de/redirectid.jsp?id=video682834

Und als es heute am Mittwoch gegen 16 Uhr wieder stark regnete, war schon ich um 16.30 Uhr schnell auf Arbeit, weil alle hysterisch wurden und meinten, sie kämen nicht mehr nach Hause. Doch ich wollte noch das Bayernspiel in Manchester zu Ende hören und ich würde sagen, es hat sich absolut gelohnt und bin ja auch so noch trocken nach Hause gekommen und immernoch 20min früher als normal. Was für ein schöner Tag, wenn auch nicht vom Wetter....unsere Delegation für den nächsten Montag wurde auch abgesagt, da alle Sicherheitsfirmen nun ganz andere Probleme haben...hat uns auch in die Karten gespielt...und inzwischen geht es mir sogar wieder fast 100%ig gut...also alles bestens. Liebe Grüße aus einem schwimmenden Rio. 

 

Brasilia - vorwärts oder rückwärts gewandt??

Sonntag, 04.04.2010
Nun, der Donnerstag kam schnell und somit trennten mich nur noch ein paar Stunden von Brasilia. Um 7:18 Uhr am Freitag ist Abflug. Daher war mein Plan am Donnerstag etwas fruher schlafen zu gehen. Doch wie immer, wenn man Plane hat, sind diese nicht mehr als Plane. Denn heute rief mich Thiago an. Der Bruder von Romulo und fragte, ob er nicht am Wochenende hier bleiben kann. So kam er dann auch am Donnerstag, bzw. Ich traf mich direkt nach der Arbeit in einer Bar mit ihm. Als erstes liessen wir die Schlussel nachmachen und dann wurde es mit ein paar Freunden in einer Bar schnell spat. Um 0.30 Uhr ging ich nach Hause, wahrend Thiago noch weiterzog. Und als ich um 5 Uhr aufstand, um mich Flugreif zu machen, kam er leicht angeheiert und nicht alleine in unsere Wohnung. Wie gut, dass ich los musste.
Pünktlich um 5.15 Uhr machte ich mich also aus dem Haus, da ich dachte, Karfreitag Feiertag, so früh, wird es schwierig sein einen Bus zu bekommen und ich muss bestimmt warten. Doch es kam natürlich anders. Kaum eine Minute gewartet, kam schon mein Bus. War zwar einerseits sehr nett, da ich dann nicht alleine im Dunkeln auf der Straße warten musste, andererseits war ich viel zu früh am Flughafen und hatte dort noch einmal locker eine Stunde zu schlafen. Nachdem mir dann meine Nagelpfeile abgenommen wurde, ging es dann pünktllich um 7:18 Uhr Richtung Brasilia.
 

 
Angekommen am Flughafen von Brasilia hatte ich 2 Stunden Zeit (warten auf Loren, die mit einem anderen Flieger kam) und konnte mir etwas die Geschichte dieser neuen und - so sagt man futuristischen - Stadt anschauen.
 
Geschichte Brasilias
 
Gegen 13 Uhr war wir dann im (überteuerten) Hotel angekommen. Brasilia ist von Oscar Niemeyer (u.a. auch das Museum in Niteroi) in Form eines Flugzeugs konstruiert. 
 
Brasilia von oben
 
Alle Stadtteile sind genau themenabgestimmt. So gibt es ein Botschaftsviertel, ein Hotelviertel, das Regierungsviertel, etc...alles hat seinen genauen Platz...
HIer noch ein Fakten über Brasilia:
 
Stadtgründung 21. April 1960
Einwohner 2.455.903 (2007)
   - im Ballungsraum 3.506.967
 
Noch mehr Fakten und Zahlen bei Wikipedia unter:
 
 
 
Direkt nach dem Einchecken im Hotel ging es also los in die Stadt. Ein sehr billiges, aber ziemlich eckliges Mittagessen am Busbahnhof von Brasilia vermittelten uns erste Eindrücke. Diese waren alles andere, als positiv. Viel Armut und viele Leute auf der Straße. Sicherlich prozentual mehr als in Rio. Besonders erschreckend, weil hier diePoltiker ja jeden Tag vorbeikommen und die Chance haben, etwas zu ändern, was aber nicht passiert und ich jetzt die Leute besser verstehe, die so viel auf Brasilia schimpfen.
 
Nach der etwas eckligen Stärkung machten wir uns auf die Erkundigung des Regierungsviertels, das nur ca. 15 min von unserem Hotel gelegen war. Alle Ministerien sind links und rechts von der Hauptstraße, dem Eixo Monumenta, angeordnet und in großen Lettern, lässt sich entnehmen, welches Ministerium es beherrbergt.
 
 Blick auf die Ministerien



Beim Bau der Hauptstadt wurde allerdings in sehr großen Dimensionen gedacht und große Autostraßen konzipiert. Fußgänger wurden dabei nicht ins Kalkül gezogen, was uns einige Fußmärsche in den Tagen bescheren sollte.
 
An den Ministerien vorbei, kamen wir zum "Congresso Nacional". Und wenigstens hier hatten wir richtig Glück.
 
Congresso Nacional
 
 Schließlich ist ja heute schon „feriado“ und wer arbeitet als erstes an solchen Tagen nicht?

Die Politiker natürlich und so bekommen wir eine super tolle Tour durch den Kongress und den Senat, der sonst nicht für Besichtigungen geöffnet ist. Wir dürfen ihn als Ostergeschenk besuchen und sogar auf den Plätzen teilnehmen. Aber auf den Foto kann man recht eine geöffnete Halbkugel sehen. Das ist der Kongress, der offen für die Vorschläge des Volkes ist. Links ist eine geschlossene Halbkugel. Hier ist der Senat, der Ruhe braucht und über die Getze nachdenken muss. Interssante Konstruktion, oder? Nach der Führung gings auf der anderen Seite des Eixo Monumental zurück und an zahlreichen anderen interessanten Gebäuden, u.a.Palacio do Planalto, der Arbeitsstelle des Präsidenten von Brasilia, die aber gerade grundlegend saniert wird.

 

Palacio do Planalto

 

Alles in allem werden im Moment viele Stelle in Brasilia saniert, was auch dringend nötig ist. So gilt die Stadt als Futuristisch, und erinnert mich doch eher an die DDR....passend dazu ist Oscar Niemeyer (der Konstrukteur) Kommunist...na wenn da mal nicht etwas dran ist an meinem Eindruck...trotz hat die Stadt viele schöne Orte...hier ein paar Eindrücke:

 

 

 

 

 

Teatro Nacional

 

Hier recht auf dem Bild (mit dem einer 8-änhlichen Zeichen) ist die Banco Brasil, wo ich später einmal arbeiten werde:-) Banco Brasil ist ähnlich der Deutschen Bank, also nicht die Zentralbank (!!)

 

 

 

Ziemlich müde und durchnässt vom Regen sind wir Freitagabend recht früh im Hotel.

Am Samstag sollte es eigentlich in eine nahe gelegene Stadt gehen, die viele Wasserfälle und viel Natur beinhaltet. Leider ist auch das Wetter heute nicht unbedingt toll, sodass es zu erst noch einmal ins nahe gelegene Regierungsviertel zurück geht und wir eine kostenlose Führung durch den Palácio Itamaraty – der Auslanderbehörde – machen.

 

Palacio Itamaraty

 

Nicht besonders aufregend, aber was will man auch machen, wenn es regnet. Wenigstens sind die meisten Führungen und Ausstellungen hier in Brasilia kostenlos und so sparen wir ganz gut Geld....eigentlich war das ganze Wochenende echt billig und abgesehen vom Hotel echt günstig...da auch die Busse billiger als in Rio sind.

Vor der Führung (auf die wir wegen Mittagspause 1 Stunde warten mussten), vertrieben wir uns die Zeit mit einer Ausstellung über die Portugiesische Sprache und ihrem Einfluss auf andere Sprachen und Länder.

Den Spätnachmittag vertrieben wir uns in der „Banco Central do Brasil“ mit einer Ausstellung über die zahlreichen Währungen Brasiliens und im Anschluss der Welt. Ferner gab es in der Zentralbank eine kleine Einführung in der Geschichte der Goldförderung in Brasilien. Viele kleine Anekdoten und Exponate waren hier zu besichtigen und ich hätte gerne nur einen kleinen Teil davon mitgenommen....

 

Banco Central do Brasil

 

 Goldddddd

 

Wie auch die Ausstellung, so war auch die Stadt Brasilia völlig tot. Niemand auf den Straßen. Da es noch keine richtige Generation (die Stadt wurde erst 1960 gegründet) in Brasilia gibt, sind anscheinend echt alle nach Hause gefahren und die Stadt war wie im Film leer. 6-spurige Straßen auf denen mir kein einziges Auto entgegen kam. Echt komisches Gefühl...aber auch angenehm. Besonders an den touristischen Punkten, wo es mehr Sicherheitspersonal, als Touristen an diesem Wochenende gab.

Leider regnete es unaufhörlich und da die Kunstausstellung in der Zentralbank nicht der Renner war und wir aber nicht länger warten wollten, entschieden wir uns ein Taxi zu dem Shopping-Center nahe unserem Hotel zu nehmen. So gab es dann am Samstag schon um 17 Uhr Abendbrot.

Am Ostersonntag, den 04. April gab es Frühstück für alle Gäste des Hotels auf der Dachterrasse. Sehr hübsch, leider ist auch heute wieder das Wetter ziemlich bedeckt. So haben wir uns als erstes für unseren letzten Tag vorgenommen den Fernsehturm zu besteigen.

 

 
Sieht interessant von oben aus, nicht wahr? Ist aber nicht vom Fernsehturm, sondern vom Dach unseres Hotels. Der Fernsehturm ist leider seit einiger Zeit geschlossen und man diesen auch nicht per Treppe besteigen, nur per Fahrstuhl. Tja, hätten sie mal Thyssen Krupp Fahrstühle gewählt...:-)
So schauten wir uns etwas auf dem Markt, der um den Fernsehturm gelegen war und machten uns dann auf den Weg das Museum der Indianer zu erkundigen. Dummerweise war auch dieses geschlossen, wie schon zuvor die Catedrale...naja, Glück sieht anders aus. Es gab zwar noch ein Museum, wo der erste Präsident Brasiliens in Brasilia ruht, doch schauten wir uns dieses nur von außen an.
 

Sieht es nicht etwas sowjetisch aus?
 
Und fuhren stattdessen lieber mit dem Bus und in den uns verbleibenen 2 Stunden zu einer weiteren Attraktion(?). Die Juscelino-Kubitschek-Brücke (auch: Präsident JK-Brücke oder JK-Brücke (Ponte JK in Portugiesisch) ist eine Brücke über den Paranoá-See in der brasilianischen Hauptstadt Brasília. Die Brücke ist benannt nach den ehemaligen brasilianischen Präsidenten Juscelino Kubitschek de Oliveira, der in den 1950er Jahren Brasília als Hauptstadt anlegen ließ.

Quelle: wikipedia

 
Brücke
 
Dann pünktlich um 14 Uhr Sonntag gings es mit dem Bus Richtung Flughafen. Und wir hatten Glück im Unglück. Genau im Bus angekommen fing es stark anzuregnen. Gut, zu tun hatten wir nichts mehr. 3 Tage Brasilia sind völlig ausreichend und schon beinahe zu viel. Am Flughafen hieß es dann auf den völlig überfüllten Flieger warten und Tee trinken, da es mir schon etwas komisch ging und ich sehr gut schlafen konnte. Kurz vor Rio beginnt dann schon das Chaos. Statt am nationalen Flughafen, kommen wir am Internationalen Flughafen Galeao an, da der Nationale wegen starkem Regen geschlossen ist. Naja,nicht so schlimm. Kann auch einen Bus von hier nach Hause nehmen. Etwas teuerer aber naja. Doch es dauert, dauert und dauert. Der erste Bus ist kaputt gegangen. Der zweite nicht gekommen und der Dritte ist so überfüllt, dass er an meiner 2. Haltestelle am Flughafen gar nicht mehr erst vorbeifährt...plus Fehlinformationen von der Buslinie lassen meinen Kopf beinahe explodieren...und ich wirklich anfange krank zu werden. Kurzentschlossen nehme ich mir zusammen mit einem Päarchen dann ein Taxi, der uns zu sagt, auch mit Taximeter zu fahren. Losgefahren gilt das Wort dann nicht mehr und er will 65 Reias haben. Das Päarchen ist sich jedoch sicher, dass nach Copacabana es maximal 45 Reias kostet. Also gehts wieder zurück zum Flughafen, ein anderes Taxi nehmen. Was für ein Chaos heute. Aber wenigstens hatten sie recht, 42 Reais bis nach Copacabana. Und Unterhaltung hatten wir im Taxi auch. Als ich sagte, ich komme aus Berlin, haben sie Belem verstanden, was zu einer witzigen Konversation führte. Denn ich erklärte u.a. dass es dort auch viele Brasilianer gibt...usw....hahahah...jaja, in Belem, Brasilien, gibt es durchaus viele Brasilianer.
Nun ja, um 21.30 Uhr (statt geplant 19 Uhr) war ich dann endlich wieder zu Hause und legte mich gleich ins Bett, weil ich schon fühlte, dass ich Fieber bekam. Romulo kam um 22 Uhr nach Hause,statt auch 19 Uhr, weil der Bus von seiner Heimatstadt in Espirito Santo dank Regen auch übermäßig Verspätung hatte...
 
Abschließend kann ich sagen, dass Brasilia eine interessante Stadt mit viel Armut ist. Für mich weniger futuristisch, als für anscheinend für andere Leute. Man die Stadt möglichst mit Auto besucht und ein Wochenende mehr als ausreichend ist. Nett kennengelernt zu haben, aber mehr auch nicht. Berlin ist da schon eine andere Hausnummer...
 

Feriennnnnnnnnnnn

Donnerstag, 01.04.2010

Nur noch ein Arbeitstag und dann ist es endlich soweit. Osterferien. Freitag früh am Morgen gehts dann also los nach Brasilia und Sonntagabend zurück.

Diese Woche ist echt voller Arbeit und man merkt die Delegationen der nächsten Woche und allgemein der im April kommenden, doch sehr deutlich. 

Gestern Abend hatte die Kammer dann noch MItgliedervollversammlung und so gabs nach dem offiziellen Teil ab 18.30 Uhr lecker Snacks und Getränke. Daran könnte ich mich echt gewöhnen.

Nach Ostern dann sicher auch wieder mehr von mir. Um bis dahin die Zeit zu verkürzen mal ein paar Fotos von meiner Wohnung:

 

 Und unsere Küche:

 

Dazu noch ein Bild von mir auf Arbeit:

 Und unsere Dachterrasse bei Nacht, die am Tage voller Sonne ist. Fehlt eigentlich nur die Cocktailbar und der Pool:-)

 Also dann, Frohe Ostern, viel Schokolade und sonniges Wetter.

Bis zum nächsten Mal

Wochenende - schon wieder vorbei !?

Montag, 29.03.2010

Nachdem am Freitag sogar noch einmal richtig Arbeit anlag und so der Tag recht schnell herumging und ich auch schon um 17.15 Uhr gehen konnte, begann also endlich das Wochenende. Wurde aber auch Zeit.Vorher entdeckte ich aber noch die Dachterrase von unserem Haus und muss dort unbedingt noch Fotos machen...was für ein Blick auf die Stadt. Hier schon einmal ein paar Fotos vom Eingangsbereich in unser Büro:

So ging es am Freitagabend wieder nach Niteroi, wo ich mich mit Joyce, meiner damaligen Gastschwester und ihren Freunden, in einer Bar traf und es einen Geburtstag zu feiern gab. Ziemlich müde machte ich mich um 3 Uhr nach Hause. So wurde das frühe Aufstehen am Samstag um 9 Uhr zu einer ziemlichen Herausforderungen. So werde ich wenigstens aber eine richtige schicke Sonnenbrille mit integriertem Durchblick haben und hatte den Tag noch vor mir. So ging es etwas einkaufen. Naja, außer einem leckeren Mittagessen gab es eigentlich nicht.Dann musste ich mich einfach noch einmal 2 Stunden hinlegen. Das warme Wetter und der wenigen Schlaf der letzten Tage ließ mich nur noch durchhängen. Am Abend ging es noch ein paar Lebensmittel in Niteroi einkaufen, bevor es am Abend zurück nach Rio ging, wo die Lebensmittel - insbesondere in Ipanema - extrem teurer sind.

Später am Abend ging es dann mit Vinicius und einer Freundin von uns in eine Bar und wir tranken etwas und hatten viel zu lachen. So entstanden auch einige nette Fotos, die ich später noch hochladen werde.

 

 

Genauso wie vielleicht einmal ein paar Fotos unserer Wohnung. Dann sollte es eigentlich noch in einem Klub gehen, als wir jedoch vor der Tür feststellten, dass heute nur Frauen der Eintritt gestatt war, bzw. nur gegen ein ziemlich hohen Eintrittsperson. So beließen wir es für den Abend und um 3 Uhr gings nach Hause.

So wurde am Sonntag auch erst einmal bis 12 Uhr ausgeschlafen, bevor am Nachmittag viel am Strand von Ipanema entlang gependelt wurde. Dazu wieder eine Kokusnuss, ein Eis und eine Pizza...ach wie schön das Leben doch ist. Besonders wenn dazu noch die Sonne so schön scheint...ah, ich könnte den ganzen Tag am Strand bleiben. Doch leider negt sich das Wochenende dem Ende entgegen...zum Glück ist das nächste nicht mehr so fern und dazu auch noch länger, wenn auch wir hier keinen Ostermontag haben. Trotzdem werde ich die Gelegenheit nutzen und Freitag bis Sonntag nach Brasilia fliegen. Danach mehr von mir. Bis dahin, eine freue Woche und schöne Osterferien:-)

 

Sportlich unterwegs

Donnerstag, 25.03.2010

Nun ist bald wieder eine Arbeitswoche herum. So wechselten sich viel Arbeit und fast keine Arbeit diese Woche ab. Diese wird mit Sicherheit aber schon bald wieder zu legen, da wir im April zahlreiche Delegationen empfangen.

Diese Woche hieß es jedoch noch etwas zu relaxen und viel Sport zu treiben. So ging es am Montagabend wirklich zum Sport, doch der große erhoffte Rabatt wurde mir nicht angebotenen, sodass ich diesen wohl erst einmal ruhen lassen werde und dann erst Ende April wieder eintreten werde.
Dienstagabend ging ich dann zusammen mit Vinicius den ganzen Ipanema- plus Leblon-Strand ab und wir quatschten viel und genossen das warme Wetter bei einigen Kokos. Boah, was wir für ein angenehmes Leben.

Am Mittwoch vertrieb es mich dann nach Niteroi, wo ich jetzt wohl jede Woche Fußball spielen werde. Und auch wenn mein Team kein Spiel gewann ( es lag weniger an mirJ ), hat es doch großen Spass gemacht. 1,5 Stunden volles Tempo ließen mich jedoch ziemlich müde sein und so viel auch das Bier trinken ziemlich kurz aus. Dann gings noch kurz zur Familie von Arthur, einem Arbeitskollegen, der mich mit zum Fussball nahm. Dort gabs noch lecker Abendessen samt Süßen und Zuckerrohr...hmmmmmm.

Um 1.30 Uhr war ich dann erleichtert in meinem Bett zu liegen und meine Beine hochlegen zu können.

Auch heute am Donnerstag, den 25.03.2010 ist wieder bestes Wetter. Schade nur, dass man so früh aufstehen muss und anstatt an den Strand zu gehen zur Arbeit muss. Dabei strahlt einem die Sonne nur so ins Gesicht und lässt mich ganz schön ins Schwitzen kommen...

Ahhhhh zum Glück nur noch ein Tag....

 

Eine weitere Woche vorbei

Dienstag, 23.03.2010

Nach einiger Zeit auch mal wieder etwas von mir, wobei die letzten Tage nichts allzu aufregendes brachten. Die Woche begann – was für ein Wunder – am Montag. Doch richtig viel Arbeit gab es wohl nicht, denn ich kann mich nicht daran erinnern. Auch wenn ich in meinem Emailaccount die meisten Emails von diesem Tag habe...

Am Abend wollte ich dann mal etwas anderes machen und ging mit Romulo zum Strand, wo er abends immer Sport macht. Direkt im Sand kann man in einer Gruppe sich von Montag bis Freitag, von morgens um 6 Uhr bis 21.30 Uhr sportlich betätigen. Jeden Tag ist ein anderes Programm. Heute ist ein Parkour aufgebaut und ich würde es eher in die Region Koordinationübungen einordnen. So muss in Hoola-Hoop-Reifen springen oder durch diese in verschiedenem Tempo hindurch laufen. Was von weiten noch eher witzig und für ältere Leute aussieht, lässt mich im Sand nach kurzer Sand echt fertig sein. Echt spaßig, antregend und gleichzeitig noch spaßbringend. Leider nur gegen Bezahlung und gar nicht mal so wenig 165 Reais (68€). Ok, ist für den ganzen Monat und ich könnte es jeden Tag machen, aber trotzdem finde ich es etwas teuer für Sport den man eigentlich alleine machen könnte...und ich auch nicht jeden Tag am Abend kann...so spiele ich mittwochs immer schon Fußball und bin freitags immer unterwegs...aber mal sehe. Heute (Montag, den 22.03.2010 – eine Woche später) werde ich noch einmal hingehen und schauen, ob sie vielleicht für mich einen besseren Preis machen können...im Moment fühle ich mich aber so, ob ich es auch so machen würde, da es wirklich Spaß macht...

Der Dienstag begann mit einer Überraschung. Ich sollte endlich ein großes Projekt bekommen und durfte mich sogleich in zahlreiche Geschäftsmails über eine Messe, die sich „Rio Oil and Gas“ nennt einlesen. Und es klang wirklich spannend, doch die Ernüchterung folgte bald. Unser Angebot war wohl zu teuer und so bekam wir den sicher geglaubten Zuschlag nicht...schade, aber so habe ich wieder ausreichend Zeit wikipedia zu lesen und mich andere mehr oder weniger wichtige Angelegenheiten zu kümmern. Der Mittwoch brachte eine große Demonstration in Rio de Janeiro direkt hinter unserer Arbeit, sodass das Gerücht umging, dass wir schon um 15 Uhr gehen könnten, was dann leider doch nicht der Fall war. Die Demonstration war auch sehr interessant, oder besser das Thema. Wie so oft ging es um Öl. Bisher ist es nämlich so, dass Petrobas 40% und die Förder-Bundesstaaten 40% aus der Förderung erhalten. Namentlich sind das São Paulo, Espirito Santo und eben insbesondere Rio, was bisher 7Mrd Dollar aus den Erlösen erhält. Nun wurden weitere riesige Ölreserven gefunden und einige rieben sich schon kräftig die Hände. Dumm nur, dass die Regierung ein Gesetz beschloss, dass die Verteilung der Erlöse neu regelt – wie ich denke zu recht. So sollen in Zukunft sich alle Bundesstaaten die 40% teilen die bisher nur die 3 obig genannten Staaten erhalten. Im Falle Rios würde das statt jährlich 7 Milliarden Dollar, nur noch 100 Millionen bedeuten...dass das in Rio alles andere als gut ankommt, ist wohl klar. So organisierte die Regionalregierung kurzerhand eine riesige Demonstration und schloss dafür sogar eigens die wirklich wichtigste Straße im Centro von Rio. So konnte kein Bus mehr fahren und die Mêtro quoll nur so voller Menschen über...schade nur für die Demo, dass es in Strömen regnete und so weit weniger Menschen kamen, als gehofft. Mal sehen, was in der Ölverteilung passiert. Interessantes Thema auf jeden Fall.

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/sendungsbeitrag41630.html

Auch die Mêtro-Manager haben sich einen superschlauen Plan ausgedacht, um diese zu entlasten. So soll die Mêtro künftig statt 2,80 Reais (1,25€) nur noch 1,50 Reais kosten – dummerweise nur von 5-6 Uhr morgens. Naja, ob das wirklich zur Entlastung beträgt, mag ich bezweifeln. Der Einnahmenverlust soll dagegen gravierend sein...

So ging die Woche doch mehr oder weniger schnell herum und am Donnerstagabend kamen dann die Eltern von Romulo gegen 23 Uhr. So gingen wir noch bis 0.30 Uhr in eine Bar und tranken ein Chopp (Bier).

Am Freitag ging es für mich wieder nach Niteroi, doch der Kräfteverschleiß der Woche ließ mich früh schlafen und am Samstag ausschlafen. Der Tag war wirklich schön sonnig und so nutze ich diesen um ein paar Dinge in der schönwarmen Sonne auf der Straße zu erledigen. Danach traf ich einen Deutschen von AFS und wir zeigten ihm Niteroi etwas...sie liefen wir am Museum entlang, tranken eine Coco und aßen und tranken anderen Leckerheiten.

So ging auch dieser Tag viel zu schnell herum und Sonntag kam schneller als gewünscht. Eigentlich wollte ich diesen für den Strand nutzen, doch leider war es heute schon wieder sehr bedeckt und nicht sooooo heiss – nur 25 Grad. So fuhr ich schon um 16 Uhr nach Ipanema zurück und entschloss mich spontan mit Romulo noch wegzugehen. Sonntag hin oder her, schließ ist morgen ja nur Montag – gibt also noch 4 andere Tage, wo ich konzentriert arbeiten kann

So fuhren wir mit Taxi in eine Bar mit integrieter Disko. Erst schauten wir noch das Spiel Flamengo – Botafogo (2:2) und genossen das Angebot des Bieres von 2:1. Dann gabs Musik und die Zeit verflog dank Live-Band (und Getränken) ziemlich schnell. Um 1 Uhr waren wir schon am Gehen, als dann sogar noch bessere Musik kam. Nämlich vom DJ und nicht mehr nur Pagode (brasilianische Musikart, die ich nicht ganz sooo mag). So verflogen 2 weitere Stunden im Nichts, oder im Glas, und so war das Bett um 3:30 Uhr wirklich sehr bequem.

Das Aufstehen um 7:30 Uhr ging interessanterweise bedeutend leichter als gedacht und auch die Zeit auf Arbeit verfliegt gerade, wo ich dies hier schreibe. Nur noch eine Stunde...

Am Abend werde ich dann wohl wirklich mit Romulo noch einmal zum Strand schauen und mal sehen, was sie bzgl. Preis und Sport sagen. Machen würde ich es schon gerne...mal sehen...dazu beim nächsten mal mehr.

Was gibt es sonst noch so Neues? Hm, eigentlich nicht so viel. Auf Arbeit habe ich endlich meinen richtigen Ausweis erhalten, sodass ich nun auch ganz offiziell hier arbeite und ich mich nicht mehr jeden Tag und nach der Nachmittagspause an der Rezeption des Bürogebäude als Gast melden muss, was eine unheimliche Zeitersparnis ist....

Das Wetter ist mal so, mal so...heiss, dann wieder kühler, dann wieder Regen...dann wieder heiss...schlecht zu planen.

Geplant habe ich dafür Ostern, wo es nach Brasilia gehen wird. 2 Wochen später soll es dann evt. noch nach Bahia, Salvador gehen. In beiden Orten war ich noch nicht und kann es kaum erwarten.

Sonst ist eigentlich alles bestens und die Zeit vergeht viel zu schnell...daher ist der nächste Eintrag wohl auch nicht mehr so fern. Bis denne

 


Eine turbulente Woche

Montag, 15.03.2010

Nach gut einer Woche mal wieder etwas von mir und meiner letzten Woche, die wirklich unglaublich turbulent war und nur so verflog.

Los ging es - wie schon geschrieben - mit der Policia Federal am Montag, den 08.03.2010 und zahlreichen Stunden warten und der großen Hoffnung alles an diesem Tag abschließen zu können, was leider nicht klappte. Schließlich hatte ich diesmal die Mittelnamen meiner Eltern bei der VISA-Beantragung angegeben, die nun auf dem VISA-Schreiben von Konsulat standen, aber nicht im Computer (ich hatte sie bei meiner Einreise in 2006 nicht angegeben). Wer nun wie ich denkt, dass dies kein Problem ist, sieht sich kräftig getäuscht. So durfte ich mit all meinen Unterlagen nach 7 Stunden warten gehen und wurde auf Morgen und einer anderen Stelle verweisen, doch noch nicht um den Systemeintrag zu korrigieren (was zahlreiche Schritt bedeutet hätte), sondern das VISA-Schreiben vom Konsulat. So durfte ich am Dienstagfrüh beim Ministerium für äußere Angelegenheit, was sich in einer wirklich sehr zweifelhaften Gegend befindet, aufwarten. Nachdem ich schon um 9 Uhr da war, damit ich nicht wieder 7 Stunden warten muss, wurde mir leider jedoch gesagt, dass diese erst um 10.30 Uhr aufmachen. Na man gut, dass es ausgerechnet heute so heiß ist und ich eine schwarze Hose anhabe.Alles in allem sind 1,5 Stunden warten gegen 7 Stunden jedoch gar nichts und es war sogar noch weniger langweilig, da ich den gleichen Amerikaner wieder traf. DIesen hatte ich am Vortag bei der Policia Federal kennen gelernt und er das gleiche Problem gehabt. So gaben wir gleichzeitig unser Anliegen auf und schnell wurden die Mittelnamen herausgestrichen. Bis auf den Stempel hätte ich dies auch tun können. Dafür früh aufstehen und in der Hitze warten. Na danke. So gings also wieder den ganzen Weg aus der Stadt heraus, zum Internationalen Flughafen und der Policia Federal. Wenigstens brauchten wir heute nicht ganz so lange warten und alles klappte heute und man freute sich etwas schelmisch über die Probleme links und rechts von einen und ärgerte sich über die langsamen Sachbearbeiter(innen), die wirklich alles zu machen schienen, außer zu arbeiten.

So war ich am Dienstag also auch erst gegen 16 Uhr im Büro und verbrachte den Tag damit Brasilianische Unternehmensprofile ins deutsche zu übersetzen. Die Zeit wurde eng, nur noch morgen - Mittwoch - und dann kamen gleich 2 Delegationen zu uns nach Rio. Die Zeit drängt.

Daher fange ich am Mittwoch, den 10. März schon um 8 Uhr anzuarbeiten, statt um 9 Uhr und bleibe auch bis 20 Uhr, was nicht so wirklich so geplant war. Also wurde das Treffen mit einer Freundin, die ich noch aus Berlin kenne und Vinicius auf später am Abend verschoben und die Biere schmeckten noch besser. 

Tag der Wahrheit, Donnerstag, den 11.03.2010

Heute sollte sich also zeigen, was unser Profil und unser Programm hielt.

Wieder um 7.30 Uhr am Start hieß es Delegationen, um den Wirtschaftsminister von Niedersachsen Jörg Bode, und andere Wirtschaftsvertreter zu empfangen und den Tag lang zu beherbegen, zu den richtigen Orten zu begleiten und zahlreichen Konfusionen zu überstehen. Einige Dinge liefen nicht ganz so gut (u.a. einige Absagen nur heute!!), oder auch die falschen Leuten an den einzelnen Tischen, aber alles in allem lief es ganz gut. So verlief für die "Bahndelegation" ein Praxis in der supervollen Metro von Rio bestens und in real-life. 

Die Krönung des ganzen Tages sollte jedoch am Abend erfolgen. Nach einer kleinen Pause im Hotel für die Delegation (aber nicht für mich), ging es mit dem Bus zum Deutschen Konsul von Rio de Janeiro, wo wir, auf die von Polizei begleitete, Delegation von Außenminister Guido Westerwelle trafen. Das Haus, oder besser das Schloss, vom Konsul ist über Rio gelegen samt großen Pool, kleinen aber feinen Empfangsgarten für Gäste und einer super Terrasse über Rio. Hier lässt es sich leben...

 

 

 

Zu Essen gabs nur das Beste, Lachs, Schrimps und andere Delikatessen, dazu Wein und Caipirinha, der bei mir nach dem langen Tag schnell wirkte und die Anspannung etwas lockerte. Auch die Guido war ganz nett drauf und zum Scherzen aufgelegt, wenn er auch etwas einstecken mussten und seine Rede mittelmäßig trotz einiger Witze ("Das Mikrofon möge aus Deutschland stammen, die Batterien jedoch nicht") war. Seinen Freund hatte er nach zahlreichen Kritik an seiner MItnahmepraxis besser zu einem anderen Event geschickt, doch so traf man den wenigsten auf Tom Burow (ARD) oder Peter Scholl-Latour (ZDF)...

Um 22 Uhr hieß es dann für mich die Delegation ins Hotel zurück zu begleiten und dann mit der Metro nach Hause zu fahren. Danach bei mir um 24 Uhr zu Hause wirklich alle Lichter aus waren, obwohl Romulo (mit ihm wohne ich zusammen), noch nicht zu Hause ist und mir nicht geschrieben hat. Das haben wir uns ausgemacht, wegen Kriminalität, falls wir später nach Hause kommen...doch es stört mich heute nicht mehr.

Das Aufstehen kommt heute am Freitag eindeutig zu früh und stellt keine Morgenfreude dar. Doch die fast das ganze Staff heute nicht im Büro ist, sondern auf dem 2. Teil des Events - heute in Copacabana - ist es ein relativ ruhiger Vormittag, wenn auch ich einigen brasilianischen Firmen absagen muss, da die Deutschen auf einmal keine Zeit mehr habe. Nicht so angenehm, so ein Telefongespräch. Und auch am Nachmittag gehts recht heiß her, da wohl das Event heute noch schlechter als gestern lief und sich so alle angiften...dass kann eine heiße Auswertung am Montag werden...

Und auch von Romulo gibts inzwischen Nachrichten. Er wurde gestern zusammen mit anderen Freunden vor seiner Uni samt Waffe überfallen und ausgeraubt und hatte somit kein Handy mehr. Es ihm aber gut geht und nichts passiert ist. Trotzdem man sich der gewaltbereiten Situation noch einmal mehr bewusst wird.

Der Tag im Büro aber also nicht mehr besonders produktiv ist, gehen wir heute alle schon um 17.30 Uhr und so entschließe ich mich, doch noch einmal kurz nach Ipanema in mein Apartment zu fahren. Eigentlich wollte ich nämlich direkt nach Niteroi fahren. Dies tue ich dann erst 19 Uhr, was eindeutig eine Fehlentscheidung war und ich den Feierabendverkehr mitnehme und mehr als 2 Stunden feststecke. So bin ich am Freitagabend nach einer aufregenden Wochenende mit vielen netten, aber auch vielen aufgeregten und wütenden Delegationsteilnehmern ziemlich fertig und schlafe fast direkt.

Der Samstagvormittag sollte für mich eine Sonnenbrille mit "integrierter Stärke" bringen, doch ist der Auswahl für Männer nicht so groß und meine "Stärke", lassen die Modelle ausscheiden, die ich mir vorgestellt hatte. Zum Mittag gab es lecker "Fischbällchen" (Bolinha de Bacalhau) essen und am Nachmittag fuhr ich nach Itaipu, um in mein altes Haus zu fahren, was meine Gastfamilie von damals inzwischen verkauft hat und nicht mehr dort wohnt. Trotzdem habe ich im Bus das Gefühl nach Hause zu kommen und es ist total schön. Es gibt noch die gleichen Porteiros und wir erzählen viel, da allmögliche Bewohner ausgeflogen sind und somit nicht zu Hause. Viel geändert hat sich nicht, außer das viele Leute wirklich bedrohlich gealtert sind und auch kein Fußball mehr spielen, worauf ich für den Sonntag spekuliert hatte. Gegen 18.45 Uhr wurde es dann dunkel und die Mücken, die ich in Rio noch nicht gesehen hatte, kamen auf und bissen wie die Wilden, was mich in den Bus zurück ins Zentrum von Niteroi fliehen ließ. Der Abend brachte einen ziemlichen Horrorfilm und ganz viel Entspannung. So schlief ich auch am Sonntag erst einmal kräftig aus. Die Sonne kitzelte jedoch schon früh an meinen Füßen und so wurde es alsbald unglaublich heiß, was mich ins Shopping Center mit Klimaanlage zum Einkaufen gehen ließ. Gegen 15 Uhr fuhr ich dann doch noch zum Strand und natürlich musste es sich genau zuzuziehen, als ich um 16 Uhr in Piratininga ankam. Einfach unglaublich. Da war es den ganzen Tag und eigentlich die ganze Woche so extrem warm und ich komme am Strand an, habe mich gerade eingecremt und die Sonne ist weg - wahnsinn.

Viel mehr noch. Zwei Straßen von der Wohnung entfernt, fängt es auf einmal heftig an zu stürmen. Das Laub fliegt uns nur so um die Beine, der Sand uns in die Augen, es blitzt heftig und zu allem Überfluss fällt - wie im Film - auch noch das Straßenlicht aus. Nicht so schön, wenn Leute einem mit (geschlossenem) Regenschirm entgegenkommen, Das sieht von weitem eher wie eine Waffe aus...

Eigentlich wollte ich dann ja auch nach Ipanema zurück fahren, doch stürmte und regnete (das war eher ein Monsun) es dann so doll aus, dass sich niemand herausgetraut hätte. So hieß es also warten...doch nach Hause musste ich heute schon noch, da ich nur noch dreckige Sache hatten und keinen Anzug für die Arbeit.

Um 22 Uhr hatte es sich dann etwas beruhigt und es regnete nur noch...so konnte ich mich aber wenigstens auf die Straße trauen, die ein einziges Schlattfeld glich. Ausgerissene Bäume, darniedergerissene Stromleitungen, zerbrochene Fenster...unglaublich...so stark, dass selbst die Brücke und die Flughäfen geschlossen waren. Und auch die Busse und die Vans ließen mich 40 min warten, bis endlich mal einer kam und ich mich mit nach Rio nahm. Doch auf die Brücke Rio-Niteroi glich einem Chaos. Überall liegengebliebene Autos, die einen Superstau verursachten und mich auch heute Ewigkeiten im Stau stehen ließ. So kam ich auch wieder  totmüde zu Hause an und fiel nur noch ins Bett. 

 

Eine neue Woche:

Der heutige Montag brachte gegen 10.30 Uhr die fast schon eingeplante Aufbereitung, oder besser Krisenbesprechung, von Donnerstag und Freitag und Besserung wurde gelobt. (Personal-)Entscheidungen, so munkelt man, werden wohl auch noch folgen, Aber Möglichkeiten zur Besserung gibts viele und schon früher, als gehofft. Am 7. April und 29. April kommen weitere Wirtschaftsdelegationen u.a. mit Wirtschaftsminister Rainer Brüderle und dann soll es besser werden. Wir werden es beobachten und unser Bestes geben, wie alle...

Das Event hat jedoch auch viel Arbeit hinterlassen und so verging der Tag heute, so schnell wie wohl kaum ein anderer zuvor. Und auch das Wetter war nach denm gestrigen Sturm etwas abgekühlt und angenehm zu arbeiten bei 24 - 28 Grad. So kann es bis zum Wochenende ruhig bleiben, dann können wir zu den 42 Grad vom Sonntag sehr gerne wieder zurückkehren. Aber bis dahin stehen noch anstregende Tage bevor. 

Bis zum nächsten Mal aus Rio de Janeiro

 

Philipp Bahn

Außenhandelskammer

Câmara de Comércio e Indústria Brasil-Alemanha

Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer

Av. Graça Aranha, 1

20030-002 Rio de Janeiro, RJ

Tel.: (+55 21) 2224XXXX | Fax: (+55 21) 2252 7758

E-mail: XXXXXX | Internet: www.ahk.com.br

 

 

 

 

 

 

 

Was für ein Wochenende

Montag, 08.03.2010

Nun ist zwar schon wieder Montag, doch die Vorfreude auf das kommende Wochenende kann sich kaum aushalten lassen. Schließlich war das letztere doch ein sehr angenehmes.

Freitagabend gegen 17 Uhr war die Motivation schon sehr unten und als Einstimmung auf die nächste Woche, gabs noch im Büro ein paar erste Feierabendbiere...danach gings weiter in eine andere Bar und den Freitag galt es zu nutzen. So wurde am Samstag erst einmal etwas ausgeschlafen und dann eine kleine Runde direkt am Strand von Ipanema gejoggt. Als Belohnung gabs eine Kokosnuss. Anschließend gings es lecker, aber viel zu teuer in Ipanema Mittagessen und etwas durch die Stadt bummeln und sich danach für den Abend ausruhen. Schließlich ist heute Samstag und sollte ganz groß gefeiert werden...doch das einzige was groß wurde, war der Regenfall. Die ganze Stadt stand Lenkrad-tief unter Wasser und nichts ging mehr...in unserer angepeilten Disco, um die Ecke wurde das Wasser nur so herausgeschippt...also galt es umzuplanen und so ging es stattdessen nach Copacabana in einen Klub namens "Nossa SemHora" ("=Ohne Uhrzeit)" in der Avenida Nossa Senhora...sehr einfallsreich und witzig...da aber die ganze Stadt faktisch stillstand, war es erwartungsgemäß auch sehr leer...erst gegen 4 Uhr wurde es besser und voller...so wie wir auch:-)

So wurde am Sonntag natürlich länger geschlafen und es ging etwas an den Strand. Doch noch total kaputt und ein sehr stürmisches Meer ließen mich bald wieder ins Bett fallen. Am Abend gings dann noch nach Niteroi, wo ich auch die Nacht verbrachte, bevor es Montagmorgen zur Policia Federal ging. Und meine negativen Erfahrungen mussten sich leider bestätigen und wiederholen. Erst lief eigentlich alles wunderbar, nach 7 Stunden wurden wir auch endlich "bearbeitet", doch dann der Schock...auf meinem VISA-Antragsformular ist etwas anders vermerkt, als im System  von meiner ersten Einreise 2006. Bedeutend für mich morgen. Im Zentrum bei einer anderen Stelle dies berichtigen zu lassen und wieder den super-ewig langen und niemals endenden Weg an den Favelas entlang fahren zu müssen und noch einen Tag zu verlieren. Wie ich mich freue, was gibts schöneres, als Behörden? Da freut man sich sogar auf die Arbeit... 

 

Als Nachtrag noch ein paar Bilder aus Florianopolis (Februar), die ich nur jetzt erhalten habe:

 

 

 

 

 

 

 

Back in Rio de Janeiro - Back into Reality

Samstag, 06.03.2010

Freitag, den 05. März 2009

Nun ist es endlich geschafft. Die erste Arbeitswoche ist hinter mir. Ein neues Umfeld, neue (supernette) Kollegen und einige neue Aufgaben haben diese Woche geprägt. Gar nicht erst davon zu sprechen vom frühen Aufstehen. Von wegen Uni um 10 Uhr, und um 8.30 Uhr aufstehen. Nichts desto trotz habe ich es gut. Ich kann mir aussuchen, ob ich von 8-17 Uhr oder 9-18 Uhr arbeiten möchte. Vorerst habe ich mich für die zweitere Variante entschieden, da mich die Arbeitszeit, das neue Umfeld, das frühe Aufstehen und dazu eine Erkältung (einen lieben Dank an das regenerische Wetter in Rio) ziemlich fertig machen. Die AHK Rio de Janeiro befindet sich in der Avenida Graca Aranha und somit weniger als 10 min von meinem ehemaligen Arbeitsplatz entfernt, sodass ich mich relativ gut auskenne, es trotzdem zu weit wäre jeden Tag, in meine Lieblingsrestaurants von damals zu gehen (obwohl ich dies sicher machen werde). So heißt es neue Restaurants in der Mittagspause (von 12.30 – 14 Uhr) zu finden und die höheren Preise zu schlucken. Die Arbeit ist in der ersten Woche bisher noch nicht wirklich übermäßig spannend gewesen und bestand im Wesentlichen aus Übersetzungen von Firmenprofilen, Delegationsprogrammabläufen und ähnlichen Dingen. In der nächsten Woche kommt dann eine Wirtschaftsdelegation aus Niedersachsen mit Herrn Bode und eine weitere Wirtschaftsdelegation u.a- mit Guido Westerwelle und Rainer Brüderle. Das wird sicherlich interessant.
Sonst kann man sagen, dass im Büro eine angenehm relaxte Atmosphäre herrscht und wir heute am Abend zum Abschluss der Woche eine kleine „Happy Hour“ mit Bierchen im Büro gemacht haben. Danach ging es trotz Müdigkeit (und Anzug) mit Freunden in eine weitere Bar, wo es weitere Biere einzunehmen galt und typisch brasilianisch die Rechnung am Ende mal wieder überhaupt nicht aufging. Schade, aber normal...bedeutend schwieriger war es da schon die richtige Eingangstür zu finden...die ist sowieso etwas versteckt, dann noch nach Mitternacht nach einigen Bieren...da kann es dann schon einmal passieren, dass der "Porteiro" (Wachmann) einen nicht hineinlässt, was allerdings auch keiner Wunder ist, wenn man statt vor der Eingangstür 310, vor 306 steht...

Alles in allem eine anstregende, erlebnisreiche, mehr oder weniger interessante Woche, auf der man sicherlich aufbauen kann.
Einziger Wunsch: Sonne für morgen, da es die ganze Woche am Abend regnete und ich nie meinen Regenschirm mithatte....außer heute, da regnete es natürlich nicht...

Schon am Donnerstag galt es allerdings mit Romulo (ich wohne mit ihm zusammen) einige Bars in der Nähe unserer Wohnung kennen zu lernen und mit den Einheimischen näher in Kontakt zu treten, sowie zahlreiche neue Impressionen (wie bettelnde Kinder und „Straßenkünstler“) zu verarbeiten. Dies ist am Wochenende ganz sicher ausbaufähig...

 

Ferienzeit: Florianopolis & Curitiba

Sonntag, 28.02.2010

Am Montag, den 22.02.2010 ging es dann in aller Frühe um 8 Uhr zum Flughafen und püntklich um 10 Uhr geht mein Flieger erst nach Sao Paulo und dann nach Florianopolis. Da weder ich noch Vinicius etwas oder jemanden in Florianopolis kennen, hatte ich mir vorab ein Hostel im Internet herausgesucht.

Dies soll also meine erste Anlaufstation werden, doch ich merke bald ( nach genau 3 Bussen), dass es doch länger ist, als gehofft. Doch es lohnt sich. Es liegt total schick nur 5 min Fußweg vom Strand gelegen und 15€ für eine Nacht mit Frühstück sind auch ein akzeptabler Preis. Nachdem Check-In um 15 Uhr im Hostel genieße ich den Tag noch am Strand, bevor es dann am Abend heftig gewittern soll.

Um Mitternacht kommt Vinicius mit einem Freund aus England und dem letzten Bus der fuhr auch im Hostel an. So gehts noch kurz auf die Straße ein 2. bzw. für 1. Abendbrot einnehmen und wir merken bald, dass wir wirklich sehr nah an Argentinien sind. Überall werden wir nur auf Spanisch angesprochen und auch die Leute sind überwiegend Touristen aus Argentinien...

Da es schon spät ist bringt der Tag nicht so viel, da wir viele Pläne haben. Zum Beispiel Frühstück essen, dass es bis 10 Uhr gibt. Danach geht es eine große und endlos schöne Wanderung am Strand machen...immer die Küste entlang über hüglige und steinige Landschaften und dann wieder direkt am Wasser...

Am Abend sind wir dummerweise alle total verbrennt und richtig rot, dass sogar die betroffenen Stellen (Rücken und insbesondere Füße) sogar dick anschwellen, Das sieht wirklich nicht gut aus.

Auch an diesem Abend zieht wieder ein unglaubliches starkes Gewitter auf, dass den Strand innerhalb kürzester Zeit verweisen lässt. In der Nacht geht es auf ein paar Bier aus und einige nette Souveniers kaufen.

Am Morgen des 24. Februars, Mittwoch, beschließen wir die "Argentinische Ecke" Florianopolis etwas hinter uns zu lassen und etwas mehr ins Zentrum zu ziehen. Später müssen wir jedoch feststellen, dass auch in dieser Ecke nicht allzu viel los ist, obwohl wir nette Bars mit Live-Musik und (zu) vielen Getränken finden. Trotz kleiniger Unstimmigkeiten (in einer Bar sollten wir für die Band zahlen, obwohl wir in rund 1,5 Stunden nur ein Song hörten...dies dann nicht taten im Gegenzug uns aber das "Bierangebot" zurückgerechnet werden) und einem schnellen Verlassens einer Bar, war dieser Abend wohl doch der Beste und das Taxi brachte uns wohlbehalten in unsere abgeschiedene Ecke, die wir am nächsten Morgen nach einer Nacht auch gleich wieder verließen und uns noch mehr ins Zentrum aufmachten,um die eigentliche Stadt zu erkundigen. DIese hat (außer schönen Mädchen) wohl aber nicht viel zu bieten, aber was will man auch mehr. Trotzdem hatte ich schon beschlossen am Abend nach Curitiba zu fahren, was ich eigentlich schon am Abend des 24.2. machen wollte...

So ging es dann auch am Abend los und Ana und ihre Mutter holten mich am Busbahnhof ab. Leider verfehlten wir uns etwas...da sie anscheinend auf der anderen Seite auf mich warteten und ich auch kein Guthaben mehr auf dem Handy hatte...so blieb nicht viel als suchen. Aber sucht, der findet...und wenns am Strand von Copacabana ist:-)

So waren wir Donnerstagabend gegen Mitternacht zu Freitag bei Ana und da wir alle totmüde waren, ging es direkt ins Bett. 

Freitag Morgen um 10 Uhr brachte mich Anas Mama zu Duilio, zu Anas Cousin und einem guten Freund von mir, da beide arbeiten mussten. Dort verbrachte ich den Tag damit, mich auf den Abend zu freuen, denn für diesen war eine "Formatura" (Uniabschlussparty) angesetzt. Blöd nur, dass ich meine Anzüge in Rio gelassen hatte. Zum Glück hat Anas Brude ungefähr die gleiche Figur und so stand mir der Anzug perfekt.

So ging es um 22 Uhr für mich und Duilio und seine Cousine los und es war wirklich superschön. Alle waren total schön angezogen und die Party war unglaublich gut...ob das an dem zahlreichen Whiskey lag?? Naja, wohl nicht nur alleine:-)

 

 

Um 5 Uhr gingen dann leider die Lichter wieder an, auch wenn man aus sagt, gingen sie doch eher an, und wir mussten gehen und eine tolle Nacht endete um 7.30 Uhr ziemlich betrunken im Bett. 

So war das Aufstehen um 11.30 Uhr am Samstag, den 27. Februar kurz Mittag nicht wirklich ein Highlight, doch hieß es lecker bei der Schwester und Mutter von Anas Mama MIttagessen. Es war wirklich superschön,super lecker und die Familie ist supernett, doch ich war einfach nur fertig. 

Da half auch ein späterer Mittagsschlaf nicht viel...mein Herz raste noch immer und ich zitterte....vor der Kälte in Curitiba natürlich:-) naja, nicht ausschließlich. So wurde die Abendplanung jedoch ziemlich schnell verworfen und wir verbrachten den Samstagabend dick eingepackt vor dem TV und einigen netten Fotos, bevor es kurz vor Mitternacht immer ziemlich k.O. ins Bett ging.

Auch am Sonntag hieß es schon um 9.30 Uhr aufstehen, da ich schon mein Flieger nach Rio de Janeiro schon um 12 Uhr ging. So heißt es von einer tollen Reise, einer tollen (Frei)Zeit, und von Anas Paulas Familie Abschied nehmen und sich auf nach Rio de Janeiro zu machen, wo ein neues (Arbeits)leben auf mich wartet.

 

 

Vom Flughafen St. Dumont, RJ, ging es zu Vinicius, wo einige nette Überraschungen auf mich warteten. Dann galt es meine Sachen zu schnappen und mit Taxi nach Ipanema - meinem neuen Wohnort - zu fahren. Voll bepackt mit zahlreichen Koffern, konnte mir Romulo wenigstens von der Wohnungstür helfen und dann hieß es auch schon auspacken und sich auf den morgigen ersten (Arbeits)tag vorbereiten....na dann mal viel Glück mir slbst!

 

Übergangsphase

Mittwoch, 17.02.2010

Nach meinen Umzug nach Rio de Janeiro verbringe ich die Tage bei Julia, der Schwester von Vinicius - meinem besten Freund in Rio, der allerdings unglücklicherweise gerade verreist ist.

So vergehen die Tage auf der Suche nach den in Deutschland vergessenen Sachen wie Sonnenbrille, einem kleinen Rucksack, einem Strandtuch und einem Steckdosenadaptor. Wo hatte ich eigentlich meinen Kopf, als ich gepackt habe?

Auch der Besuch meines neues Arbeitsplatzes steht auf dem Programm. Nah an der Metro gelegen sollte es von überall gut zu erreichen sein. Dazu im Zentrum gelegen und in einem echt schicken Bürokomplex. 

Ganz oben auf der Agenda steht neben dem Vergnügen (was in diesen Tagen eindeutig zu spät kommt) aber die Suche nach einem eigenen Apartment, was sich schwieriger und insbesondere viel teuerer gestaltet als gehofft. Da insbesondere - Dank an die Griechen - der € doch auch gleich einmal noch mehr als 10% an Wert verloren hat und gleich noch einmal alles teuerer ist.

Bei einem Schauen des Spiels Flamengo - Botafogo in den Straßen lerne ich einen Freund von Julia kennen. Er ist Brasilianer, hat aber in Deutschland mit AFS einen Austausch gemacht und wird jetzt in Rio anfangen zu studieren. Da wir uns gut verstehen, entschließen wir uns ein Apartment gemeinsam zu suchen...

Nachdem Flamengo verliert tauchen auf einmal viele "Straßenkinder", Hooligans oder was auch immer (mit Flamengotrikot, diese haben sowieso nicht den besten Ruf) mit Knüppeln bewaffnet in den Straßen auf und alles stürmt in die Bars und Restaurants, wobei einige Teller und Gläser zu Bruch gehen. Nachdem sich die Situation gelegt und die Banden weitergezogen sind, klingt der Abend bei einigen Bieren ganz gemütlich aus.

Nach Rücksprache mit Vinicius entschließe ich mich auch nach Florianopolis zu reisen und mich dort mit ihm zu treffen. Da nur 1 Tag vor Abreise gekauft ist das Flugticket zwar völlig überteuert, doch ich muss etwas aus Rio heraus und den Kopf etwas frei bekommen sowie die Zeit bis zum Arbeitsbeginn am 01.03.2010 optimal nutzen.

 Also auf nach Florianopolis!

 

Karneval (der Gefühle)

Samstag, 13.02.2010

Kaum eine Nacht geschlafen ging es dann wirklich los. Mit Freunden aus Sao Paulo ging es am Samstag die "Desfilios" sehen. Also das Karneval wofür Rio bekannt ist. Loren hatte uns netterweise Karten besorgt, wenn auch "bloß" für die Grupo do acesso - was in etwa der 2. Liga entsprecht, der 1. Liga aber kaum hinterher steht, dafür preislich aber um einiges günstiger ist.

So konkurrierten also die Schule, um den "Aufstieg in die Erste Liga"...dazu gabs kräftig Bier mit einem Freund aus England, den ich auch erst heute kennen lernte und auch leider den Namen schon wieder vergessen habe...

Um 3 Uhr nachts ging es im Bus für mich zurück nach Niteroi, da ich genug von Karneval und Samba gesehen bzw. gehört hatte und doch müder war, als ich mir selber (ein)gestanden hatte.

Das mit dem Bus klingt einfach, ist es aber nicht. Erstens gibts keine Fahrpläne, zweitens keine festen Linien, drittens ist Karneval und alles funktioniert eh anders zuzüglich Straßensperrungen und vielen besoffenen (nicht so vertrauenswürdigen) Personen. So gabs auch im Bus gleich Ärger, da ich mich zwar noch in den Südenbrasiliens hineinreden konnte, statt nach Deutschland...aber dass auch nicht viel half und ich Geld herüberwachsen lassen solle, da sonst eine Waffe im Rücksack auf mich warte...was zwar wohl als (ziemlich schlechter) Witz gedacht war, ließ mich jedoch besser aus dem Bus aussteigen und auf den Bus nach Niteroi warten, der jedoch dank Sperrung einen anderen Weg nahm und ich mich dann doch für ein Taxi entschied.

Früh ging es auch am nächsten Tag weiter. So machten wir mit dem Auto einen Tagesauflug nach Buzios. Normal rund 2,5 Stunden mit dem Auto fuhren wir rund 3,5 Stunden ohne wirklich den Ort erreicht zu haben, den wir erreichen wollten - Karneval eben. Strand gabs trotzdem und da der Wind kräftig wehte, bemerkten wir die Sonne nicht extrem...was zu einigen roten Stellen führte. Später am Nachmittag machten wir noch eine schöne Bootstour samt Caipirinha (eigentlich nur Cachaca und Zucker) an einigen Küsten entlang und sprangen hier und dort einmal in das herrlich warme und blaue Wasser hinein. Fotos folgen sicher noch, genauso wie vom Karneval.

Am Montag ruhten wir etwas und schauten uns etwas näher in Niteroi um. Für mich in dem SInne nichts Neues, trotzdem immer wieder schön zu sehen. So gings am Meer entlang zum "Niterói Contemporary Art Museum", von wo wir einen Superausblick auf den Zuckerhut und Museum hatten.

Danach ging es erst mit dem Ende, später zu Fuß in die Parque de cidade von Niteroi, von der man eine wunderbare Aussicht, sowohl auf Rio, als auch auf Niteroi hat und den Sonnenuntergang wunderbar mitverfolgen kann.  Einmalig schön.

 

 

 Sicht auf Christo Redentor samt Sonnenuntergang

Am Dienstag ging es sehr lecker im "Outback" Mittagessen und gegen Spätnachmittag die "Banda Ipanema" sehen. Den ältesten Straßenumzug von Rio.

Am Mittwoch gabs dann auch wieder etwas Krach, was zu meinem Umzug zu Vinicius und Julia von Niteroi nach Rio de Janeiro führte. Und eigentlich hiermit für mich ein neues Leben beginnt?

Die Karnevalszeit auf jeden Fall mal viel zu schnell und auch durch den Stress eher ungenossen blieb...was mich jetzt aber weniger störte, als der Ärger...

 

Chaotischer Auftakt in ein neues Leben

Freitag, 12.02.2010

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten und hoffe, euch auf diesem Wege etwas an meinem neuen Leben in Rio de Janeiro teilhaben lassen zu können.

 

Am Donnerstag, den 11.02.2010 war es endlich soweit. Kaum 10 Tage aus St. Petersburg zurück, galt es Sommer- gegen Winterklamotten zu tauschen und sich auf in nächste Abenteuer zu machen. Und das sollte es wirklich gleich zu Beginn werden.

 Mein Fahrplan sah folgenden Weg vor:

 

Magdeburg Hbf Mi, 03.03.10 ab 16:02

6

 

   
Braunschweig Hbf Mi, 03.03.10 an 16:49 6
Braunschweig Hbf Mi, 03.03.10 ab 16:57

6

 

   
Frankfurt(Main)Hbf Mi, 03.03.10 an 19:44 9
Frankfurt(Main)Hbf Mi, 03.03.10       Fußweg 10 Min.
Frankfurt Hbf (tief) Mi, 03.03.10    

 

 

Frankfurt Hbf (tief)

Mi, 03.03.10 ab 20:02 103 S 9 S-Bahn Richtung: Wiesbaden Hbf

 

Frankfurt(M) Flughafen Regionalbf

Mi, 03.03.10 an 20:12 Regio 3

 

11.02.2010 JJ8251 BSGIRV 22:25 07:15 Frankfurt - Sao Paulo GUA

12.02.2010 JJ3920 BSGIRV 11:00 12:00 Sao Paulo CON - Rio de Janeiro  

 

Somit in Braunschweig eine Umsteigezeit von 8 Minuten (hoffentlich ist der Zug aus MD nicht zu spät) und Ankunft am Regionalbahnhof in Frankfurt von nur 2 Stunden vor Abflug...na hoffentlich geht das mal gut...dass bei dem Schnee und der Kälte plus den ganzen Koffern.


So kam es wie es kommen musste...die Züge waren natürlich alle zu spät und ich kam mehr als knapp Frankfurt an. Man kann auch sagen verspätet, was die Schlange vor dem von Lufthansa operateden Flug (eigentlich ein TAM-Flug) nicht kürzer werden ließ. Im Gegenteil wegen Kälte und Schneefall eher noch mehr Chaos, hitzige Diskussionen und Streitereien sowie lange Schlangen überall. Dies sollte jedoch auch mein Glück sein, da dadurch auch mein Flug mehr als verspätet abflog...ursprünglich 22:25 Uhr geplant...saß ich erst (oder schon?) 23:15 Uhr im Flugzeug....dann noch auf die Enteisung warten...was auch nur noch bis 0.30 Uhr dauerte...gut, dass man wenigstens so Leute aus Brasilien kennen lernen konnte und sich gleich einmal zu Besuchen einladen konnte:-)

Dann ging es wirklich los...also das Chaos meine ich. Durch das ganze Verspätungen, kam ich natürlich auch mit heftiger Verspätung in Sao Paulo an. Hier sollte ich eigentlich den Flughafen wechseln. International zu National, doch kam ich erst 9:45 Uhr in SP International an. 11 Uhr soll Abflug National sein...no way...ach wie toll.

Bevor nun endgültig geklärt ist, wer nun zuständig ist Lufthansa oder TAM (Weiterflug) und wo ich mich anstellen muss, platzt mir einige Male Mit "F*** you" endgültig der Kragen, da wirklich keiner einen Plan zu scheinen hat. Um das Chaos perfekt zu machen beginnt heute am Freitag, den 12. (warum eigentlich nicht 13) Februar 2010 auch noch der Karneval in Brasilien und somit auch die Reisezeit. Überfüllte Flughafen, ausgebuchte Flüge und völlig überlastete Mitarbeiter sind die Folge. 

Dann bin ich nach bestimmt 2,5 Stunden ganz vorne in der Schlange. Antwort auf mein Problem: "Keine Plätze in keinem Flug nach Rio für heute mehr frei". Es war 12 Uhr Mittag...jede halbe Stunde geht ein Flug!!! Ohne Telefonnummer und Adressen von Freunden in Sao Paulo und ohne Telefon bin ich erst einmal ziemlich verloren. Nach weiterem Warten darf ich dann wohl doch später fliegen, um 17 Uhr so doch noch ein Platz frei. So bekomme ich sogar ein Lunch und ein Getränk spendiert und verbringe die Zeit am wunderbar-langweiligen Flughafen von Sao Paulo mit einer Freundin, die auch aus Frankfurt kam und genau das gleiche Problem hat. Nur das ihr Papa seit morgens um 12 Uhr in Rio de Janeiro auf sie wartet (extra 500km angereist...)...und sie sogar erst einen Platz um 17:30 Uhr bekommt.

Aber auch diese Zeiten waren wohl eher als Orientierung gedacht und so ging mein Flug erst (oder auch wieder schon?) um 18 Uhr los, sodass ich Rio de Janeiro endgültig am wunderschön gelegenen nationalen Airport Santos Dumont um 19 Uhr erreichte und mich Loren sowie Vinicius in Empfang nahmen. 

Mission completed nach 32 Stunden Reise, statt geplanten 24 Stunden...geht ja fast noch. Trotzdem bin ich erst einmal tot.